So werden Sie nicht zum Stadtneurotiker

Vom Leben in der Stadt

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Stadtbewohner leben mit gesundheitlichen Risiken, die Menschen auf dem Land gar nicht kennen.
(c) Medioimages/Photodisc

Immer mehr Menschen leben in Städten, während die Bevölkerungsdichte auf dem Land zurückgeht. Eine wesentliche Rolle spiele das soziale Umfeld jedoch beim Auftreten diverser Krankheiten, betont Prof. Dr. med. Andreas Meyer-Lindenberg, Leiter vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Welche Folgen hat das Leben in Metropolen auf die Gesundheit?

"Ich würde keinem Club angehören wollen, der mich als Mitglied aufnimmt."  Diesen Satz legte Woody Allan dem Hauptdarsteller und damit sich selbst in seinem Film "Der Stadtneurotiker" in den Mund. Welcher Aberwitz! Völlig durchgeknallt? Ticken die Städter noch richtig?

Dass Stadtbewohner tatsächlich häufiger psychische Leiden entwickeln, hatte eine ganze Reihe von Studien bereits belegen können. Und: Städter leiden auch öfter an Bluthochdruck als Landbewohnter. Erhöhter  Blutdruck steigert wiederum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Tatsächlich leben Menschen auf dem Land im Durchschnitt deutlich länger als die eher gestressten Städter.

Das Forscherteam um Prof. Andreas Meyer-Lindenberg vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit gemeinsam mit Kollegen der McGill Universität in Montreal erstmals konkrete Studienergebnisse,  die ein erhöhtes Risiko für psychische Krankheiten wie Depressionen, Angst- und Panikstörungen oder Schizophrenie in den Großstädten belegten (Link zur Studie): Städter entwickeln um 21 Prozent häufiger Angststörungen als Landbewohner; bei Depressionen beträgt die Differenz gar 39 Prozent.

Zudem fanden die Forscher heraus, dass mit der Größe des Wohnorts und der Dauer des Lebens in der Stadt auch das Erkrankungsrisiko zunimmt. Zu den wesentlichen Faktoren, die der Gesundheit zusetzen, zählen Lärm, Luftverschmutzung (beispielsweise die Feinstaubbelastung), die Enge der Bebauung, schlechte Lichtverhältnisse und sozialer Stress.
 

Die Folgen von Lärm, Feinstaub und Stress

Nachweislich kann Lärm das Immunsystem nachhaltig schwächen: Ab einer Lautstärke von 55 Dezibel stört Lärm den Schlafrhythmus, was auf Dauer das Risiko steigert einen Herzinfarkt zu erleiden. Dies gilt selbst dann, wenn die Betroffenen sich durch den Lärm gar nicht gestört fühlen.

Vom Leben in der Stadt stark belastet wird offenbar auch die Psyche. Denn Städter reagieren anfälliger auf psychische Belastungen. Unter Stress wird in der Amygdala und im präfrontalen Cortex stärkere Aktivität provoziert als bei Menschen aus ländlichen Regionen.

Luftverschmutzung, vor allem durch Feinstaub, korreliert hingegen eindeutig mit der Häufigkeit von  Bluthochdruck. Gesundheitsschädigende Wirkung lässt sich bereits bei Feinstaubbelastungen nachweisen, die deutlich unter den vorgeschriebenen gesetzlichen Grenzwerten liegen.

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ORF

Autor: Andreas Gill, Anna Haugg / Lifeline Redaktion
Letzte Aktualisierung: 18. Oktober 2011
Durch: Andreas Gill / Lifeline
Quellen: Naturheilkunde & Naturheilverfahren, News Online, 17.10.2011: http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/macht-das-stadtleben-krank-383833.php Prof. Andreas Meyer-Lindenberg et al.: City living marks the brain - Neuroscientists study social risk factor for mental illness. Nature 474, 429 (2011), published online 22.06.2011, http://www.nature.com/news/2011/110622/full/474429a.html

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