Die Pille

Pillensorten: welche passt am besten?

Es gibt viele verschiedene Pillensorten. Doch nicht jede Frau verträgt jede Pille: Je nach Alter, Lebenswandel, psychischer und gesundheitlicher Verfassung können verschiedene Nebenwirkungen auftreten. Es kann durchaus sein, dass eine Frau jahrelang mit einem einzigen Pillenpräparat sehr gut klargekommen ist, plötzlich aber ihre alte Pille nicht mehr verträgt.

Schuld daran können ein Umzug in eine fremde Stadt sein, eine neue Partnerschaft, Stress im Beruf oder eine veränderte Ernährungsweise. Es gibt auch Frauen, die aus gesundheitlichen Gründen die kleinen Hormontabletten nicht vertragen: Bluthochdruck, Stoffwechselstörungen, Übergewicht oder Venenentzündungen machen die Einnahme der Pille für sie manchmal sogar gefährlich. Wer die Pille nehmen darf und welche Frau welche Pillensorten oder welches Präparat verträgt – das kann nur der Frauenarzt entscheiden, der die Antibabypille verschreiben muss.

Pillensorten: Hormongehalt fast um ein 40faches gesunken

Verantwortlich für die meisten Nebenwirkungen der unterschiedlichen Pillensorten ist das weibliche Hormon Östrogen. Es ist zusammen mit dem Hormon Gestagen in allen Pillensorten enthalten – bis auf die Minipille, sie enthält nur Gestagen. In den gängigen Pillensorten ist pro Monatszyklus im Durchschnitt 2,2 Milligramm der weiblichen Hormone zugesetzt. Zum Vergleich: Die Antibabypille Anovlar, die 1961 in Deutschland auf den Markt kam, enthielt rund 85 Milligramm hoch dosiertes Östrogen pro Monatszyklus. Solche Hammer-Pillen werden heute nicht mehr verschrieben. Die Pharmafirmen haben die Hormonkonzentration in den letzten Jahren immer weiter zurückgeschraubt.

Klassische Einphasenpräparate

In den Einphasenpillen ist in jeder Tablette die gleiche Menge Östrogen und Gestagen enthalten. Die Dosierung in den einzelnen Pillen ändert sich während des gesamten Einnahmezyklus nicht. Frauen nehmen 21 oder 22 Tage lang täglich eine Pille ein. Dann folgt eine Pause von sieben Tagen. In dieser Zeit setzt gewöhnlich die Monatsblutung ein.

Zweiphasenpille

Die Zweiphasenpille enthält in der ersten Phase des Zyklus ausschließlich Östrogen, in der zweiten Phase bestehen sie aus einer Kombination aus Östrogen und Gestagen. Mit dieser Methode wird versucht, den weiblichen Zyklus bestmöglich "nachzuahmen". Ziel ist es, die natürlichen körperlichen Schwankungen durch die unterschiedliche Zusammensetzung von Östrogen und Gestagen hormonell auszugleichen.

Die Dreistufen-Pille

Die Dreistufen-Pille ist noch genauer als die Zweiphasenpräparate dem natürlichen weiblichen Zyklus angepasst. Östrogene und Gestagene werden gleichzeitig genommen, ihre Menge ändert sich im Laufe eines Zyklus stufenweise. Der Hormongehalt dieser Pille ist sehr niedrig. Wichtig ist daher, sich genau an die vorgeschriebene Einnahme zu halten. Werden die Pillen nicht in der richtigen Reihenfolge eingenommen, ist die Sicherheit beeinträchtigt.

Minipille

Die Minipille gehört zu den Pillensorten, die keine Östrogene und nur einen Teil des Gestagens enthalten, das in anderen Pillensorten enthalten ist. Sie eignet sich deshalb auch für Frauen, die Östrogen nicht vertragen und für stillende Mütter.

Wegen ihrer niedrigen Dosierung ist die Minipille jedoch unzuverlässiger. Während die anderen Pillen in erster Linie hemmend auf die Produktion der reifen Eizellen wirken, macht die Minipille durch ihre Gestagendosis den Schleim am Muttermund dick und klebrig, sodass die Samenzellen nicht hindurch können. Zudem wird die Gebärmutterschleimhaut nicht vollständig aufgebaut, was eine Befruchtung erschwert. Die Minipille wird in einer 28-Tage-Packung angeboten. Wegen der sehr geringen Wirkstoffmenge in der Minipille ist die regelmäßige und pünktliche Einnahme wesentliche Voraussetzung für die empfängnisverhütende Wirkung.

Die Tageszeit der Einnahme ist gleichgültig, nur muss die Frau bei der einmal gewählten Stunde bleiben, da der Abstand zwischen der Einnahme von zwei Dragees möglichst genau 24 Stunden betragen soll. Diese Zeitspanne darf keinesfalls mehr als drei Stunden überschritten werden, weil sonst der Empfängnisschutz infrage gestellt ist.

Mikropille

Als Mikropille werden solche Präparate bezeichnet, die in der Tagesdosis weniger als 50 Mikrogramm Östrogen und noch weniger Gestagen enthalten. Die Mikropille hemmt den Eisprung zuverlässiger als die Minipille.

Kosten der Pillensorten

Die gängigen Pillensorten kosten in etwa zwischen fünf und zehn Euro pro Monat. Für Frauen bis zum vollendeten 20. Lebensjahr übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten. In der Apotheke muss dann nur die Rezeptgebühr für das jeweilige Präparat bezahlt werden.

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 06. Februar 2008

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