Liebe und Partnerschaft
Gleiche Wellenlänge sorgt für stabile Beziehung
Gegensätze ziehen sich an. Wer auf eine dauerhafte und stabile Beziehung aus ist, sollte sich jedoch lieber mit jemandem zusammen tun, der ähnliche Charakterzüge aufweist.
Der Volksmund ist überzeugt, dass sich Gegensätze anziehen. Forscher wollten nun wissen, wie es um den Wahrheitsgehalt des Sprichwortes bestellt ist, und haben mehr als 6000 Personen befragt. Dabei stellte sich heraus, dass Menschen, die auf eine dauerhafte Beziehung aus sind, eher auf einen Gleichgesinnten setzten sollten.
Besonders wichtig sind dabei ähnliche Charaktereigenschaften, Vorlieben und Lebensweisen. Je unterschiedlicher zwei Menschen nämlich ticken, desto konfliktreicher gestaltet sich das Miteinander, berichten Beatrice Rammstedt von der Gesellschaft Sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtung und Jürgen Schupp vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.
Die Dimensionen Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Offenheit
"Wir haben entdeckt, dass Partnerschaften dann funktionieren, wenn in den drei Dimensionen Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Offenheit eine ähnliche Art vorherrscht", sagt Beatrice Rammstedt. Verträglichkeit bedeute Liebenswürdigkeit, die Freundlichkeit und die Einstellung. Unter Gewissenhaftigkeit sind die Wertigkeit der Arbeit und grundlegende Charaktereigenschaften zu verstehen wie etwa Ordentlichkeit und Pünktlichkeit. Die Offenheit bezieht sich vor allem auf Wertvorstellungen.
Das heißt jedoch nicht, dass Gegensätze überflüssig sind. Gerade im Falle der emotionalen Stabilität und Extroversion können sich Unterschiede positiv auf die Beziehung auswirken. Treffen zwei sehr gesprächige oder aber in sich gekehrte und emotional instabile Menschen aufeinander, birgt das reichlich Konfliktpotenzial. Außerdem ist zu beobachten, dass Paare, die schon lange glücklich zusammenleben, ähnliche Charakterzüge aufweisen. Je größer die Übereinstimmung in Sachen Freundlichkeit und Einverständnis waren, desto länger hielt die Beziehung.
Psychologin Sanjay Srivastava von der Universität in Oregon in Eugene geht davon aus, dass sich Paare mit jedem gemeinsam verbrachten Lebensjahr ähnlicher werden. Rammstedt vertritt eine andere Meinung: "Es würde mich schon sehr wundern, wenn sich solche wesentlichen Strukturen einfach so schnell verändern", meint die Psychologin.
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