Genussmittel & Medikamente

Genussmittel in der Schwangerschaft

Genussmittel in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft sollte man Genussmittel meiden
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Plan B ist beschlossene Sache – das Paar will ein Baby bekommen. Gesund leben ist nun ein Muss. Genussmittel wie Nikotin und Alkohol sollten tabu sein, aber auch Arzneimitteln nur mit Besonnenheit eingenommen werden.

Die Zeiten von endlosen Partys und der Zigarette danach sind nur vorbei. Genussmittel in der Schwangerschaft sollten vermieden werden. Wer Medikamente einnehmen muss, sollte vorher mit dem Arzt Rücksprache halten.

Rauchen drosselt das Gewicht von Babys

Morgens um halb zehn in Deutschland ... verputzt mancher werbegetreu einen Schokoriegel. Mehr Menschen rauchen aber um diese Zeit eine Frühstückszigarette. Eine Gewohnheit, die Paare mit Kinderwunsch ablegen sollten – wie das Rauchen insgesamt. Nikotin beeinträchtigt die Fruchtbarkeit. Männer, die rauchen, produzieren weniger und lahme Spermien. Rauchende Frauen werden seltener und nicht so schnell schwanger; außerdem kommen sie früher in die Wechseljahre. Ist die Frau bereits schwanger, schadet jede Zigarette dem Kind. Es wächst langsamer, bleibt kleiner und entwickelt sich insgesamt schlechter. Babys von Raucherinnen wiegen im Schnitt 200 g weniger als andere Neugeborene. Raucherinnen haben häufiger Blutungen in der Schwangerschaft. Das steigert die Gefahr, eine Fehlgeburt zu erleiden. Außerdem erhöht Nikotin das Risiko für eine Frühgeburt.

Je mehr Alkohol, desto schädlicher fürs Kind

Alkohol schürt die Liebesglut? Bei den meisten Männern jedenfalls nicht. Im Gegenteil endet ein feuchtfröhlicher Abend oft mit Erektionsproblemen. Höhepunkt: hoffnungslos. Anderen vergällt Alkohol die Lust auf Sex. Im Übrigen leidet die Samenqualität. Je mehr Alkohol ein Mann konsumiert, desto weniger taugen seine Spermien. Finnische Forscher fanden heraus, dass die Anzahl der Samenzellen abnimmt und abweichende Spermien zunehmen. Bei Frauen zeigte eine dänische Studie, dass bereits ein Alkoholkonsum von 1-5 Drinks pro Woche die Fruchtbarkeit auf 60 % reduzierte. Dass Alkohol dem Ungeborenen schadet, ist weithin bekannt. Regelmäßiges, starkes Trinken kann schwere Missbildungen, Störungen in der Entwicklung und des Verhaltens verursachen. Da sich kein Grenzwert festlegen lässt, unter dem Alkohol nicht schädlich ist, sollte eine Schwangere alkoholische Getränke komplett stehen lassen – zumal eine Schädigung durch Trinken auch eine Frage des Zeitpunkts sein kann. Mediziner gehen davon aus, dass es Tage gibt, die kritischer sind als andere. Erlebt das Ungeborene gerade einen starken Entwicklungsschub, wirkt sich selbst geringer Alkoholkonsum möglicherweise sehr ungünstig auf das Kind aus.

Medikamente nur in Rücksprache mit einem Arzt nehmen

Wie schädlich Medikamente sich auf Ungeborene auswirken können, hat der Contergan-Fall aus den 1960er Jahren eindrücklich gezeigt. Ärzte verschrieben das als harmlos eingestufte Medikament mit dem Wirkstoff Thalidomid als Beruhigungs- und Schlafmittel sowie morgendliche Übelkeit. Dann stellte sich heraus, dass das Mittel in der Schwangerschaft zu schweren Missbildungen bei den Kindern führt; etwa 5.000 Jungen und Mädchen kamen damals ohne Arme und Beine oder mit verkürzten Gliedern zur Welt. Heutzutage werden Medikamente daraufhin untersucht, ob sie während einer Schwangerschaft zu Schäden führen können. Im Beipackzettel jedes Arzneimittels finden sich daher spezielle Hinweise für schwangere und stillende Frauen. Grundsätzlich sollten in der Schwangerschaft nur unbedingt nötige Medikamente eingenommen werden. Das gilt auch für Rezeptfreie. Diese Maxime sollte eine Frau sich zu eigen machen, sobald der Entschluss für ein Kind gefallen ist – schließlich wird eine Schwangerschaft meistens erst nach einigen Wochen bemerkt. Klar, einfach weglassen geht nicht immer: Frauen, die an einer chronischen Krankheit leiden, sollten ihrem behandelnden Facharzt von ihrem Kinderwunsch berichten und besprechen, ob die eingenommenen Medikamente ausgetauscht werden müssen. Falls Röntgenaufnahmen nötig sind, ist es ratsam, sie während der Monatsblutung oder unmittelbar danach machen zu lassen. In den ersten zehn Tagen des Menstruationszyklus ist die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung klein und eine Schädigung durch Röntgenstrahlen daher gering. Übrigens: Zur sorgfältigen Vorbereitung auf ein Kind gehört auch ein frühzeitiger Kontrolltermin beim Zahnarzt, um Röntgenaufnahmen, Betäubungen und die Einnahme von Schmerzmitteln während der Schwangerschaft zu vermeiden. Für Männer, die Vater werden wollen, sind Medikamente besonders dann Grund für ein Gespräch mit ihrem Arzt, wenn diese seine Erektion stören. Das trifft häufig auf Mittel gegen Bluthochdruck, Schmerzen oder Depression zu.

Fazit: Genussmittel in der Schwangerschaft lassen Sie am besten ganz weg und Medikamente nehmen Sie nur in Rücksprache mit dem Arzt.

Autor: Martina Janning / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 18. Juni 2009
Quellen: Nach Informationen von schwangerundkind.de, Mariel Croon: Schwanger werden, Trias-Verlag 2005, des Berufsverbands der Frauenärzte in Deutschland, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: schwanger-info.de, der Bundeszentrale für gesundheitliche

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