Sieben Tipps für harmonische Festtage

Weihnachten: Feiertage ohne Stress und Streit

Damit Weihnachten nicht zur großen Enttäuschung wird: Etwas weniger Perfektionismus, dafür etwas mehr Zeit für Entspannung und Gespräche mit den Lieben. Die besten Tipps für schöne Feiertage.

mutter mit sohn an weihnachten
Harmonie unterm Weihnachtsbaum, strahlende Kinderaugen, schöne Geschenke: So wünschen sich viele das Weihnachtsfest. Dass es nur allzu häufig ganz anders kommt, kann man mit ein paar einfachen Tipps umgehen.
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Wochenlang freuen sich alle auf Festtage im Kreise der Lieben, voll Freude und Harmonie. Ist Weihnachten dann da, sieht die Realität jedoch oft anders aus: Streit, Enttäuschung, Türen knallen. Tatsache ist, dass bei mehr als 20 Prozent der Deutschen am "schönsten Fest des Jahres" der Hausfrieden schief hängt. Bei manchen Paaren spitzen sich die Differenzen derart zu, dass viele eine Trennung in Erwägung ziehen. Die Statistik zeigt, dass die Nachfrage nach Scheidungsanwälten in den Wochen nach Weihnachten um ein Drittel steigt im Vergleich zum Rest des Jahres.

Heilig Abend mal ohne kompletten Familienclan

„Ursache dafür ist, dass die Familien an den Feiertagen viel freie Zeit miteinander verbringen, da tauchen dann oft Probleme auf, die man während des Jahres gar nicht wahrgenommen hatte, und Streit ist vorprogrammiert“, sagt Florika Goldhorn, Diplom-Psychologin aus München. Eine der häufigsten Harmoniefallen ist übrigens der Zwang, Verwandtschaft einzuladen, etwa ältere Eltern oder Großeltern. „Mit dem Argument 'sie sind ja schon so alt, es könnte das letzte Mal sein, dass wir mit ihnen zusammen Weihnachten feiern können' quält sich die ganze Familie durch den Feiertag“, sagt die Psychotherapeutin.

In diesen Fällen ist es besser, mutig auch mal Nein zu sagen. Anstelle des Heiligen Abends kann die gesamte Familie sich ja auch 25. oder 26. Dezember treffen, beispielsweise zu einem gemeinsamen Spaziergang mit anschließendem Besuch in einem Café oder Restaurant. "Das entzerrt vieles – und im nächsten Jahr kann man es ja dann wieder anders planen", schlägt Florika Goldhorn vor. Das ist sicher ein ganz wichtiger Rat, um harmonische Weihnachten feiern zu können. Doch es gibt noch weitere Tipps:

1. Einfaches Essen statt Fünf-Gänge-Menü

Lassen Sie sich nicht von vermeintlich weihnachtlichen Zwängen unter Druck setzen. Nehmen Sie sich für die Feiertage nicht zu viel vor. Das beginnt schon bei der Planung der Mahlzeiten. "Es muss kein Fünf-Gänge-Menü sein, Würstchen und Kartoffelsalat, wie es bei vielen Familien früher der Brauch war, reichen doch auch", sagt die Expertin. Eine gute Alternative ist auch Catering, also einfach eine große Platte beim Griechen oder Italiener für den Weihnachtsabend bestellen.

2. Erwartung nicht zu hoch schrauben

Ursache für schlechte Laune, Streitereien und Enttäuschung an den Feiertagen sind häufig die übertriebenen Erwartungen. Wer meint, dass Weihnachten das schönste, harmonischste Familienfest wird, an dem sich alle nur liebhaben, kann nur enttäuscht werden. Versuchen Sie, das Fest als normales Beisammensein zu sehen und bedenken Sie: Keiner wird ein anderer Mensch, nur weil Weihnachten ist.

3. Streitthemen ausklammern

"In jeder Familie gibt es bestimmte Themen, die Verletzung und Streit auslösen", sagt Florika Goldhorn. Das sind beispielsweise das Übergewicht der Tante, Politik, Rauchen , Alkohol, Schulprobleme, Arbeitslosigkeit. Machen Sie am besten im Vorfeld schon aus, dass an Weihnachten diese Themen tabu sind und strikt ausgeklammert werden sollten.

4. Diplomatisch sein

Manche Verwandte verfügen über die Begabung, verhörmäßig nachzufragen und bei schwierigen Themen endlos nachzubohren. Dann darf man ruhig mal diplomatisch sein. Im Sinne der Harmonie ist es erlaubt, ein bisschen zu flunkern. „Man muss dann nicht immer die ganze Wahrheit sagen“, rät die Psychotherapeutin.

5. Nicht perfekt sein

Gans verbrannt, Würstchen geplatzt, Weihnachtsbaum steht schief. "Katastrophen" zu Weihnachten gibt es in jeder Familie. Sie gehören einfach dazu und sind kein Grund, um jemanden zu beschuldigen und zu streiten. Versuchen Sie, darüber zu lachen – das Wichtigste an Weihnachten sollte doch die Gemeinsamkeit mit den Lieben sein und nicht das Essen oder der Baum.

6. Entspannungspausen einlegen

Planen Sie die Feiertage nicht strategisch wie einen Feldzug mit Termin an Termin. Lassen Sie sich Zeit. Kommen Sie zwischendurch zur Ruhe – für ein Nickerchen mit dem Partner, hören Sie schöne Musik oder schauen Sie mit den Kindern gemeinsam einen lustigen Film an.

7. Beim Schenken Grenzen einhalten

Sicher wird auch in Ihrer Familie immer kritisiert, dass die Kinder viel zu viel geschenkt bekommen. Wenn beispielsweise Sechsjährige einen richtigen Berg Geschenke auspacken müssen und eine Überraschung die nächste jagt, tut das nicht gut. Die Kleinen werden dann überdreht, können sich auf kein Geschenk mehr richtig konzentrieren oder darüber freuen. "Schenken Sie lieber weniger und verwöhnen Sie die Familie dafür mit liebevollen Ritualen", schlägt die Psychotherapeutin vor. Das kann gemeinsames Singen oder eine Geschichte vorlesen sein. Und wenn Sie sich selber mal an Ihre Kindheit zurückerinnern: Was blieb Ihnen von Weihnachten im Gedächtnis? Der Berg Geschenke sicher nicht. Aber die stimmungsvollen Lieder mit der Familie und das wunderbare Gefühl der Gemeinschaft.

Tipps für harmonische Weihnachten

Autor:
Letzte Aktualisierung: 23. Dezember 2016
Durch: Ruth Sharp

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