Mundsoor und Co.

Soor: Ein gutes Immunsystem ist die beste Prophylaxe

Soor bezeichnet alle Erkrankungen von Haut und Schleimhäuten, die durch den Hefepilz Candida ausgelöst werden. Mundsoor ist eine häufige Form, doch es können sich auch Symptome in Hautfalten, an den Genitalien oder Nägeln zeigen.

Frau beim Arzt
Candidose kommt zum Beispiel an der Mundschleimhaut vor und wird dann Mundsoor genannt.
(c) George Doyle

Es gibt mehrere Candida-Pilze. Der am weitesten verbreitete ist Candida albicans, seltener kommt Candida glabrata vor. Synonym wird für Soor auch der Begriff Candidose verwendet.

Candidose-Symptome: So äußern sich Mundsoor und Co.

Die Symptome von Soor sind abhängig von den betroffenen Stellen. Eine Candidose kann sich auf der Haut, in Hautfalten, in Mund und Rachen, im Genitalbereich, am After und an den Nägeln bilden. Je nach Erkrankungsstelle unterscheiden sich die Beschwerden.

Mundsoor: Candidose der Mundschleimhaut

Auf der Mundschleimhaut zeigen sich weiß-gelbe, stäbchen- oder flächenförmige Beläge. Die Beläge lassen sich abkratzen. Kratzt man sie ab, zeigen sich darunter kleine blutende Stellen. Soor der Mundschleimhaut entwickelt sich besonders häufig bei Säuglingen und bei älteren Menschen ohne Zähne oder bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr.

Soor der Mundschleimhaut kann sich auch weiter in den Rachen ausdehnen. Die Mundwinkel können ebenfalls betroffen sein. Wandert die Candidose über die Mandeln in die Speiseröhre, kann es zu Problemen beim Schlucken kommen.

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Candidose der Haut und Körperfalten

Häufig entsteht Soor an Stellen, an denen Haut auf Haut liegt. In diesen Körperfalten herrscht ein feuchtwarmes Klima, das die Vermehrung der Candida-Pilze begünstigt. An den betroffenen Stellen kommt es zu oft großflächigen, roten Herden, die am Rand in Pusteln übergehen oder einreißen.

Candidose der Genitalien

An und in den Genitalien herrscht ein ideales Klima für die Vermehrung von Candida-Pilzen. Bei einer Störung der Flora kann es hier besonders schnell zu Soor kommen. Anzeichen dafür sind Juckreiz, bei Frauen zeigt sich weißlich-käsiger Ausfluss, bei Männern kommt es zu Pusteln und roten Stellen an der Eichel.

Candidose des Nagels

Sind Fingernägel von einer Candida-Infektion befallen, verfärben sie sich rötlich und schwellen an. Oft schmerzen die Nägel. Soor an den Fingernägeln kommt häufig bei Menschen vor, deren Hände oft feucht sind, etwa bei Friseuren oder Reinigungspersonal. Kommt es zu einer chronischen Candidose, verfärbt sich der Fingernagel schwarz und wird brüchig.

Ursachen für Soor

Hefepilze sind ein natürlicher Bestandteil von Haut und Schleimhäuten. Kommt es aufgrund eines geschwächten Immunsystems zu Störungen des Gleichgewichts der Flora von Haut und Schleimhäuten, finden die Hefepilze günstige Bedingungen vor und können sich ungewöhnlich stark vermehren. Dann entsteht eine Candida-Infektion. Vor allem Krankheiten, deren Ursache hormonelle Störungen sind, oder Faktoren, die diese verursachen, können die Entstehung von Soor begünstigen. Dazu gehören:

• Diabetes mellitus

• Krebserkrankungen

• Strahlen- und Chemotherapie

• Einnahme von Antibiotika oder Kortison

• Immunschwächekrankheiten

• Unter- und Mangelernährung

Da Soor durch Hautkontakt übertragen werden kann, ist eine Ansteckung als Ursache für die Erkrankung ebenfalls möglich.

Diagnose: Vorhandensein von Candida-Pilzen deutet auf Soor hin

An den Stellen, an denen Soor auftritt, wird mit einem Tupfer ein Abstrich gemacht. In der Regel macht das ein Hautarzt oder bei Soor der Genitalien ein Gynäkologe oder Urologe. Im Labor wird das Zellmaterial innerhalb von 24 bis 48 Stunden angezüchtet. Handelt es sich dabei um Candida-Pilze, kann man von einer Soor-Erkrankung ausgehen.

Werden Krankheiten als Ursache für die übermäßige Vermehrung der Candida-Pilze vermutet, werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um die ursächliche Erkrankung zu bestimmen.

Anti-Pilz-Mittel bekämpfen Candidose

Zur Therapie von Soor eignen sich grundsätzlich Triazolantimykotika. Das Anti-Pilz-Mittel wird lokal angewendet, indem es als Salbe oder Paste auf die betroffenen Stellen gegeben wird. In schweren Fällen können Triazolantimykotika auch als Tablette eingenommen werden. Sie wirken dann systemisch, das bedeutet, dass sie im ganzen Körper wirken.

Kommt es zu Soor, da Erkrankungen bestehen, die die Abwehr schwächen, so steht die Behandlung dieser Krankheiten im Vordergrund.

Soor kann chronisch werden

Soor verläuft in der Regel harmlos und lässt sich mit Antimykotika gut therapieren. In einigen Fällen kann die Erkrankung chronisch werden. Das kommt vor allem vor, wenn die betroffenen Stellen immer wieder einem feuchtwarmen Klima ausgesetzt sind.

Sehr selten kann Soor auch in den Blutkreislauf gelangen und Organe befallen. Infolge kommt es zu Blutvergiftung oder Organversagen. Eine solche Komplikation muss immer systemisch behandelt werden.

Starke Immunabwehr und Hygienetipps beugen Soor vor

Ein starkes Immunsystem ist die beste Vorbeugung gegen eine Candidose. Dabei hilft eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener, vitaminreicher Ernährung und körperlicher Bewegung.

Da Soor durch Schmierinfektion übertragbar ist, ist es ratsam, die betroffenen Stellen nicht mit den bloßen Fingern zu berühren. Schwangere Frauen, die an Soor erkrankt sind, können ihr Baby bei der Geburt mit Soor anstecken. Es ist deshalb empfehlenswert, in der Schwangerschaft regelmäßig zu prüfen, ob eine Soor-Erkrankung vorliegt und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 17. Februar 2017
Quellen: Leitlinien der Dt. Dermatologischen Gesellschaft, der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft und des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen: Candidose der Haut. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/005 Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft: Orale Candidose. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/006 Moll, I., Jung, E. G.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin

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