Nahrungsmittelunverträglichkeit
Saccharoseintoleranz
(Saccharose-Isomaltose-Malabsorption)
Saccharoseintoleranz wird meist vererbt. Die Nahrungsmittelintoleranz führt dazu, dass Haushaltszucker (Saccharose) nicht oder nicht vollständig abgebaut werden kann. Folgen sind Bauchschmerzen und -krämpfe, Durchfälle und mitunter gar Erbrechen.
Unter der Bezeichnung Saccharoseintoleranz (medizinischer Fachterminus: Saccharose-Isomaltose-Malabsorption; englisch: Congenital Sucrase-Isomaltase Deficiency [CSID]) werden zwei Formen der Stoffwechselstörungen zusammengefasst:
• Primäre Saccharose-Isomaltose-Malabsorption
...ist eine relativ selten vorkommende, ererbte Stoffwechselstörung. Bei der Erkrankung kommt es infolge des Gendefekts (Punktmutation) zu einem Funktionsverlust, der verhindert, dass das Enzym Saccharase an der Darmschleimhaut „verankert“ wird. Das Enzym kann seine Funktion nur noch unzureichend erfüllen. Demzufolge wird Saacharose im Dünndarm nicht oder nur teilweise gespalten. So gelangt der Zweifachzucker in den Dickdarm, wo er von Bakterien abgebaut wird, was zu den Beschwerden führt.
• Sekundäre Saccharose-Isomaltose-Malabsorption
...ist Folge einer akuten Darmentzündung oder anderer entzündlicher Schäden an der Darmschleimhaut. Auftreten kann die sekundäre Störung beispielsweise bei Menschen mit Zöliakie. Dadurch wird ebenso wie bei Enzymmangel die Aufnahme des Zuckers im Dünndarm gestört, so dass dieser in den Dickdarm gelangt, wo er von Bakterien abgebaut wird, was zu den Beschwerden führt.
Saccharose (auch Sucrose genannt) ist ein Zweifachzucker (Disaccharid), der sich aus Traubenzucker (Glukose) und Fruchtzucher (Fruktose) zusammen setzt. Die aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr hergestellte Saccharose ist unser Haushaltszucker, den man auch als Kristallzucker oder Rohrzucker bezeichnet. Saccharose findet sich in den meisten Lebensmitteln, und zwar sowohl fertig gekauften Gerichten, als auch in selbst hergestellten.
Dass der menschliche Organismus nicht unbedingt optimal auf die Verdauung von Saccharose vorbereitet ist, dürfte an den Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten liegen. Denn bis ins 19. Jahrhundert konsumierten breite Bevölkerungsschichten kaum Saccharose. Zugeführt wurde der Zweifachzucker lediglich in geringen Mengen durch Gemüse, Obst oder Honig. Erst seit Beginn der industriellen Herstellung von Zucker aus Zuckerrüben führen wir dem Organismus größere Mengen von Haushaltszucker zu.
Schätzungen zufolge leiden etwa 0,02 Prozent der Bevölkerung Europas (einer von 5000 Menschen) an Saccharoseintoleranz. Von der indogenen Volksgruppe der Inuit, die im arktischen Zentral- und Nordostkanada sowie auf Grönland leben, weisen gar bis zu zehn Prozent die Stoffwechselstörung auf.
Gesundheit und Medizin
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