Nahrungsmittelunverträglichkeit

Saccharoseintoleranz

(Saccharose-Isomaltose-Malabsorption)

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Manche Menschen vertragen Haushaltszucker weniger gut als andere.
Istockphoto

Saccharoseintoleranz wird meist vererbt. Die Nahrungsmittelintoleranz führt dazu, dass Haushaltszucker (Saccharose) nicht oder nicht vollständig abgebaut werden kann. Folgen sind Bauchschmerzen und -krämpfe, Durchfälle und mitunter gar Erbrechen.

Unter der Bezeichnung Saccharoseintoleranz (medizinischer Fachterminus: Saccharose-Isomaltose-Malabsorption; englisch: Congenital Sucrase-Isomaltase Deficiency [CSID]) werden zwei Formen der Stoffwechselstörungen zusammengefasst:

Primäre Saccharose-Isomaltose-Malabsorption

...ist eine relativ selten vorkommende, ererbte Stoffwechselstörung. Bei der Erkrankung kommt es infolge des Gendefekts (Punktmutation) zu einem Funktionsverlust, der verhindert, dass das Enzym Saccharase an der Darmschleimhaut „verankert“ wird. Das Enzym kann seine Funktion nur noch unzureichend erfüllen. Demzufolge wird Saacharose im Dünndarm nicht oder nur teilweise gespalten. So gelangt der Zweifachzucker in den Dickdarm, wo er von Bakterien abgebaut wird, was zu den Beschwerden führt.

Sekundäre Saccharose-Isomaltose-Malabsorption

...ist Folge einer akuten Darmentzündung oder anderer entzündlicher Schäden an der Darmschleimhaut. Auftreten kann die sekundäre Störung beispielsweise bei Menschen mit Zöliakie. Dadurch wird ebenso wie bei Enzymmangel die Aufnahme des Zuckers im Dünndarm gestört, so dass dieser in den Dickdarm gelangt, wo er von Bakterien abgebaut wird, was zu den Beschwerden führt.

Saccharose (auch Sucrose genannt) ist ein Zweifachzucker (Disaccharid), der sich aus Traubenzucker (Glukose) und Fruchtzucher (Fruktose) zusammen setzt. Die aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr hergestellte Saccharose ist unser Haushaltszucker, den man auch als Kristallzucker oder Rohrzucker bezeichnet. Saccharose findet sich in den meisten Lebensmitteln, und zwar sowohl fertig gekauften Gerichten, als auch in selbst hergestellten.

Dass der menschliche Organismus nicht unbedingt optimal auf die Verdauung von Saccharose vorbereitet ist, dürfte an den Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten liegen. Denn bis ins 19. Jahrhundert konsumierten breite Bevölkerungsschichten kaum Saccharose. Zugeführt wurde der Zweifachzucker lediglich in geringen Mengen durch Gemüse, Obst oder Honig. Erst seit Beginn der industriellen Herstellung von Zucker aus Zuckerrüben führen wir dem Organismus größere Mengen von Haushaltszucker zu.

Schätzungen zufolge leiden etwa 0,02 Prozent der Bevölkerung Europas (einer von 5000 Menschen) an Saccharoseintoleranz. Von der indogenen Volksgruppe der Inuit, die im arktischen Zentral- und Nordostkanada sowie auf Grönland leben, weisen gar bis zu zehn Prozent die Stoffwechselstörung auf.

Zehn versteckte Zuckerfallen
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    Müsliriegel

    Ballaststoffe und wertvolle Öle aus Samen und Nüssen - Müsliriegel gelten als DER gesunde Snack, vor allem beim Sport. Die wenigsten wissen jedoch, dass die Ballaststoffbomben zu rund einem Drittel aus Zucker bestehen. Einfache Nüsse würden es auch tun.

    Getty Images/iStockphoto

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    Ohne die dicke Tomatensoße aus der Flasche schmecken vor allem Kindern manche Gerichte gar nicht. Dabei laden sie sich mit jeder Portion eine Menge Zucker zusätzlich auf den Teller: Ketchup enthält genauso viel Zucker wie Gummibärchen, also 50 Gramm pro hundert Gramm!

    (c) George Doyle

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    (c) George Doyle

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    Wer Süßes möchte, aber am besten ohne Fett, ist mit Gummibärchen gut beraten. Allerdings enthalten die Miniteddys genauso viel Zucker wie Schokolade, nämlich bei hundert Gramm immerhin 50 Gramm Zucker.

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    Apfelsaft

    Apfelsaft und vor allem Apfelschorle gelten als gesunde Durstlöscher. Allerdings liefert Apfelsaft nicht nur wertvolle Ballaststoffe und Vitamine, sondern auch 120 Gramm Zucker pro Liter. Ungesüßter Apfeltee kann eine Alternative sein.

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    Nussnougatcreme

    Der beliebte Brotaufstrich besteht fast zur Hälfte aus Zucker - hundert Gramm enthalten 40 Gramm Zucker. Und dazu gibt es viel Fett für die Hüfte...

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    Cornflakes

    Sie gelten als gesunde Frühstücksvariante - etwas Milch darüber und ein Löffel Zucker und schon reicht die Energie für viele Stunden. Stimmt auch, wenigstens bei der Energie: hundert Gramm Cornflakes enthalten pur bereits 35 Gramm Zucker. Kleiner Tipp: Es gibt sie auch ungesüßt. Zusammen mit frischen Früchten fällt das gar nicht auf.

    (c) George Doyle

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    Schinken

    Sogar Schinken ist nicht zuckerfrei. Zucker wird als Geschmacksverstärker zugesetzt und ist wichtig fürs Pökeln. Zwar enthalten Wurst und Schinken nicht viel Zucker. Rund fünf Gramm pro hundert Gramm Ware sind es jedoch allemal.

    (c) George Doyle

Autor: Anna Haugg
Letzte Aktualisierung: 18. Januar 2013
Quellen: Congenital sucrose-isomaltose malabsorption http://www.rightdiagnosis.com/c/congenital_sucrose_isomaltose_malabsorption/intro.htm Stephan C. Bischoff: Nahrungsmittelunverträglichkeiten – Update. / Gastroenterologie up2date, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2012;08(02):143–161

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