Infektiöse Mononukleose

Pfeiffersches Drüsenfieber

Oral übertragen wandert das Epstein-Barr-Virus von Mund zu Mund und ist eine der häufigsten Infektionen von jungen Menschen. Meist verläuft die Erkrankung harmlos, doch wenn der Körper heftig reagiert, kann die Krankheit schwer verlaufen und sich über Wochen hinziehen.

Fieber-bei-Erkältung_Pfeiffersches Drüsenfieber
Pfeiffersches Drüsenfieber: Oftmals wird die Erkrankung für einen grippalen Infekt gehalten.
Getty Images/BananaStock RF

Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist eine Viruserkrankung. Benannt wurde sie nach dem deutschen Kinderarzt Emil Pfeiffer (1846-1921) der die Krankheit als erster beschrieben hat. Auslöser ist das Epstein-Barr-Virus (EBV). Die Infektion ist in den meisten Fällen harmlos und verläuft so gut wie ohne Symptome. Nur in wenigen Fällen ist der Krankheitsverlauf schwerer und sehr selten sind Folgeerkrankungen möglich.

Lymphknoten im Halsbereich entzünden sich beim Pfeifferschen Drüsenfieber

Diese gutartige Virusinfektion trifft vor allem Kinder und Jugendliche. Betroffen ist das lymphatische System, besonders die Lymphknoten im Halsbereich. Schätzungen gehen davon aus, dass von den Erwachsenen Mitteleuropäern etwa 95 Prozent bis zu ihrem 30. Lebensjahr mit den Viren Kontakt hatten und Antikörper gebildet haben.

Orale Übertragung der Kusskrankheit

Weil die Viren vor allem oral, also durch Mundkontakt übertragen werden, bezeichnet man die Infektion auch als Kusskrankheit (kissing disease). Das Pfeiffersche Drüsenfieber kann mehrere Wochen lang dauern. Es gibt kein Medikament, das die Krankheit direkt bekämpft, es lassen sich nur die Beschwerden wie Fieber und die schmerzhaften Lymphknotenschwellungen lindern (symptomatische Therapie). Nach überstandener Krankheit ist man lebenslang immun gegen das Pfeiffersche Drüsenfieber.

Pfeiffersches Drüsenfieber: Diese Symptome ruft das Epstein-Barr-Virus hervor

Nach einer Inkubationszeit von ein bis vier Wochen kommt es beim Pfeifferschen Drüsenfieber zum Fieberanstieg mit generalisierter Lymphknotenschwellung.

Die Krankheit dauert gewöhnlich zwei bis drei Wochen, manchmal halten die Symptome aber auch länger an.

Epstein-Barr-Virus: Diese Anzeichen sind typisch:

  • Fieber,
  • charakteristische generalisierte Lymphknotenschwellung, besonders im Halsbereich,
  • druckschmerzhafte Lymphknoten,
  • bei Kindern gelegentlich Lidödem und masernähnlicher Ausschlag,
  • Kopfschmerzen,
  • Halsschmerzen,
  • Vergrößerung der Rachenmandeln, zum Teil mit grauweißen Belägen,
  • bei 30 - 40 Prozent Lebervergrößerung und/oder Milzschwellung,
  • typisches Blutbild.

Pfeiffersches Drüsenfieber: Ursachen der Kusskrankheit

Die Erkrankung wird durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht, das zur Familie der Herpesviren zählt.

Es wurde 1964 in Zellkulturen eines bösartigen Oberkiefergeschwürs - des Burkitt-Lymphoms - entdeckt. Die Übertragung erfolgt vorwiegend durch direkten Kontakt, vor allem durch Speichel, was der Erkrankung auch den Beinamen kissing-disease eingebracht hat.

Das Virus vermehrt sich zunächst im lymphatischen Gewebe des Rachenrings und befällt dann auf dem Blutweg die Lymphozyten vom Typ B. Die befallenen Lymphozyten verhalten sich wie Tumorzellen, die permanent wachsen. Man findet sie in der Folge in allen lymphatischen Organen, aber auch in der Leber und anderen Geweben. Sie sind die Verursacher der Organschwellungen. Diese auch Monozyten genannten weißen Blutzellen treten nun vermehrt im Blutbild auf und haben der Erkrankung ihren Namen gegeben.

Da die Erkrankung fast immer gutartig verläuft, muss ein hochspezifisches Abwehrsystem vorhanden sein: Die T-Lymphozyten. Diese Killerzellen sind wahrscheinlich mit dem größten Teil der veränderten, atypischen Lymphozyten, die man typischerweise im Blutbild findet, identisch.

Der Erreger ist weltweit verbreitet.

Pfeiffersches Drüsenfieber: So läuft die Diagnose beim Arzt ab

Die Diagnoseklärung erfolgt durch den Antikörpernachweis auf EBV, der mittels einer Blutuntersuchung erbracht werden kann. Abgegrenzt werden muss die Mononukleose mit ihren recht unspezifischen Symptomen unter anderem von einer Zytomegalie, Hepatitis, Diphtherie und Leukämie.

Behandlung des Pfeifferschen Drüsenfieber: Welche Therapie eignet sich?

Die Therapie der Kusskrankheit erfolgt rein symptomatisch, denn eine kausale (die Ursachen beseitigende) Therapie gegen das Epstein-Barr-Virus gibt es nicht.

Einige Behandlungsoptionen bei Pfeifferschem Drüsenfieber im Überblick:

  • Bei schweren Komplikationen werden gelegentlich Kortikosteroide eingesetzt.

  • Hat der Erkrankte Fieber sowie eine Milzschwellung, ist Bettruhe erforderlich. Das Fieber kann mit Wadenwickeln gesenkt werden.

  • Bei Mandelentzündung mit Halsschmerzen helfen heiße oder kalte Halswickel, Mundspülungen (zum Beispiel mit Salbei und Kamillentee) und Lutschpastillen.

  • Antibiotika sind nur in Ausnahmefällen nach ärztlicher Anordnung indiziert. Sie wirken lediglich gegen Bakterien, nicht aber gegen Viren.

Pfeiffersches Drüsenfieber: Verlauf und Dauer der Virusinfektion

Nach ein bis drei Wochen ist das Pfeiffersche Drüsenfieber in den meisten Fällen überstanden. Gelegentlich können weitere Wochen bis zu einem Jahr vergehen, bis die alte Leistungsfähigkeit wieder hergestellt wird. Schwere und chronische Verläufe werden vor allem bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem beobachtet.

Nach durchlaufener Infektion besteht meist eine lebenslange Immunität gegenüber dem Epstein-Barr-Virus.

Pfeifferschem Drüsenfieber vorbeugen: Wie schützt man sich vor der Kusskrankheit?

Eine Prophylaxe gegen die Infektion besteht nicht. Da manche Patienten sogar Monate nach der Erkrankung noch Viren ausscheiden, lässt sich auch eine Ansteckung nicht immer vermeiden. Diese erfolgt vorrangig oral, zum Beispiel beim Küssen.

Ein starkes Immunsystem verringert das Risiko für Infektionen im Allgemeinen. Vitaminreiche Kost, Bewegung und Saunagänge sind geeignet, um die Abwehrkräfte zu mobilisieren.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 13. Februar 2016
Quellen: Pfeiffersches Drüsenfieber, Sabine Wiesel, ersa Verlag; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie: Monozytenangina (Pfeiffersches Drüsenfieber)

Beitrag zum Thema aus der Community
Newsletter-Leser wissen mehr

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter

Hier bestellen...
Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...

Zum Seitenanfang