Krankhaftes Hungern

Magersucht (Anorexia nervosa)

Krankheitslexikon-Magersucht-Anorexie-MD002335.jpg
Selbst untergewichtige Magersüchtige halten sich für zu dick und achten streng auf ihr Gewicht.
(c) Photodisc

Von Magersucht (Anorexia nervosa) spricht man, wenn Betroffene sich auf höchstens 85 Prozent des altersgemäßen Durchschnittsgewichts herunterhungern. Die Essstörung tritt vorwiegend unter Jugendlichen auf und verläuft in etwa zehn Prozent der Fälle tödlich.

Als Anorexie (Magersucht, Anorexia nervosa, Anorexia mentalis) wird ein selbst verursachter bedeutsamer Gewichtsverlust bezeichnet. Ebenso spricht man von Anorexie, wenn Kinder oder Jugendliche selbst verursacht ein Gewicht beibehalten, das nicht ihrem Alter gemäß ist, oder selbst verursacht nicht altersgemäß zunehmen.

Der Begriff Anorexie (griechisch „ohne Verlangen“) bezeichnet eigentlich den „Verlust des Nahrungstriebes“, also ein Symptom, das bei verschiedenen Erkrankungen auftreten kann. Er wird in der Alltagssprache aber oft mit der Krankheit Magersucht gleichgesetzt.

Anorexia nervosa gehört zu den psychisch verursachten Essstörungen, unter die auch die Bulimia nervosa (Ess-Brechsucht, Bulimie) und die so genannte Binge-Eating-Störung („Fressanfälle“ ohne nachfolgendes Erbrechen, BES, Binge Eating Disorder) fallen. Als Grenze zur Magersucht gilt ein Gewicht von 85 Prozent des altersgemäßen Durchschnittswertes.

Mädchen anfälliger für Anorexie als Jungen

Anorexie tritt überwiegend im Jugendalter auf. Unter Teenagern sind etwa 0,5 Prozent der Mädchen betroffen, wobei der Gipfel der Häufigkeitsverteilung bei einem Alter von 14 Jahren liegt. Mädchen sind deutlich häufiger betroffen als Jungen. Während vor 20 Jahren jedoch nur etwa ein erkrankter Junge auf zehn bis 15 Mädchen kam, hat sich die relative Häufigkeit heute auf bis zu einen erkrankten Jungen auf vier betroffene Mädchen erhöht. Während die Häufigkeit der Erkrankung unter Mädchen konstant ist, nimmt Anorexie unter Jungen zu.

Bei ungefähr drei Viertel der Betroffenen heilt die Krankheit aus, oft jedoch erst nach mehrjährigem Verlauf. Sie halten dauerhaft ein normales Körpergewicht und zeigen keine hormonellen Störungen. Dennoch haben viele von ihnen weiterhin ein gestörtes Verhältnis zu ihrem Körper und ihrem Gewicht.

Ein Viertel der Patienten zeigt einen chronischen Verlauf, ist also dauerhaft von der Essstörung betroffen. Etwa zehn Prozent der Erkrankungen verlaufen trotz aller therapeutischen Bemühungen tödlich.

Magersucht, Bulimie oder Binge Eating Disorder

Essstörungen wie Magersucht, Bulimie oder Binge Eating Disorder werden von der Psychologin Silke Hagena im Gespräch mit Theresa von Tiedemann erläutert.

Asklepios Kliniken

Autor: Jan Groh
Letzte Aktualisierung: 11. September 2014
Quellen: http://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll/028-011.htm www.bundesfachverbandessstoerungen.de/de/8/leitlinien_zur_behandlung_von_essstoerungen.html http://www.dgk.de/web/dgk_content/de/magersucht.htm http://www.anad-pathways.de/de/6/magersucht-anorexia-nervosa.html Ther Umsch. 2006 Aug;63(8):545-9. Ther Umsch. 2006 Aug;63(8):539-43

Gesundheit und Medizin
Leistenbruch

Was ein Leistenbruch bedeutet und wann er lebensgefährlich ist mehr...

Magenkrebs

Magenkrebs, auch Magenkarzinom genannt, entwickelt sich aus den Zellen der Magenschleimhaut mehr...

Einfach, schnell und kostenlos den richtigen Arzt finden und online Termine vereinbaren

Arzt finden
Newsletter-Leser wissen mehr

Mit dem kostenlosen Lifeline-Newsletter sind Sie immer auf dem aktuellen Stand

Hier bestellen...
Fragen Sie unser Gesundheitsteam

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Zum Seitenanfang