ALL bei Kindern

Leukämie: Studie zu Überlebenschancen nach Rückfall

An der Berliner Charité wird das bislang größte Forschungsvorhaben zur Entwicklung neuer Therapien gegen Leukämie bei Kindern koordiniert.

Die häufigste Krebserkrankung bei Kindern ist die sogenannte ALL - die akute lymphoblastische Leukämie. Sie ist eine Unterform des „weißen“ Blutkrebs, bei der Vorläufer-Zellen des menschlichen Immunabwehrsystems unkontrolliert wachsen, sich vermehren und andere „gesunde“ Zellen der Blutbildung und Abwehr verdrängen. Jährlich etwa 500 junge Patienten sind von der schweren Erkrankung betroffen.

Während die Überlebenschancen bei einer Ersterkrankung in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind, ist die Erkrankung bei einem erneuten Aufflammen weiterhin mit einer schlechten Prognose verbunden. Derzeit erleiden etwa 70 der 500 jungen Patienten nach initial erfolgreicher Therapie einen Rückfall. Das Problem: Die ALL ist zwar die häufigste Krebserkrankung bei Kindern, kommt jedoch dennoch selten vor. Weil die ALL so selten ist, sind auch umfassende Studien zu neuen Therapieansätzen besonders schwierig.

Vor diesem Hintergrund hat nun die Charité zusammen mit insgesamt 23 vorwiegend europäischen Partnern die weltweit größte Studie zur Erforschung von neuen Therapien bei ALL auf den Weg gebracht. Im Rahmen des Projekts IntReALL ( International study for treatment of childhood relapsed ALL) werden Rückfälle bei Patienten mit bereits behandelter ALL untersucht, um mehr über die Mechanismen der Erkrankung herauszufinden und neue Behandlungsansätze zu entwickeln.

Vom Zusammenschluss mehrerer Zentren im Rahmen der EU-weit angelegten Studie erhoffen sich die Forscher aussagekräftige Ergebnisse für die Entwicklung einer optimierten und international gültigen Standardtherapie. „Wir sind überzeugt, mit diesem Vorgehen auch bei Kindern mit Rezidiv (Rückfall) die Sterblichkeitsrate deutlich senken zu können“, sagt Studienkoordinator Dr. Arend von Stackelberg, der am Campus Virchow-Klinikum die pädiatrische Onkologie / Hämatologie leitet. Das auf fünf Jahre ausgelegte Projekt wird von der EU-Kommission mit rund sechs Millionen Euro gefördert.

Autor: Anna Stretz / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 20. Februar 2012
Quellen: Charité Universitätsmedizin vom 23.01.2012: Weltgrößte Studie zu häufigster Krebserkrankung bei Kindern

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