Bakterielle Lungenentzündung

Legionärskrankheit: Infektion durch Legionellen

Bei der Legionärskrankheit (Legionellose) handelt es sich um eine bakterielle Lungenentzündung, die durch eine Infektion mit Legionellen hervorgerufen wird. Diese Bakterien werden vor allem über fein zerstäubtes Wasser, etwa beim Duschen, übertragen.

Frau duscht
Legionellen können über fein zerstäubtes Wasser, zum Beispiel beim Duschen, durchs Einatmen übertragen werden. Eine Infektion kann die Legionärskrankheit hervorrufen.
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Legionellen leben in natürlichem Süßwasser, Klimaanlagen und Wasserleitungen leben. Sie halten sich im Inneren von Amöben oder anderen Einzellern auf, in denen sie einen geeigneten Lebensraum finden und sich gut vermehren können, am besten bei Temperaturen zwischen 30 und 45 Grad Celsius. In kaltem Wasser vermehren sie sich kaum und in auf über 60 Grad Celsius erhitztem Wasser sterben sie ab.

In der Lunge des Menschen vermehren sich die Legionellen ebenfalls in Zellen, nämlich den Monozyten, einer bestimmten Art der weißen Blutkörperchen.

Legionellen: Übertragung in der Duschkabine

Legionellen werden über fein zerstäubtes Wasser zum Beispiel beim Duschen, durch Klimaanlagen oder in Whirlpools durchs Einatmen über den Nasen-Rachen-Raum in das Bronchialsystem übertragen und lösen in den vielen Fällen eine Lungenentzündung aus. Denn etwa vier Prozent der außerhalb von deutschen Krankenhäusern erworbenen Lungenentzündungen wurden durch eine Legionellen-Infektion ausgelöst.

Auch Nutztiere können sich – wie der Mensch – über ihre Einatmung mit Legionellen infizieren.

Symptome der Legionärskrankheit ähneln Grippe

Bei der Legionärskrankheit treten nach einer Inkubationszeit von zwei bis zehn Tagen, das heißt der Zeit, die zwischen Infektion und Auftreten erster Krankheitsanzeichen vergeht, zunächst uncharakteristische, allgemeine Krankheitszeichen auf.

Nach einem weiteren Tag folgen:

  • Husten

  • Schmerzen im Brustraum: Typisch für eine Rippenfellentzündung sind starke bis stärkste Schmerzen beim Atmen in der Brust bis in die Achselgegend.

  • Schüttelfrost

  • oft sehr hohes Fieber (39 bis 41 Grad Celsius)

  • eine oberflächliche Atmung

  • gelegentlich Blutbeimengungen im Auswurf In manchen Fällen kommt es zu einem Pleuraerguss, das heißt durchdie Entzündung der Lunge kommt es auch zu einer Entzündung des Rippenfells und es bildet sich eine entzündliche Flüssigkeitsansammlung zwischen dem inneren, der Lunge anliegenden Teil des Brustfells (Pleura) und dem äußeren, den Rippen anliegenden Teil. Die Atmung kann erheblich beeinträchtigt sein. Dies kommt durch zwei Mechanismen zustande: einerseits durch die schwere Entzündungsreaktion der Lunge. Die Strecke, die der Sauerstoff von den Lungenbläschen bis zu den Blutgefässen durchqueren muss, ist erhöht. Andererseits kommt es durch die flüssigkeitsbedingte Verdrängung der Lunge zu einer Einschränkung der Lungenausdehnung beim Einatmen.

In manchen Fällen kommt es zu einem Pleuraerguss, das heißt durch die Lungenentzündung kommt es zu einer Entzündung des Rippenfells und es bildet sich eine entzündliche Flüssigkeitsansammlung zwischen dem inneren, der Lunge anliegenden Teil des Brustfells (Pleura) und dem äußeren, den Rippen anliegenden Teil. Die Atmung kann erheblich beeinträchtigt sein.

Dies kommt durch zwei Mechanismen zustande: einerseits durch die schwere Entzündungsreaktion der Lunge. Die Strecke, die der Sauerstoff von den Lungenbläschen bis zu den Blutgefässen durchqueren muss, ist erhöht. Andererseits kommt es durch die flüssigkeitsbedingte Verdrängung der Lunge zu einer Einschränkung der Lungenausdehnung beim Einatmen.

Die zehn gefährlichsten Infektionskrankheiten

Begleitende Symptome der Legionärskrankheit:

  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Durchfall sind nicht selten und zeigen an, dass auch andere Organe wie Magen, Darm oder Gehirn mitreagieren. Die Beteiligung des Gehirns zeigt sich in Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen.

Daneben gibt es eine leichtere Verlaufsform - das Pontiac-Fieber -, nach dem Ort des ersten Auftretens benannt, welches wesentlich milder mit Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und mäßigem Fieber, aber ohne Lungenentzündung abläuft. Die Patienten erholen sich in der Regel innerhalb von fünf Tagen vollständig und benötigen außer fiebersenkenden Maßnahmen (Medikamente oder Wadenwickel) keine Behandlung durch Antibiotika.

Dass es sich dabei um eine Legionellose handelt, wird häufig nicht diagnostiziert, da die Krankheitssymptome ähnlich wie bei einer Grippe (Influenza) erscheinen.

Einatmen von Legionellen ist Ursache der Legionärskrankheit

Die Übertragung von Legionellen erfolgt durch Einatmen der Keime, die sich, in Amöben lebend, in einem so genannten Biofilm in Verbindung mit Algen an Klimaanlagen, Luftbefeuchtern oder an Duschköpfen festsetzen können.

Bekannt ist aber auch eine Übertragung über Whirlpools. Gefahren können prinzipiell von Warmwasserversorgungen mit einer Dauertemperatur im Risikobereich (25 bis 45 Grad Celsius) ausgehen, da sich bei dieser Temperatur eventuell dort befindliche Erreger problemlos bis zu einer großen Keimzahl vermehren.

Mit dem Wasser gelangen die Legionellen in die Badezimmer, mit dem Wasserdampf in die Luft und schließlich in die Lunge. Die Erreger gelangen so über das zerstäubte Wasser (Aerosol) in die Lungenbläschen, vermehren sich dort in den Monozyten, einer Zellart der weißen Blutkörperchen, und lösen eine Entzündung aus, die auf kleinere Herde beschränkt bleiben kann, häufig aber auch die ganze Lunge erfasst, was zur Lungenentzündung führt.

Legionellen führen nicht immer zu einer Erkrankung

Erst die Aufnahme einer großen Zahl von Legionellen in den menschlichen Körper durch Einatmen bakterienhaltigen Wassers kann zur Erkrankung führen. Trinken von Wasser, in dem sich Legionellen befinden, stellt für Personen, deren Abwehrsystem intakt ist, keine Gesundheitsgefährdung dar, durch Verschlucken (Aspiration) von Flüssigkeit kann jedoch eine Übertragung der Keime in die Atemwege möglich sein und in ihrer Abwehr geschwächte Personen können auf diese Art an der Legionärskrankheit erkranken.

Die im Süßwasser (Flüssen und Bächen) vorhandenen Legionellen führen nicht zu einer Infektion, da sie dort normalerweise nur in geringen Keimkonzentrationen vorkommen.

Eine direkte Übertragung der Legionellen von einem Menschen auf den anderen ist nicht bekannt.

Diagnose der Legionärskrankheit: Infektion mit Legionellen entdecken

Wer denkt schon an die Legionärskrankheit, wenn er Symptome wie Husten, Fieber oder Brustschmerz hat? Falls Sie in einem Hotel, im Schwimmbad oder in einem Whirlpool aufgehalten haben, sollten Sie diese Ihrem behandelnden Arzt sagen.

Ein behandelnder Arzt fragt Sie zunächst, zu welchem Zeitpunkt welche Krankheitssymptome aufgetreten sind (Anamnese), und ob andere chronische Krankheiten bestehen. Besonders wichtig ist natürlich die Frage nach Aufenthalt in klimatisierten Räumen, Hotelzimmern, Schwimmbädern et cetera und die Frage nach dem Wohlergehen eventuell Mitreisender.

Dann wird er die Lunge (Auskultation) mithilfe des Stethoskops abhören. Hierbei kann der Arzt feine Rasselgeräusche an dem betroffenen Lungenteil als Ausdruck der Lungenentzündung hören. Außerdem verschafft er sich durch Abklopfen (Perkussion) der Lunge einen Eindruck über die Beschaffenheit des Gewebes, da der Schall gedämpft klingt, wenn ein entzündeter oder mit Wasser gefüllter Lungenteil abgeklopft wird. Natürlich wird auch die Körpertemperatur gemessen.

Laboruntersuchungen zur Legionärskrankheit

Blutgase

Der Sauerstoffgehalt und der Kohlendioxidgehalt des Blutes muss untersucht werden, um das Ausmaß der Lungenfunktionsstörung möglichst rasch festzustellen. Das dafür benötigte Blut kann entweder aus dem Ohrläppchen (kapilläre Bestimmung) oder aus der Leiste (arterielle Bestimmung) gewonnen werden. Den genaueren Wert liefert die arterielle Probe.

Auswurf (Sputum)

Um festzustellen, ob eine durch Bakterien hervorgerufene Erkrankung besteht, muss zunächst eine kleine Menge der betreffenden Körperflüssigkeit gewonnen werden, das heißt der Patient wird aufgefordert, durch Abhusten Auswurf (Sputum) abzugeben. Aus diesem Material lässt sich bei Verwendung von immunologischen Färbemethoden (direkte Immunfluoreszenz) unter dem Mikroskop der Erreger Legionella feststellen oder es wird eine Kultur der Bakterien angelegt, bei der einekleine Menge der vom Patienten gewonnenen Probe (Auswurf) auf einen speziellen, gallertartigen Nährboden gestrichen wird. In drei bis fünf Tagen lassen sich bei 37 Grad Celsius im Labor die Krankheitserreger anzüchten und es kann ermittelt werden, um welche Bakterien es sich handelt, also in diesem Fall Legionellen.

Mit einer Bakterienkultur kann gleichzeitig festgestellt werden, welches Antibiotikum gegen den Keim wirksam ist, indem das Antibiotikum auf die gewachsene Kultur aufgebracht wird (Antibiogramm). Je nachdem wie das Wachstum der Bakterien dadurch gestoppt werden kann, ist die Wirksamkeit des Antibiotikums einzustufen.

Urin

Auch der direkte Nachweis von Legionellen-Antigen im Urin (ELISA-Test)ist möglich. Die Antigenausscheidung setzt bereits nach 24 Stunden ein und bleibt für einige Wochen bestehen.

Vorgehen

Für diese Untersuchung muss der Patient nur eine Urinprobe (Mittelstrahlurin oder Sammelurin nicht nötig) abgeben. Diese Urinprobe wird im Labor mit einer speziellen Testsubstanz zum Antigennachweis untersucht. Leider lassen sich durch diese Methode aber noch nicht alle Gruppen der Legionellen nachweisen, sondern nur eine Gruppe (Serogruppe 1 von Legionella pneumophila), sodass bei fehlendem Nachweis die Legionärskrankheit nicht sicher ausgeschlossen ist.

Blutserum

Im Blutserum von Legionellosepatienten lassen sich erst nach einigen Wochenspezifische Antikörper gegen das Legionellen-Antigen nachweisen. Das Problem ist dabei, dass die Diagnosebestätigung von einer deutlichen Änderung des Titers im Verlauf abhängt. Es dauert also zum Beispiel 14 Tage, bis die Diagnose sicher ist.

Röntgenbild der Lunge

Im Röntgenbild finden sichZeichen der Lungenentzündung mit fleckiger Zeichnung mehr oder weniger großer Bereiche. Diese fleckige Verschattung der Lunge kann sowohl ein- als auchbeidseitig vorkommen.

Lungenspiegelung (Bronchoskopie)

Eine weitere Methode zur Gewinnung von Bronchialsekret, das zur bakteriologischen Untersuchung verwendet werden kann, ist die Bronchoskopie. Ein biegsames Spezial-Endoskop, das Bronchoskop,mit dem der Arzt ähnlich wie mit einer Kamera die Bronchien betrachten kann, wird in die Luftröhre eingeführt und dann bis in die Lunge vorgeschoben.

Dies geschieht bei örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) und ist für den Patienten etwas unangenehm, aber nichtschmerzhaft. Während der Bronchoskopie können einzelne Abschnitte der Bronchien gespült und die Spülflüssigkeit anschließend abgesaugt werden (Bronchiallavage). Dieses Spülmaterial kann dann bakteriologisch untersucht und die Erreger eindeutig nachgewiesen werden.

Mögliche Komplikationen einer Bronchoskopie

  • Bronchospasmus: eine unwillkürliche Verengung der Bronchien
  • Hypoxämie: zu niedriger Sauerstoffgehalt im Blut
  • Verletzung der Bronchien mit Durchbohrung der Bronchialwand
  • Pneumothorax: Kollaps eines oder beider Lungenflügel Gewinnung von Sekret aus dem Brustfell (Pleurapunktion)

Zur Klärung der Diagnose kann möglicherweise auch eine Pleurapunktion notwendig werden, wenn sich ein entzündliches Sekretim Pleuraspalt gebildet hat, das heißt zwischen innerem und äußerem Blatt des Brustfells.

Der Patient nimmt dazu eine sitzende Haltung ein, wobeier sich nach vorn durch ein Kissen oder eine Lehne abstützen soll. Möglichstunter Ultraschallkontrolle wird eine Einstichstelle im hinteren, seitlichen, unteren Brustkorbbereich markiert. Nach Desinfektion und örtlicher Betäubung dieses Bereichs sticht der internistisch ausgebildete Arzteine Kanüle zwischen zwei Rippen durch die Haut und die Muskulatur in die Pleurahöhle ein. Durch eine aufgesetzte Spritze kann etwas Pleuraflüssigkeit abgesaugt und zur weiteren Untersuchung in ein Labor gebracht werden. Da dies unter lokaler Betäubung geschieht, ist das Vorgehen für den Patienten eher unangenehm als schmerzhaft und dauert mit den Vorbereitungen etwa 20 bis 30 Minuten.

Mögliche Komplikationen einer Pleurapunktion

  • Schmerzen an der Einstichstelle

  • Husten beim Reizen des Lungengewebes durch die Punktionsnadel

  • Blutergüsse in der Haut oder Muskulatur durch das Einstechen der Punktionsnadel

  • Blutungen in den Pleuraspalt (Hämatothorax)

  • Eindringen von Luft in den Pleuraspalt (Pneumothorax)

  • Verletzung von Nerven: Dies kann zu einem späteren Taubheitsgefühl in diesem Bereich führen. Ein bis zwei Stunden nach der Pleurapunktion wird zur Kontrolle eine Röntgenaufnahme durchgeführt, die dazu dient, festzustellen, ob durch die Punktion Luft in den Pleuraspalt (Pneumothorax) eindringen konnte, was bei größeren Luftmengen dann mit einer Drainage behandelt werden kann.

Ein bis zwei Stunden nach der Pleurapunktion wird zur Kontrolle eine Röntgenaufnahme durchgeführt, die dazu dient, festzustellen, ob durch die Punktion Luft in den Pleuraspalt (Pneumothorax) eindringen konnte, was bei größeren Luftmengen dann mit einer Drainage behandelt werden kann.

Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie)

In der Nachsorge, wenn die Lungenentzündung schon abgeheilt ist, kann mit der Lungenfunktionsprüfung festgestellt werden, ob eventuell eine Minderung der Lungenfunktion zurückgeblieben ist.

Bei dieser Untersuchung werden mit dem Spirometer Lungenvolumina gemessen und grafisch im Spirogramm aufgezeichnet. Der Patient atmet mittels Mundstück in einen Schlauch, der mit dem Spirometergerät verbunden ist. Es besteht aus einer zylindrischen Glocke, die in einen Wasserbehälter eintaucht und durch ein Gegengewicht ausgeglichen wird. Atmet der Patient ein beziehungsweise aus, kommt es zu Volumenänderungen, die zu entsprechenden Glockenbewegungen führen und aufgezeichnet werden.

Die wichtigsten Untersuchungen beim Arzt

Dabei kann ermittelt werden, ob es infolge der durchgemachten Lungenentzündung zu einem bindegewebig-narbigen Umbau des Lungengewebes gekommen ist und die Lunge dadurch nur noch vermindert dehnbar ist.

In schweren Fällen führt Infektion mit Legionellen ins Krankenhaus

Die Legionärskrankheit wird je nach Schweregrad unterschiedlich behandelt. Bei leichtem Verlauf kann der Patient mit fiebersenkenden Mitteln unter hausärztlicher Kontrolle zu Hause behandelt werden. Bei schwereren Verläufen der Legionärskrankheit kann ein Antibiotikum und eventuell eine Krankenhauseinweisung notwendig werden.

Bei einfachem Verlauf (so genanntes Pontiac Fieber) kann der Patient zu Hause behandelt werden. Fiebersenkende Maßnahmen wie Wadenwickel oder Medikamente (zum Beispiel Paracetamol oder Acetylsalicylsäure) sind in der Regel ausreichend. Zur Minderung des Hustenreizes und zum Lösen des Bronchialsekrets sollten abends hustenreizstillende und tagsüber schleimlösende Medikamente eingesetzt werden. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr muss wegen des Fiebers geachtet werden.

Bessert sich das Befinden in ein bis zwei Wochen nicht oder wird der Patient zunehmend kränker, wird selbst wenn ein Erregernachweis nicht vorliegt, mit der antibiotischen Therapie begonnen. Verwendet wird ein Antibiotikum, das gegen möglichst viele Bakterien wirksam ist (Breitbandantibiotikum).

Steht durch die Untersuchungsergebnisse der Erreger Legionella fest, wird ein Antibiotikum der Makrolid-Klasse (Klarithromycin, Azithromycin oder Roxithromycin)verordnet, dass bei Legionellosen als Mittel der Wahl gilt. In schweren Fällen kann Rifampicin zusätzlich gegeben werden.

Penicillin ist nicht wirksam gegen Legionellen

Die Dauer der antibiotischen Therapie sollte je nach Schweregrad zwei bis drei Wochen betragen.

Bei Patienten, deren Abwehrsystem durch Medikamentengabe künstlich unterdrückt wird, zum Beispiel nach Transplantationen, kommen ebenfalls Antibiotika aus der Gruppe der Makrolidantibiotika (Azithromycin, Clarithromycin) zum Einsatz.

Bei stark beeinträchtigtem Allgemeinzustand des Patienten wird der Hausarzt bei Verdacht auf eine Lungenentzündung in ein Krankenhaus einweisen. Dort werden weitere Untersuchungen zum Erregernachweis und intensivere Therapiemaßnahmen vorgenommen. Beispielsweise kann dann das Makrolidantibiotikum Erythromycin als Infusion gegeben werden.

Welche zusätzliche Therapie ist eventuell erforderlich?

Sauerstoffgabe

Wenn der Sauerstoffgehalt des Blutes zu stark abgesunken ist, was durch eine Blutentnahme aus dem Kapillarblut (Ohrläppchen oder Finger) festgestellt werden kann, muss zusätzlich Sauerstoff direkt über eine Sonde oder Maske verabreicht werden.

Abpunktieren von Flüssigkeit aus dem Brustfell (Pleurapunktion)

Ist ein ausgeprägter Pleuraerguss feststellbar, der die Atmung beeinträchtigt, wird der behandelnde Arzt als Entlastung eventuell eine Pleurapunktion vornehmen. Bei der Pleurapunktion punktiert der Arzt die Pleurahöhle. Der Begriff "Punktion" bedeutet "Einstich".

Bei der Pleurapunktion wird beim sitzenden Patienten unterörtlicher Betäubung eine Nadel durch Haut, Fett und Muskulatur bis zum Pleuraspalt vorgeschoben, was unter Ultraschallkontrolle erfolgen kann, und die Flüssigkeit abgelassen. Zur Kontrolle wird ein bis zwei Stunden danach eine Röntgenuntersuchung durchgeführt, um auszuschließen, dass eine größere Menge Luft in den Pleuraspalt eingedrungen ist (Pneumothorax).

Legionärskrankheit vorbeugen: So schützen Sie sich vor Legionellen

Um der Legionärskrankheit vorzubeugen, die besonders bei bestehender Abwehrschwäche einen schweren Verlauf hat, sollten Personen, deren Abwehr vermindert ist, Whirlpools oder ähnliche Einrichtungen meiden. Eine spezielle Impfung gegen Legionellen gibt es nicht.

Schutzmaßnahmen von Warmwasseranlagen

Die Vorbeugung muss vor allem bei Warmwassersystemen von Hotels, Schwimmbädern, Krankenhäusern und Altersheimen einsetzen, indem die Keimzahl der Legionellen niedrig gehalten wird. Dafür gibt es verschiedene Verfahren:

  • Hitze-Entkeimung: Das gesamte Wasserleitungssystem wird regelmäßig, alle zwei bis drei Wochen, mehr als 30 Minuten lang mit über 70 Grad Celsius: Vorbeugen warmem Wasser durchgespült. Das gesamte System kann auf diese Weise von den Legionellen befreit werden, da diese bei einer Temperatur von über 60 Grad Celsius absterben.

  • Kupfer-Silber-Ionisierung: Das Wasser wird in so geringen Mengen mit Kupfer- und Silberionen versetzt, dass die Konzentration zwar für die Legionellen, nicht aber für den Menschen schädlich ist.

  • UV-Strahlen: Sie schädigen das Erbgut der Legionellen. Für denMenschen stellt diese UV-Bestrahlung des Wassers indes keine Gefahr dar. Das Verfahren ist aufwendig und erfordert eine regelmäßige Wartung. Es ist daher nur für kleinere Leitsysteme sinnvoll.

  • Hyperchlorierung: Auch dies ist eine Methode, um die gefährlichen Bakterien zuverlässig loszuwerden. Da jedoch Legionellen relativ unempfindlich auf Chlor reagieren, muss das Chlor hoch dosiert sein. Dies führt zu einer starken Korrosion an den Rohren, die durch den hohen Chlorgehalt stark angegriffen werden und rosten. Infolgedessen müssen diese Rohrleitungen häufig ausgetauscht werden. Am sinnvollsten ist ein kombinierter Einsatz verschiedener Verfahren, um eine Infektionsquelle sicher auszuschließen.

Am sinnvollsten ist ein kombinierter Einsatz verschiedener Verfahren, um eine Infektionsquelle sicher auszuschließen.

Da auch Infektionen durch Mundspülanlagen beim Zahnarzt vorgekommen sind, ist dort besonders auf die regelmäßige Entkeimung zu achten. Bei den im Haushalt verwendeten Geräten, die ein wässriges Aerosol erzeugen wie etwa  Luftbefeuchter, Mundduschen oder auch Inhalatoren müssen die Geräte regelmäßig gründlich gereinigt werden. Das Wasser sollte nicht stehen bleiben, sondern entsprechend gewechselt werden. Bei Nichtbenutzung müssen die Geräte trocken bleiben.

Bei Ausbruch der Legionärskrankheit ist es wichtig, den Infektionsweg möglichst schnell festzustellen, um weitere Infektionen zu verhindern.

Meldepflicht für die Legionärskrankheit

Seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes am 1. Januar 2001 besteht in der Bundesrepublik Meldepflicht für Legionellen.

Das untersuchende Labor meldet dem zuständigen Gesundheitsamt, wenn Legionellen in einer Untersuchungsprobe nachgewiesen wurden. Es werden dann an den möglichen Infektionsquellen mikrobiologische Untersuchungen vorgenommen.

Gemäß DIN 19643 besteht in Badebecken mit einer Temperatur höher als 23 Grad Celsius folgender Grenzwert für den Erreger Legionella Pneumophila: Der Keim darf in einem Milliliter nicht enthalten sein, beziehungsweise in einem Liter muss die Keimzahl kleiner als 1.000 sein.

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Letzte Aktualisierung: 04. Februar 2017

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