GIST

(Gastrointestinale Stromatumoren)

Gewebeentnahme-vor-OP-ist-Standard-skd239224sdc.jpg
Ein Fall für den Chirurgen: Standardbehandlung im Frühstadium der GIST ist die vollständige Entfernung der Tumoren.
(c) Stockbyte

GIST: Grundlagen

GIST (Gastrointestinale Stromatumoren) haben ihren Ausgangspunkt haben sie im so genannten Mesenchym, einem während der Embryonalzeit ausgebildeten Füll- und Stützgewebe, aus dem sich verschiedene Gewebe entwickeln, etwa Muskel-, Knochen-, Knorpel- und Bindegewebe. Mehr als zwei Drittel der Tumoren entstehen im Magen, knapp ein Drittel im Dünndarm. Sehr selten treten GIST im Enddarm oder in der Speiseröhre auf. Wie andere Krebsarten auch neigen GIST dazu, sich in andere Organe auszubreiten und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) zu bilden. Besonders oft betroffen sind die Leber und der Bauchraum (Peritoneum), seltener die Lunge und die Knochen.

Häufigkeit der GIST

GIST sind sehr seltene Tumoren. In Europa wird ihre Häufigkeit auf 15 Neuerkrankungen pro eine Million Einwohner und Jahr geschätzt, in Deutschland sind es etwa 1.200 Menschen pro Jahr. Allerdings fallen hierunter nur die Fälle klinisch sichtbarer Tumoren. Experten gehen von einer höheren Dunkelziffer von Tumoren aus, bei denen winzigste, keine Symptome verursachende Genveränderungen in den Zellen vorliegen. Unterschiede zwischen den Geschlechtern hinsichtlich der Tumorhäufigkeit sind nicht bekannt. Bei Kindern kommen GIST äußerst selten vor.

Tumorstadien

Wichtige Kriterien für die Einteilung des Tumorstadiums bei gastrointestinale Stromatumoren (GIST) sind die Größe des Tumors und seine Vermehrungsaktivität. Letztere ist als Mitosezahl pro 50 Gesichtsfelder, sogenannten HPF (high power fields), definiert und wird nach der Entnahme einer Gewebeprobe aus dem Tumor von einem Pathologen mikroskopisch ausgezählt. Sowohl die Tumorgröße als auch seine Vermehrungsaktivität beeinflussen entscheidend das Risiko für ein aggressives Verhalten des Tumors und einen Krankheitsrückfall nach der Therapie.

GIST-Klassifikation von Fletcher

 

Maximaler Tumordurchmesser

Mitosezahl

Sehr niedrig

<2 cm

<5/50 HPF

Niedrig

2-5 cm

<5/50 HPF

Mittel

<5 cm
5-10 cm

6-10/50 HPF
<5/50 HPF

Hoch

>5 cm
>10 cm
Jede Größe

>5/50 HPF
Jede Mitosezahl
>10/50 HPF

 

Daneben hat auch der Ort des Tumors Einfluss auf den Krankheitsverlauf. So haben beispielsweise GIST, die den Magen betreffen, oft eine bessere Prognose als GIST im Dünn- oder Enddarm.

 

Autor: Kathrin Sommer
Veröffentlicht am: 27. September 2011
Letzte Aktualisierung: 23. November 2011
Quellen: Casali, P. G. & Blay, J.-Y.: Gastrointestinal stromal tumours: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. In: Annals of Oncology 21(Supplement 5), (2010), v98-v102; Schildhaus, H.-U. et al.: Pathologie und Molekularbiologie gastrointestinaler Stomatumoren (GIST). In: Der Radiologe 49(12), (2009), S. 1104-1108; Verreet, P. R. et al.: Prinzipien des chirurgischen Vorgehens beim Stromatumor. In: Der Chirurg 71, (2000), S. 1335-1344; Wardelmann, E. et al.: Gastrointestinale Stromatumoren des Magens. Neues und Besonderes im Vergleich zu anderen Lokalisationen. In: Der Pathologe 31(3), (2010), S. 195-198; DeMatteo, R. P.: Adjuvant imatinib mesylate after resection of localised, primary gastrointestinal stromal tumour: a randomised, double-blind, placebo-controlled trial. In: The Lancet 373(9669), (2009), S. 1097-1104; Deutsche Krebsgesellschaft e.V.: http://www.krebsgesellschaft.de/pat_ka_gist,108026.html (Stand: 12.11.2010)

Gesundheit und Medizin

Salmonellose

Salmonellose

Die Salmonellose ist eine durch Bakterien hervorgerufene Infektion der Darmschleimhaut (Enteritis).... mehr...

Thrombose

Thrombose

Thrombosen zählen weltweit zu den häufigsten Komplikationen eines Krankenhausaufenthalts, der mit... mehr...

Lifeline: Die neuesten Nachrichten
Fragen Sie unsere Ärzte

Fragen Sie unsere Ärzte

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere über 50 Fachärzte und Gesundheitsexperten beantworten Ihre Medizin-Fragen.

mehr lesen...

Zum Seitenanfang