Insektenstiche

Insektenstiche sind meist schmerzhaft, zuweilen auch richtig gefährlich. Am besten ist natürlich, sich nicht beißen zu lassen. Lesen Sie hier was zu tun ist, wenn Sie doch gestochen wurden.

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Der Stich einer Wespe oder anderer Insekten ist meist harmlos, für Allergiker kann er jedoch lebensgefährlich sein.
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Insektenstiche sind kleine Verletzungen, die durch Stachel oder Bisse verschiedener Insekten hervorgerufen werden. Dabei gelangen Reizstoffe oder Gifte in die Wunde, gelegentlich auch Erreger. Insektenstiche sind in der Regel harmlos. Beim Stich übertragene Erreger können jedoch ernsthafte Erkrankungen auslösen. Bislang kommt das in den europäischen Ländern selten vor.

Insektenstiche: Symptome

Je nach Art der Insektenstiche treten verschiedene Reaktionen auf. Sie reichen von einer einfachen Rötung und Schwellung, über starken Juckreiz oder Schmerzen, bis hin zu schweren allergischen Reaktionen.

Mückenstiche

Zu den vergleichsweise harmlosen Insektenstichen gehört der Mückenstich. Der eigentliche Stich ist schmerzfrei. Nach Mückenstichen kommt es zu leichten Hautrötungen und -schwellungen. Die Einstichstelle juckt häufig noch mehrere Tage. Nur in sehr seltenen Fällen treten allergische Reaktionen auf Mückenstiche auf.

Wespenstiche und Bienenstiche

Auch Wespen- oder Bienenstiche sind wie die meisten Insektenstiche relativ harmlos. Die Einstichstelle schmerzt zunächst, gleichzeitig kommt es zu Rötungen oder Schwellungen, eventuell auch zu Juckreiz. Die Schwere der Reaktion ist abhängig von der Einstichstelle und der persönlichen Konstitution. Bei einer Allergie gegen Insektengifte können die Stiche einen schweren Verlauf nehmen.

Zeckenbisse

Zu den bekanntesten durch einen Zeckenbiss übertragbaren Krankheiten gehören die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Diese Erkrankungen verlaufen in mehreren Stadien. Erste Anzeichen sind unverhältnismäßig große, sich ausbreitende Hautrötungen an der Stichstelle und grippeähnliche Symptome.

Insektenstiche: Ursachen

Insektenstiche können verschiedene Reaktionen hervorrufen. Bei Mückenstichen treten Beschwerden an der Einstichstelle auf. Diese werden durch ein gerinnungshemmendes Gift verursacht, das die Mücke in das Blut abgibt. Dadurch wird die Fließeigenschaft des Bluts sichergestellt.

Beim Wespen- und Bienenstich wird Gift in die Stichstelle injiziert. Dieses Gift verursacht Schmerzen und Rötungen in der betroffenen Hautregion.

Während des Zeckenbisses gelangt nicht nur Blut aus dem Körper heraus, sondern auch Speichel der Zecke in den Körper hinein. Wie beim Mückenstich stellen verschiedene Stoffe im Speichel die Fließfähigkeit des Bluts sicher. Außerdem wird die Stichstelle leicht betäubt. Dadurch können Krankheiten übertragen werden, die für den Menschen gefährlich sind.

Insektenstiche: Diagnose

Eine genaue Diagnose des Insektenstiches erfolgt in der Regel nicht, weil eine Schwellung gleichermaßen behandelt wird, unabhängig von der Art des Insekts. Bienen- und Wespenstiche erkennt der Patient meist selbst, da sie sehr schmerzhaft sind, während bei Zeckenbissen der Körper des Tieres tagelang an der entsprechenden Stelle verbleibt und so identifiziert werden kann.

Insektenstiche: Therapie

Die Behandlung von Insektenstichen ist immer abhängig von der Art des Stichs und der individuellen Reaktion.

Mückenstiche

In der Regel ist zur Linderung der typischen Mückenstich-Beschwerden eine Kühlung der Einstichstelle sinnvoll und ausreichend. Bei Juckreiz empfehlen sich spezielle Salben oder Gels, die den Juckreiz lindern und die Stichstelle schneller abheilen lassen.

Wespen- und Bienenstiche

Wie beim Mückenstich ist auch beim Wespen- oder Bienenstich die Kühlung der Stichstelle empfehlenswert. Sollte sich der Stachel noch in der Haut befinden, ist es ratsam, ihn so bald wie möglich mit einer Pinzette vorsichtig aus der Haut zu ziehen. Anschließend wird die Stichstelle desinfiziert. Treten Symptome einer allergischen Reaktion auf, ist es notwendig, umgehend einen Arzt aufzusuchen oder den Notarzt zu rufen.

Zeckenbisse

Bei einem Zeckenbiss ist es empfehlenswert, die Zecke umgehend mit einer speziellen Zeckenzange oder einer spitzen Pinzette zu entfernen. Dabei wird die Zecke möglichst nah an der Haut gefasst und aus der Haut gezogen. Verbleiben trotzdem noch Teile der Zecke in der Haut, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Nach Entfernung helfen Desinfektionslösungen, einer Entzündung der Wundstelle vorzubeugen. Ergeben sich in den Tagen danach Rötungen und Schwellungen, ist eine ärztliche Untersuchung sinnvoll.

Erste Hilfe bei Insektenstichen im Mund oder Rachen

Wenn Bienen oder Wespen in den Mundraum, Zunge, Gaumen oder Rachen stechen, ergeben sich Komplikationen, die mitunter lebensbedrohlich sein können. Durch die Schwellung treten Atemstörungen auf, die im schlimmsten Fall zur Erstickung führen können. Deshalb ist es wichtig, nach einem solchen Stich umgehend einen Notarzt zu rufen. Zumindest im Mundraum lässt sich das starke Anschwellen eindämmen. Eiswürfel oder Speiseeis sowie kalte Getränke wirken direkt am Stich. Kühlakkus, Eisbeutel oder andere kalte Gegenstände wie nasse Lappen wirken zusätzlich von außen. Kommt es trotz der Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem Insektenstich zum Atemstillstand, muss Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung angewendet werden, bis der Notarzt vor Ort ist.

Insektenstiche: Verlauf

Insektenstiche verlaufen in der Regel unkompliziert. Juckreiz und Schwellung klingen nach wenigen Tagen wieder ab.

Insektengiftallergie

Besteht eine Insektengiftallergie, können Insektenstiche sogar lebensgefährlich werden. An der Stichstelle zeigt sich dann eine lang anhaltende, massive Rötung mit einem Durchmesser von über zehn Zentimetern. Die Rötung kann sich über große Hautflächen ausbreiten und Symptome einer Nesselsucht zeigen. Je nach Schwere der Insektengiftallergie treten Übelkeit und Erbrechen sowie Kopf- und Gliederschmerzen auf. Atemnot und Herz-Kreislauf-Beschwerden sind gesteigerte Symptome. Im schlimmsten Fall kann es zum allergischen Schock kommen.

Bei einer allergischen Reaktion auf Insektenstiche sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, um schwere Verläufe zu vermeiden.

Malaria

In vielen asiatischen und afrikanischen Ländern überträgt die Anopheles-Mücke die Infektionskrankheit . Die Malaria-Erreger werden beim Insektenstich in das menschliche Blut abgegeben. Nach etwa drei bis vier Tagen kommt es zu heftigem Fieber, Übelkeit und Erbrechen sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Unbehandelt kann Malaria lebensgefährlich werden, deshalb ist es ratsam, bei diesen plötzlichen Symptomen einen Arzt aufzusuchen.

Insektenstiche: Vorbeugen

Abwehrprodukte wie Sprays zum Schutz vor Zecken und Mücken oder ein elektronischer Mückenschutz sind sehr effektiv. Darüber hinaus kann man weitere Maßnahmen ergreifen, um sich vor Insektenstichen zu schützen.

Mückenstiche

Die beste Vorbeugung gegen Mückenstiche ist bedeckte Haut. Vor allem in den Abendstunden oder in der Nähe von feuchten Gras- oder Sumpflandschaften ist lange Bekleidung sinnvoll. Da Mücken von Schweißgeruch angezogen werden, ist es ratsam, insbesondere an heißen Tagen häufiger zu duschen. Parfums und duftende Cremes ziehen Mücken ebenfalls an, deshalb ist es empfehlenswert, auf sie zu verzichten. Vor allem in Ländern, in denen Malaria verstärkt auftritt, empfiehlt sich vor Reiseantritt eine medikamentöse Malariaprophylaxe. Diese schützt zwar nicht vor Mückenstichen, aber vor Malaria.

Wespen- und Bienenstiche

Wie bei allen Insektenstichen ist auch bei Wespen- und Bienenstichen lange Kleidung die beste Vorbeugung. Beim Barfußlaufen ist es sinnvoll, genau auf den Weg zu achten und Rasenflächen zu meiden. Es ist außerdem empfehlenswert, Getränke und Speisen nicht unbeaufsichtigt zu lassen, und Getränkeflaschen nach Möglichkeit zu verschließen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass eine Biene oder Wespe unbemerkt verschluckt wird, was zu gefährlichen Stichen im Mund- und Rachenraum führen kann.

Zeckenbisse

Vom Frühjahr bis zum Spätherbst ist die Gefahr von Zeckenbissen besonders hoch. Zecken sitzen bevorzugt in höheren Gräsern, aber auch im Wald und in Parks, in der Nähe von Sträuchern oder am Wegrand. Sie lassen sich von Menschen und Tieren abstreifen. Zur Vorbeugung ist es sinnvoll, bei Aufenthalten in der Natur lange Kleidung sowie geschlossene Schuhe zu tragen. Wird die Haut hinterher sorgfältig abgesucht, beugt man ebenfalls vor, denn Zecken beißen nicht sofort zu, sondern suchen zunächst einige Zeit lang den idealen Ort. In dieser Zeit lassen sie sich noch problemlos entfernen. Eine Impfung gegen FSME empfiehlt sich vor allem, wenn man in einem der Risikogebiete lebt oder einen Urlaub in einem Risikogebiet plant.

Autor: Karin Wunder / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 09. Oktober 2014
Quellen: Lexikon-Institut Bertelsmann (Hrsg.): Bertelsmann Lexikothek Gesundheit. Wissen Media Verlag, Gütersloh 2007 Online-Informationen des Robert Koch Institut: www.rki.de (Stand: April 2008) Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2007

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