Übermäßige Behaarung

Hirsutismus: Ursachen, Symptome und Therapie

Hirsutismus wird die übermäßige Körperbehaarung und vermehrte Talgproduktion durch die verstärkte Bildung von männlicher Sexualhormone (Androgene) genannt. Warum manchen Menschen übermäßig viele Körperhaare wachsen und welche Therapien es gegen Hirsutismus gibt

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Bei übermäßigem Haarwuchs wird oft die zyklische Einnahme bestimmter Anti-Baby-Pillen empfohlen.
Getty Images/iStockphoto

Androgene werden bei der Frau in der Nebennierenrinde und in den Eierstöcken gebildet. Neben den genannten Störungen spielen sie auch eine Rolle bei Zyklusstörungen und können Ursache von Sterilität sein.

Symptome des Hirsutismus

Typisches Merkmal des Hirsutismus ist das männliche Behaarungsmuster bei Frauen, besonders die Gesichts- und Schambehaarung betreffend , aber auch an den Brüsten, Schultern, Brustbein. Davon abzugrenzen sind Behaarungen, die nicht typische männliche Behaarungsmuster sind, wie an den Unterschenkeln oder Unterarmen. Solche vermehrte Behaarungen werden Hypertrichose genannt.

Je nach Ausprägung unterscheidet man verschiedene Grade des Hirsutismus. Im Vordergrund steht die hormonbedingte Ausbildung eines männlichen Behaarungstyps bei der Frau:

  • Oberlippe, Brust, zipfelige Schambehaarung bis zum Nabel (Grad eins),
  • Kinn, Backenbart, Innenseiten der Oberschenkel (Grad zwei) sowie
  • Handrücken, Gesäß, Schulter, Brustbein (Grad drei).

Es kann auch zum Ausfall der Kopfhaare bis hin zur Glatzenbildung (Alopezie) führen. Nicht selten ist diese Störung vergesellschaftet mit Akne, der Bildung von Pusteln und Papeln, besonders im Gesicht und am Rücken, und Seborrhoe, einer verstärkten Absonderung der Hauttalgdrüsen, vor allem im Kopfbereich. Schließlich kann es auch zu allgemeinen Vermännlichungserscheinungen kommen (Virilisierung): Vermehrung der Muskulatur, Vergrößerung der Klitoris, Tieferwerden der Stimmen.

Ursachen: Warum entsteht Hirsutismus bei der Frau?

Beim Hirsutismus können in den Eierstöcken oder in der Nebennierenrinde vermehrt Androgenen produziert werden – selten liegt ein hormonproduzierender Tumor vor – oder es wird zu wenig Transporteiweiß hergestellt. Auch dadurch ist mehr freies Androgen im Blut vorhanden.

Außerdem kann auch eine vererbte Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber Androgenen eine Rolle spielen (hereditäre Form), die auch schwieriger zu behandeln ist.

Die Diagnose bei Verdacht auf Hirsutismus

Zur Diagnose des Hirsutismus ist der Nachweis zu erbringen, ob tatsächlich eine Vermehrung des Androgenanteils, also eine endokrine Form des Hirsutismus, vorliegt.

Dazu sind bestimmte Hormonuntersuchungen notwendig, am wichtigsten: freies Testosteron und DHEAS zur Androgendiagnostik, LH / FSH-Verhältis zum Ausschluss von PCO-Syndroms, Östradiol zur Bestimmung der ovariellen Aktivität und TSH zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion.

Daneben ist eine gynäkologische und allgemeinkörperliche Untersuchung erforderlich. Oft wird auf diese aufwändige Diagnostik verzichtet und bei Frauen ohne Kinderwunsch aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes eine Therapie begonnen.

Therapie: So wird Hirsutismus behandelt

Zur hormonellen Therapie des endokrinen Hirsutismus (übermässiger Haarwuchs) eignen sich Antiandrogen-Präparate, etwa Cyproteronacetat und Östradiol-Valerat in der zweiten Zyklushälfte. Bei vorhandenem Verhütungswunsch wird zusätzlich die zyklische Einnahme von bestimmten Anti-Babypillen empfohlen. Andere Kontrazeptiva sind bis zu einem gewissen Grad auch wirksam, weil ihr Estrogenanteil indirekt (über sexualhormonbindendes Globulin) freies Testosteron zu binden vermag, besonders bei Akne und Seborrhoe. Als topische Therapie kommen entsprechende Salben in Betracht. Die Behandlung soll mindestens ein Jahr dauern. Erst dann ist eine Beurteilung des Behandlungserfolges möglich.

Beim genetisch bedingten Hirsutismus kann diese Therapie auch versucht werden. Bleibt der gewünschte Effekt aus, helfen Rasur, Bleichen der Haare, Enthaarungscreme oder die mechanische Haarentfernung (Epilation). Gute Erfolge sind durch Elektroepilation und Lasertherapie erzielt worden. Dabei wird die Haarwurzel zerstört. Allerdings eignet sich diese Methode nicht für größere Flächen (Zeitfaktor).

Verlauf: Hirsutismus wird nur symptomatisch behandelt

Ist der übermäßige Haarwuchs nicht genetisch bedingt, lässt er sich in der Regel gut behandeln. Dabei sind lange Verlaufsformen allerdings nicht selten. Bei genetischen Formen hilft häufig nur eine symptomatische Therapie.

Lässt sich übermäßiger Behaarung vorbeugen?

Dem Hirsutismus vorzubeugen, ist nicht möglich. Lediglich der Verzicht auf Anabolika senkt das Risiko.

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Letzte Aktualisierung: 15. September 2016

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