Hauterkrankungen

Hautkrebs, heller

Hautkrebs, heller
Bei hellem Hautkrebs ist, wenn möglich, die operative Entfernung des Tumors Therapie erster Wahl.
(c) Hemera Technologies

Heller Hautkrebs (nicht-melanozytärer Hautkrebs) ist die häufigste Krebsart überhaupt. Die Gefahr des Übergriffs auf andere Organe ist beim hellen Hautkrebs deutlich geringer als bei einem Melanom.

Unter dem Begriff heller Hautkrebs (nicht-melanozytärer Hautkrebs, auch: Nicht-Melanom-Hautkrebs) werden das Basalzellkarzinom (auch: Basaliom oder Basalzellepitheliom) und das Plattenepithelkarzinom der Haut (auch: Spinaliom, Stachelzellkarzinom; griech. karkinos = Krebs) zusammengefasst. In Abgrenzung zum schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom, wurden sie früher auch als heller Hautkrebs bezeichnet. Anders als schwarzer Hautkrebs hat nicht-melanozytärer Hautkrebs nur eine geringe Neigung, sich ausgehend von der Haut in andere Organe auszubreiten und Tochtergeschwülste (Metastasen) zu bilden.

Heller Hautkrebs (nicht-melanozytärer Hautkrebs) ist die häufigste Krebsart überhaupt. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge treten pro Jahr weltweit zwei bis drei Millionen neue Fälle auf, Tendenz steigend. Genaue Zahlen zur Erkrankungshäufigkeit gibt es allerdings nicht, da nicht-melanozytärer Hautkrebs von den meisten Krebsdatenbanken nicht erfasst wird. Studien in Australien, Kanada und den USA ergaben jedoch, dass die Häufigkeit von nicht-melanozytärem Hautkrebs allein zwischen den 1960er und 1980er Jahren um mehr als das Doppelte angestiegen ist.

Auch in Deutschland werden die Fälle von nicht-melanozytärem Hautkrebs nicht flächendeckend registriert. Aus epidemiologischen Studien ist bekannt, dass hierzulande jedes Jahr rund 120 von 100.000 Einwohnern an einem nicht-melanozytären Hauttumor erkranken. Der mit Abstand größte Anteil daran entfällt auf das Basalzellkarzinom.

Basalzellkarzinom

Das Basalzellkarzinom, auch Basaliom oder Basalzellepitheliom genannt, ist der häufigste helle Hautkrebs (nicht-melanozytärer Hautkrebs). Es geht von der obersten Hautschicht, der Epidermis, aus, kann sich jedoch in darunter liegende Schichten ausbreiten und zu schweren Gewebeschäden führen. Seine Tendenz, Tochtergeschwülste in anderen Organen zu bilden, ist dagegen gering. Etwa 100 von 100.000 Einwohnern erkranken in Deutschland jedes Jahr an einem Basalzellkarzinom. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Das Durchschnittsalter liegt bei 60 Jahren, wobei in den letzten Jahren ein Trend zu einem jüngeren Erkrankungsalter zu beobachten ist. In etwa acht von zehn Fällen tritt das Basalzellkarzinom im Kopf-Halsbereich auf.

Plattenepithelkarzinom

Auch das Plattenepithelkarzinom der Haut nimmt seinen Ausgang in der obersten Hautschicht, der Epidermis, kann aber zerstörend in die darunter liegende Hautschicht, die Dermis, einwachsen. Es hat eine etwas größere Ausbreitungstendenz als das Basalzellkarzinom – in schätzungsweise fünf Prozent der Fälle entstehen Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in anderen Organen. Die Ausbreitung erfolgt dabei über die Lymphgefäße. Pro Jahr erkranken in Deutschland rund 20 bis 30 pro 100.000 Einwohner an einem Plattenepithelkarzinom der Haut. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Das Durchschnittsalter liegt derzeit bei 70 Jahren. In neun von zehn Fällen treten Plattenepithelkarzinome der Haut im Gesicht auf.

Beim Plattenepithelkarzinom werden in Abhängigkeit vom Gewebetyp folgende Typen unterschieden:

  • spindelzelliges Plattenepithelkarzinom der Haut
  • akantholytisches (pseudoglanduläres) Plattenepithelkarzinom der Haut
  • verruköses Plattenepithelkarzinom der Haut
  • Plattenepithelkarzinom mit Hornbildung
  • lymphoepitheliomartiges Plattenepithelkarzinom der Haut

Die Therapie des Plattenepithelkarzinoms der Haut richtet sich in erster Linie nach dem Ausbreitungsgrad des Tumors und seinem Gewebetyp. Wenn der Gesundheitszustand des Patienten und die Größe und Ausbreitung des Tumors es zulassen, ist die vollständige operative Entfernung des Tumors die Therapie der ersten Wahl. Ist eine ausgedehnte Operation notwendig, weil der Tumor bereits in tiefer gelegene Strukturen (Muskeln, Knorpel, Knochen) eingewachsen ist, sind unter Umständen mehrere Operationen notwendig, um geschädigte Bereiche wiederherzustellen. Bei Verdacht oder Nachweis eines Lymphknotenbefalls werden bei der Operation auch die entsprechenden Lymphknoten entfernt.

Ist eine Operation nicht möglich, entweder aus gesundheitlichen Gründen oder weil der Tumor zu weit ausgedehnt ist und die Schäden bei dem Eingriff zu groß würden, kann eine Strahlentherapie, eventuell in Kombination mit Chemotherapie und Immuntherapie (mit Interferonen) durchgeführt werden. Darüber hinaus ist auch die Anwendung nicht-operativer Verfahren wie beim Basalzellkarzinom möglich (Kryotherapie, Kürettage, photodynamische Therapie, immunologische Therapie, lokale Chemotherapie). Auch hier gilt, dass bei diesen Verfahren nicht sicher beurteilt werden kann, ob tatsächlich das gesamte Tumorgewebe zerstört und entfernt wurde und deshalb ein hohes Rückfallrisiko besteht.

Autor: Kathrin Sommer / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 23. September 2011
Quellen: Basalzellkarzinom der Haut. Kurzleitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Krebsgesellschaft, AWMF-Leitlinien-Register Nr. 032/021, September 2007 http://leitlinien.net/ (Stand: 04.05.2010). Plattenepithelkarzinom der Haut. Kurzleitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Krebsgesellschaft, AWMF-Leitlinien-Register Nr. 032/022, September 2007 http://leitlinien.net/ (Stand: 04.05.2010) Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (Stand: 04.05.2010). Kantor, J. & Kantor, D.E.: Routine Dermatologist-Performed Full-Body Skin Examination and Early Melanoma Detection. In: Archives of Dermatology 145 (8), (2009), S. 873-876. Laser-Forschungslabor, LIFE-Zentrum des Klinikums der Universität München (Stand: 04.05.2010). Brennecke, R. & Schelp, F.: Sozialmedizin. Stuttgart: Enke, 1993

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