Gicht

Bei Gicht ist der Harnsäuregehalt im Blut zu hoch. Dadurch lagern sich Harnsäurekristalle im Bindegewebe (insbesondere Haut, Gelenke) und Organen ab.

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Gicht wird zu den rheumatischen Erkrankungen gezählt. Patienten sollten unter anderem ihre Ernährung an die hohen Harnsäurewerte anpassen und nur wenige Purine zu sich nehmen.
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Gicht wird meist als Wohlstandskrankheit bezeichnet. Tatsache ist, dass während und kurz nach den Kriegsjahren die Krankheit Gicht in der Bevölkerung überhaupt nicht vorkam. In den 70 Jahren stieg sie rapide an. Dieser Zuwachs zeigt sich bis heute. Rund zwei Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Von den über 65-jährigen Männern hatten bereits drei Prozent einen Gichtanfall. Ursache dafür ist üppiges, schweres Essen und Bewegungsmangel. Dadurch steigt die Harnsäure im Körper an.

Zusammenhang zwischen Purin, Harnsäure und Gicht

Harnsäure entsteht beim normalen Abbau von Purinen im Körper. Purine sind natürliche Bestandteile jeder Zelle. Die Menge der Purine im Organismus hängt von zwei Faktoren ab:

  • Ernährung - es gibt eine ganze Reihe von Lebensmitteln, die viel Purin enthalten und deshalb im Körper zu einem Anstieg der Harnsäure führen. Wer viel Fleisch und Innereien isst, führt damit seinem Körper viel Purin zu. Denn diese Lebensmittel enthalten viele zelluläre Bestandteile und damit eine große Menge an Purin.

  • Purin bildet sich beim Abbau von körpereigenen Zellen. Im Körper werden ständig Zellen auf- und abgebaut. Harnsäure wird als normales Abbauprodukt dieser Purine durch die Niere ausgeschieden. Wenn vermehrt Purine anfallen, muss auch vermehrt Harnsäure gebildet und ausgeschieden werden.

Viel trinken senkt Harnsäure-Werte

In der Medizin unterscheidet man also zwischen unterschiedlichen Ursachen für erhöhte Purinwerte, Harnsäure und damit Gicht. Bis zu einer gewissen Menge an Purin und dadurch anfallender Harnsäure lässt sich das durch viel Trinken senken. Mit dem Urin wird die Harnsäure nämlich wieder ausgeschieden, sagt die Medizin. Allerdings gelingt das nur, wenn die Nieren gut funktionieren.

Harnsäure und Co.: Wichtige Werte im Blutbild

 

Harnsäure kann Kristalle bilden

Wird  Harnsäure nicht ausreichend ausgeschieden, kann das den Harnsäuregehalt im Blut derart erhöhen, dass es zur Bildung von Harnsäurekristallen kommt. Diese setzen sich vor allem in den Gelenken ab. Gefährdet ist vor allem das Grundgelenk am großen Zeh. Die Harnsäurekristalle verursachen eine Gelenkentzündung.

Gichtanfall ist äußerst schmerzhaft

Ein erhöhter Harnsäurespiegel allein ist noch keine Gicht. Die Gicht als Erkrankung ist definiert durch das Auftreten von Krankheitszeichen, zum Beispiel einem so genannten Gichtanfall. Medizinisch handelt es sich dabei also um eine akute Entzündung des Gelenks. Meist tritt ein Gichtanfall nach einem Fest mit üppigen Essen auf.

Medikamente und Diät gegen Gicht

Bei Gicht wird meist empfohlen, weniger Fleisch zu essen und auf den Puringehalt der Lebensmittel zu achten. Diese Gicht-Diät ist meist mehr oder weniger vegetarisch oder vegan. Außerdem bietet die Medizin verschiedene Medikamente, die den Harnsäurespiegel senken. Sie gelten vor allem als erste Hilfe bei einem Gichtanfall, können aber auch bei Bedarf dauerhaft eingenommen werden.

Purin sparen ist bei Gicht die beste Medizin

Besonders purinreiche Lebensmittel sollten Sie bei einem erhöhten Harnsäurespiegel meiden - auch wenn noch kein Gichtanfall eingetreten ist. Dazu gehören:

  • Innereien wie Leber, Herz, Niere
  • Schweine- und Rindfleisch
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  • Gänsefleisch
  • Sprotten
  • Sardinen
  • Hering
  • Forelle
  • Kohl
  • Bohnen
  • Erbsen
  • Wein und Bier

Erlaubt sind dagegen eiweißreiche Lebensmittel, also Milch und Milchprodukte, Obst sowie die meisten Gemüsesorten.

Obwohl sie durch eine Stoffwechselstörung ausgelöst wird, zählt die Gicht (Hyperurikämie) zu den rheumatischen Erkrankungen, weil sie den Bewegungsapparat angreift. 

Gicht: Symptome und Stadien

Gicht verläuft normalerweise in vier Stadien mit unterschiedlichen Anzeichen. Dabei wechseln sich akute Phasen und solche ohne Krankheitszeichen (Beschwerdefreiheit) ab. Diese Stadien kennzeichnen einen typischen Gicht-Verlauf:

  • Stadium 1: eine Phase ohne Krankheitszeichen, in der die Harnsäurewerte erhöht sind. Diese Phase kann etwa fünf bis zehn Jahre andauern.
  • Stadium 2: der akute Gichtanfall.
  • Stadium 3: ein Zeitraum zwischen zwei Gichtanfällen ohne Krankheitszeichen (intermediäre Phase), der sechs Monate bis zwei Jahre lang dauern kann, bei einigen länger. Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Patienten kommt kein zweiter Anfall vor.
  • Stadium 4: Am Schluss steht die Chronische Gicht mit typischen Knoten (Tophi) und fortschreitenden Gelenkveränderungen.

Der akute Gichtanfall

Die Gicht beginnt meist mit einem akuten Gichtanfall, typischerweise nachts und ohne erkennbare Vorzeichen. Charakteristisch für die Gicht sind plötzlich, innerhalb weniger Minuten, auftretende stärkste Schmerzen an einem Gelenk, in über 50 Prozent der Fälle am Großzehengrundgelenk. Es können aber auch einzelne Fingergelenke einschließlich des Daumengelenks, Sprung- oder Kniegelenks oder der Ellenbogen beteiligt sein.

Am Anfang entzündet sich nur ein Gelenk

In der Regel ist nur ein einziges Gelenk betroffen: Das Gelenk schwillt an, die Haut über dem Gelenk wird rot bis violett glänzend, straff und warm und reagiert auf Berührung oder Bewegung mit sehr starken Schmerzen. So eine Gicht-Attacke dauert unbehandelt einige Stunden bis mehrere Tage. Sie vergeht von selbst wieder, mit oder ohne Behandlung. Zusammen mit den Gelenkschmerzen können auch Übelkeit, Fieber oder Herzrasen (Tachykardie) auftreten.

Intermediärphase der Gicht verläuft ohne Symptome

Das Gefährliche an dieser Phase ist die Tatsache, dass trotz weiter bestehender Harnsäureerhöhung keine Beschwerden auftreten. Man meint, die Erkrankung sei ausgeheilt. In Wirklichkeit aber geht der Prozess der Harnsäurekristallablagerung sowohl im Knochen, als auch in den Gelenken und Weichteilen weiter und führt im Gelenk und im Knochen langsam zur Zerstörung.

Knoten im Bindegewebe weitere Anzeichen für Gicht

Durch die heutigen Behandlungsmöglichkeiten ist die Chronische Gicht sehr selten und tritt nur bei Patienten auf, die nicht konsequent behandelt werden, beziehungsweise sich der Behandlung entziehen. Wenn sich die Gichtanfälle in immer kürzeren Abständen wiederholen und neben früher betroffenen Gelenken auch andere erkranken, wird die Gicht chronisch, das heißt schleichend und von langer Dauer. Charakteristische Symptome für eine Chronische Gicht ist das Auftreten von so genannten Tophi. Das sind gelblich-kreidige Knoten im Unterhautbindegewebe, die sich meistens am Ohr, aber auch an Händen, Füßen, Ellenbogen, an Schleimbeuteln und Sehnenscheiden bilden.

Später sind mehrere Gelenke betroffen

Ist das chronische Stadium erreicht, dauern die schmerzhaften Gichtattacken länger an und es sind zunehmend auch mehrere Gelenke gleichzeitig betroffen. Die symptomfreien, das heißt beschwerdefreien Zeiträume werden dagegen immer kürzer. Durch die ständige Ablagerung von Harnkristallen in den Knochen und Gelenken kommt es dort zu chronischen Entzündungen. Sie zerstören letztendlich den Gelenkknorpel und greifen den Knochen an. Am Ende büßen die Gelenke durch Verformung oder Versteifung ihre Funktion ein. Der Entzündungsvorgang ähnelt dem bei Rheuma, nur hat die Gicht eine andere Ursache - Purine und zu viel Harnsäure.

Gicht: Ursachen und Auslöser der Anfälle

Ursache der Gicht ist ein erhöhter Harnsäurespiegel, das heißt, eine erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut (Hyperurikämie). Harnsäure entsteht auch beim gesunden Menschen als Abbauprodukt des Zellstoffwechsels und wird zu zwei Dritteln über die Nieren und zu einem Drittel über den Darm ausgeschieden. Steigt die Harnsäurekonzentration über die Norm, kann es zur Ablagerung von Harnsäurekristallen in Körpergeweben kommen.

Auslöser einer Hyperurikämie

Ein erhöhter Harnsäurespiegel (Hyperurikämie) allein muss nicht unbedingt zum Ausbruch der Gicht führen. Eine Hyperurikämie kann fünf bis zehn Jahre bestehen, ohne dass Krankheitszeichen auftreten. Als Auslöser für die Gicht spielen Ernährungs- und Trinkgewohnheiten eine wichtige Rolle.

Harnsäure entsteht, wenn der Körper purinhaltige Nahrung abbaut. Nahrungsmittel haben einen unterschiedlich hohen Puringehalt. Bei Fleisch und Fisch, Innereien und Hülsenfrüchten ist er hoch, bei Milch und Milchprodukten, Obst und Gemüse sowie Mischbrot ist er niedrig. Überschüssige Purine werden zu Harnsäure abgebaut und über den Urin ausgeschieden. Beim Gichtkranken übersteigt die produzierte Harnsäuremenge jedoch deutlich die Fähigkeit der Niere, Harnsäure auszuscheiden.

Erreicht der Harnsäurespiegel Werte über 6,5 mg/dl Blut, ist die Löslichkeitsgrenze für Harnsäure in manchen Geweben erreicht, das heißt, dass die Harnsäure nicht mehr im Blut transportiert wird, sondern als Harnsäurekristalle ausfällt und sich in verschiedenen Körpergeweben ablagert. Die Kristalle bilden sich bevorzugt im Grundgelenk der großen Zehe (Podagra), aber auch im Sprunggelenk, Handgelenk und Ellenbogen sowie an den Ohren, weil es dort etwas kühler ist als im Rumpf, und die Harnsäure bei niedrigeren Temperaturen eher auskristallisiert.

Weitere Auslöser der Gicht

Alkohol ist ein weiterer wichtiger Auslöser der Gicht. Daher tritt der klassische Gichtanfall nach einem fettreichen Essen auf, bei dem auch viel Alkohol getrunken wurde. Auch körperliche Anstrengungen und Stress können als Auslöser wirken. Einige Arzneimittel können schon in geringer Dosierung zur Erhöhung des Harnsäurespiegels führen. Dazu gehören Entwässerungstabletten und einige kortisonfreie Entzündungshemmer.

Harnsäureerhöhung

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Ursache der Gicht ist ein erhöhter Harnsäurespiegel, das heißt, eine erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut (Hyperurikämie). Harnsäure entsteht auch beim gesunden Menschen als Abbauprodukt des Zellstoffwechsels und wird zu zwei Dritteln über die Nieren und zu einem Drittel über den Darm ausgeschieden. Der normale Harnsäurewert liegt bei Männern zwischen 3,4 und 7 mg/dl; bei Frauen etwas niedriger, zwischen 2,4 und 5,7 mg/dl. Steigt die Harnsäurekonzentration über 6,5 mg/dl, kann es zur Ablagerung von Harnsäurekristallen in Körpergeweben kommen.

Mediziner unterscheiden zwei Formen von Hyperurikämie (erhöhter Blutharnsäurespiegel), die primäre und die sekundäre.

Bei der sekundären verursachen andere Grunderkrankungen wie beispielsweise eine Nierenerkrankung oder chronischer Alkoholismus die erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut. Die Hyperurikämie tritt dabei erst an zweiter Stelle, sekundär, infolge einer anderen Erkrankung auf. Bei der primären Hyperurikämie besteht eine erblich bedingte Veranlagung zur gesteigerten Harnsäurekonzentration im Blut.

Gicht: So wird die Krankheit diagnostiziert

Grundsätzlich gliedert sich die Untersuchung beim Arzt in drei Teile: Der Arzt beginnt die Untersuchung mit einer ausführlichen Befragung des Patienten zur Krankengeschichte (Anamnese). Dem folgen die körperliche Untersuchung und weitere Untersuchungen, wie Blutentnahme und Punktion des Gelenks mit anschließender Auswertung im Labor.

Röntgenologische Zeichen der Gicht wie Knochen- oder Weichteilknoten sind erst in fortgeschrittenen Stadien zu beobachten. Daher sind Röntgenuntersuchungen beim ersten Auftreten von Gicht-Krankheitszeichen nicht sehr hilfreich.

Die Untersuchungen zur Gicht-Diagnose im Einzelnen:

Patientenbefragung bei Verdacht auf Gicht

Der Verdacht auf Gicht ergibt sich meist schon sehr klar aus der Krankengeschichte. Ganz typisch für einen Gichtanfall ist das Auftreten starker Schmerzen in der Nacht, aus "heiterem Himmel" und nach einem üppigen Essen und/oder starkem Alkoholgenuss. Der Anfall verschwindet innerhalb von einer Woche wieder - mit und ohne Therapie. Oftmals sind schon ähnliche Anfälle vorausgegangen. Auch Gichtkranke in der Verwandtschaft erhärten den Verdacht auf Gicht. Weitere wichtige Hinweise ergeben sich aus der körperlichen Untersuchung. Wenn nur ein Gelenk betroffen ist, in über der Hälfte der Fälle ist es das Großzehengrundgelenk, ist dies auch ein Hinweis auf Gicht.

Gelenkpunktion zur Diagnose von Gicht

Ein Gichtanfall muss unbedingt von anderen Erkrankungen, insbesondere einer sehr ähnlich verlaufenden bakteriellen Infektion (Befall mit Krankheitserregern) des Gelenks unterschieden werden. Besonders der Gichtanfall des Großzehengelenks sieht anderen Erkrankungen täuschend ähnlich. Um sicher festzustellen, um welche Erkrankung des Gelenks es sich handelt, muss der Arzt die Gelenkflüssigkeit untersuchen.

Harnsäurespiegelbestimmung

Auch wenn ein erhöhter Harnsäurespiegel zur Gicht führt, muss er bei einem akuten Gichtanfall nicht unbedingt erhöht sein. Manchmal löst gerade das Absinken der Harnsäurekonzentration einen Gichtanfall aus, etwa im Zusammenhang mit Fastenkuren.

Daher trägt die Beurteilung des Harnsäurewerts zum Zeitpunkt des akuten Schmerzanfalls nicht sicher zur Diagnose der Gicht bei. Der Harnsäurespiegel ist aber ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, das Gicht-Risiko in symptomfreien (krankheitszeichenfreien) Phasen zu erkennen und ein ebenso wichtiger Kontrollfaktor für den weiteren Krankheitsverlauf.

Vorbeugende Maßnahmen sollten in erster Linie in Ernährungsumstellungen (weniger purinhaltige Ernährung, Fleisch, Innereien und vor allem weniger Alkohol sowie Gewichtsabnahme) bestehen. Medikamentöse Maßnahmen werden erst empfohlen, wenn ein Gichtanfall schon einmal vorgekommen ist oder aber wenn der Harnsäurespiegel über 10 mg/dl angestiegen ist. Es muss also auf keinen Fall eine nur leicht erhöhte Harnsäure gleich mit Medikamenten behandelt werden!

Gicht: Wie sieht die Therapie aus?

Man unterscheidet grundsätzlich zwei Behandlungsansätze: Liegt ein akuter Gichtanfall vor, so ist es das kurzfristige, vornehmliche Ziel, die Schmerzen zu lindern und die Entzündung zum Abklingen zu bringen.

Ist der akute Gichtanfall abgeklungen oder liegt er schon weiter zurück, ist eine langfristige Behandlung angezeigt, mit dem Ziel, die Entwicklung einer chronischen Gicht zu verhindern. In jedem Fall muss der Patient seine Ernährungsgewohnheiten umstellen und weitest gehend auf Alkohol verzichten.

Behandlung des akuten Gichtanfalls

Liegt ein akuter Gichtanfall vor, so ist es das kurzfristige Ziel, die Schmerzen zu lindern und die Entzündung zum Abklingen zu bringen. Dies geschieht medikamentös und mit Allgemeinmaßnahmen (Gelenkschonung, Ernährungsumstellung, viel Flüssigkeit).

Langfristige Behandlung der Gicht

Nach einem akuten Gichtanfall sollten weitere Anfälle vermieden werden, denn sie schädigen auf Dauer die Gelenke und Organe. Nach dem Abklingen der akuten Symptome (Krankheitszeichen) schließt sich daher eine langfristig angelegte Behandlung mit Medikamenten an, die die dauerhafte Senkung des Harnsäurespiegels zum Ziel hat.

Ernährung und Diät bei Gicht

buntes gemüse im wok
Eine Ernährungsumstellung hin zu mehr Gemüse kann Gichtpatienten helfen.
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Ein Stillstand der Erkrankung und damit ein Ausbleiben der gelenkschädigenden Gichtanfälle kann nur über eine dauerhafte Normalisierung des Harnsäurespiegels erreicht werden. Die Gabe von Medikamenten allein ist dafür nicht ausreichend. Bei der Behandlung der Gicht ist viel Eigeninitiative des Patienten gefordert.

Zur erfolgreichen Behandlung der Gicht gehören unbedingt die Ernährungsumstellung auf purinarme Kost, das Meiden von Alkohol und das Behandeln von Risikofaktoren, die eine Erhöhung der Harnsäurewerte begünstigen. Dazu gehören Übergewicht, Bluthochdruck (Hypertonie) und zu hohe Cholesterinwerte.

Gicht: Mit diesen Maßnahmen können Sie vorbeugen

Die Neigung zu einem erhöhten Harnsäurespiegel (Hyperurikämie) ist erblich und Voraussetzung für ein Entstehen der Gicht. Daher sollten besonders Patienten, in deren Verwandschaft die Hyperurikämie oder Gichtanfälle schon aufgetreten sind, vorsorglich ihren Harnsäurespiegel regelmäßig kontrollieren.

Patienten, deren Harnsäurespiegel bereits erhöht ist, können dem Entstehen der Gicht vorbeugen, indem sie ihre Ernährungs- und Trinkgewohnheiten umstellen.

Umstellung der Ernährung auf purinarme Kost

Generell kann man sagen, dass eiweißreiche Nahrungsmittel wie Fisch, Fleisch, Wurst und besonders Innereien viele Purine enthalten, ebenso wie Hülsenfrüchte und deshalb gemieden werden sollten. Milchprodukte, Obst und Gemüse hingegen enthalten nur sehr wenige oder keine Purine.

Wer sich vorzugsweise von Milchprodukten, Obst und Gemüse ernährt, viel trinkt und Alkohol meidet, beugt einer Erhöhung des Harnsäurespiegels und damit einer Hyperurikämie vor.

Eine weitere wichtige vorbeugende Maßnahme ist die Behandlung von Risikofaktoren, die eine Erhöhung der Harnsäurewerte begünstigen: Dazu gehören Abbau von Übergewicht, Normalisierung des Bluthochdrucks (Hypertonie) und Reduktion von zu hohen Cholesterinwerte.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 15. Juli 2015
Durch: sw
Quellen: Hyperurikämie, Gicht und andere Störungen des Purinhaushalts, N. Zöllner, Springer Verlag 2013; Die Gicht-Ampel, Sven-David Müller, Trias Verlag 2013

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