Essstörung

Bulimie: Raus aus der Ess-Brech-Spirale!

Bulimie ist eine psychisch bedingte Essstörung. Symptome sind häufige Essattacken und anschließende Versuche, die aufgenommenen Kalorien wieder loszuwerden. In vielen Fällen bemühen sich die Betroffenen nach einem Anfall verzweifelt, alles Gegessene zu erbrechen.

Bulimie
Sofort nach dem Essanfall kommt für Bulimiekranke die Reue.
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Bulimie (Ess-Brech-Sucht, Bulimia nervosa) bezeichnet eine psychosomatische Essstörung mit Suchtcharakter. Betroffene versuchen, unkontrollierte Fressanfälle nachträglich ungeschehen zu machen. Auf welche Weise Bulimiker die überzähligen Kalorien loswerden, ist nachrangig: Viele bringen sich selbst mit dem Finger zum Erbrechen. Aber auch der Missbrauch von Abführmitteln, Einläufen, Entwässerungspillen oder Fasten sind unter Bulimikern verbreitet. Andere zwingen sich im Anschluss zu exzessivem Sport.

Der Name der Krankheit kommt vom griechischen Wort "Bulimos" und heißt frei übersetzt so viel wie Bärenhunger (wörtlich: "Ochsenhunger"). Er bezieht sich auf die unkontrollierten Fressattacken, während derer Betroffene innerhalb von Stunden bis zu 10.000 Kalorien in sich hineinschaufeln. Dabei stürzen sie sich besonders auf Nahrungsmittel, die sie sich während Diätphasen strikt verbieten - zum Beispiel Kalorienbomben wie Eis, Schokolade, Chips und Kekse. Die Gier auf diese hochkalorischen, leicht zu essenden Produkte steigt ins Unermessliche, ehe Bulimiker ihr nachgeben.

Bulimie wird oft verheimlicht

Von Bulimie betroffen sind etwa drei Prozent der Frauen zwischen 15 und 35 Jahren. Sie erkranken am häufigsten daran, etwa neun von zehn Bulimikern sind weiblich. Die Krankheit beginnt im Schnitt mit 17 oder 18 und damit etwas später als eine Magersucht (Anorexie), manchmal aber auch schon mit 15 oder erst mit 30. Besonders viele Bulimikerinnen finden sich in der Altersgruppe zwischen 18 und 20, anfälliger für die Essstörungen machen Berufe, bei denen der Körper im Mittelpunkt steht, zum Beispiel Model, Sportler oder Balletttänzer.

Hinter einer Bulimie verbirgt sich die krankhafte Angst, dick(er) zu werden. Aufgrund der "Reparaturmaßnahmen" nach den Essanfällen sind Bulimiepatienten in der Regel normal- bis leicht untergewichtig, nur selten sind Bulimiker tatsächlich übergewichtig. Sie legen anderen gegenüber meist ein völlig normales Essverhalten an den Tag, "funktionieren" in Schule oder Job und sind sozial integriert - im Gegensatz zu vielen Magersüchtigen, die sich mit der Zeit mehr und mehr isolieren. Eine Essstörung kann aber auch Folge einer jeweils anderen sein oder sich phasenweise mit ihr abwechseln.

Jede fünfte Bulimiepatientin leidet dauerhaft

Verglichen mit Anorektikern zeigen Menschen mit Bulimie für gewöhnlich einen größeren Leidensdruck und mehr Einsicht, dass sie krank sind. Dennoch ist Bulimie eine heimliche Krankheit. Viele Betroffene vertrauen sich erst spät oder gar nicht Freunden oder Angehörigen an. Wer sich aber nicht in Therapie begibt, um die Ess-Brech-Sucht unter Kontrolle zu bringen, riskiert schwere Folgeschäden. Sie reichen von Kreislaufproblemen und Säureschäden an Zähnen sowie Speiseröhre bis hin zu lebensbedrohlichen Herz-Rhythmusstörungen.

Mit einer geeigneten Behandlung bildet sich die Bulimie nach fünf bis zehn Jahren zwar bei etwa 50 Prozent der Patienten vollständig zurück, 30 Prozent erreichen eine teilweise Heilung. Etwa 20 Prozent der Bulimiker leiden aber dauerhaft an einem zwanghaft gestörten Essverhalten.

Bulimie: Diese Symptome und Anzeichen verraten die Essstörung

Hauptsymptom der Bulimie sind wiederholte unkontrollierte Heißhunger- und Essattacken, bei denen zum Teil enorme Nahrungsmengen aufgenommen werden. Anschließend plagen Betroffene Schuldgefühle und sie versuchen, die dick machende Wirkung der Nahrung zu kompensieren - am häufigsten, indem sie Erbrechen herbeiführen.

Bulimiekranke zwingen ihren Körper häufig zum Erbrechen, um die gefürchtete Gewichtszunahme zu vermeiden. Im Rahmen der Essattacken kommt es vor, dass die Patienten buchstäblich essen, bis nichts mehr da ist. Manchmal planen Betroffene ihre Essanfälle und bereiten sich durch umfangreiche Einkäufe darauf vor. Während Heißhungergefühle bei Gesunden und Schwangeren hin und wieder auftreten, stopfen sich Bulimiker mehrmals pro Woche oder pro Tag voll. Oft werden im Zuge der Fressattacken die Vorräte der Familie oder Mitbewohner geplündert, hinterher stellt sich große Scham ein. Manche Bulimiker verschulden sich, um die großen Nahrungsmengen besorgen zu können - oder sie begehen Ladendiebstähle von Lebensmitteln.

Angst vor Gewichtszunahme beherrscht die Gedanken von Bulimikern

Ähnlich wie bei Magersüchtigen sind für Bulimiekranke das Körpergewicht und insbesondere die Gewichtszunahme mit Angst besetzt (Gewichtsphobie). In der Regel sind Bulimie-Betroffene zwar normal- bis leicht untergewichtig, ihr Körperideal aber eher zu schlank. Die Gedanken Betroffener kreisen fast ununterbrochen um Essen, Kalorien, Abnehmen.

Um ihr Gewicht zu halten oder zu reduzieren, greifen Bulimiker neben dem selbst herbeigeführten Erbrechen auf Abführmittel (Laxantien), Entwässerungsmittel (Diuretika), Appetitzügler, episodisches Fasten und andere geeignet erscheinende Maßnahmen zurück.

Wie Magersüchtige weisen auch Bulimie-Betroffene eine Störung des eigenen Körperbildes auf, die jedoch weniger stark ausgeprägt ist. Trotz Normal- oder Untergewicht halten sich viele der Patienten für zu dick. Psychisch bedeutsam ist, dass die Betroffenen ihre Erkrankung zu verheimlichen versuchen. Nicht selten kommt es vor, dass selbst Angehörige erst nach jahrelangem Verlauf auf die Essstörung aufmerksam oder von einem Bulimiker ins Vertrauen gezogen werden.

Körperliche Symptome der Bulimie

Neben der psychischen Belastung, der sich die Betroffenen ausgesetzt sehen, zieht die Bulimie körperliche Schäden nach sich. Zu ihnen zählen zum Beispiel Karies und Verätzungen oder Risse der Speiseröhre durch die Magensäure, der das Organ beim wiederholten Erbrechen ausgesetzt sind. Der weitere Verdauungstrakt kann ebenfalls schwere Schäden davontragen, zum Beispiel durch Magenrisse oder - erweiterungen. Die Bauchspeicheldrüse wird ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Fachleute erkennen Betroffene darüber hinaus an trockener Haut (bei etwa 20 Prozent der Betroffenen) und Entzündungen der Speicheldrüsen. Auch schwerwiegende Herz-Rhythmusstörungen und Nierenschäden können Folgekrankheiten einer ausgeprägten und/oder langjährigen Bulimie sein.

Bulimie: Welche Ursachen und Auslöser stecken dahinter?

Wieso genau jemand an Bulimie erkrankt, liegt noch im Dunkeln. Jeder Patient hat eine eigene Geschichte und oft einen Leidensweg hinter sich, was Diäten oder Erfahrungen in der Kindheit angeht.

Die Ursachen der Bulimie können wie bei anderen Essstörungen nicht exakt bestimmt werden. Forschungsergebnisse weisen aber darauf hin, dass sowohl erbliche (genetische) als auch Umweltfaktoren an der Entstehung einer Bulimie teilhaben. Mit Sicherheit spielen Gefühle von Einsamkeit, ein geringes Selbstwertgefühl und Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper eine Rolle, wenn Menschen voller Scham und in aller Heimlichkeit erbrechen.

Bulimie häufig verbunden mit Borderline-Störung, Sucht und Depression

Außerdem leiden Bulimiker, ähnlich wie Magersüchtige, häufig an einer verzerrten Wahrnehmung der eigenen Figur (Körperschemastörung).Selbstverletzungen kommen unter Bulimiepatienten gehäuft vor. Auch Alkohol-, Tabletten- und Drogenmissbrauch werden oft beobachtet. Zahlreiche Betroffene weisen zudem eine Magersucht (Anorexia nervosa, Anorexie) in der Krankengeschichte auf. Ebenso kann die Bulimie in eine Anorexie übergehen oder sich phasenweise mit ihr abwechseln.

Auch selbstverletzendes Verhalten (SVV) ist unter Bulimikern überdurchschnittlich häufig, sogar Depressionen und eine Borderline-Störung können aus der Bulimie heraus erwachsen. Häufig in Kombination mit einer Bulimie treten außerdem verschiedenste Süchte (Kaufsucht, Rauchen, Alkohol) sowie Minderwertigskeitsgefühle auf. Generell gelten Bulimiekranke wie Magersüchtige als leistungsorientiert.

Bulimie: So läuft die Diagnose beim Arzt ab

Am Beginn der Diagnostik bei Bulimia nervosa steht immer eine gründliche körperliche Untersuchung, um andere Ursachen des Gewichtsverlusts auszuschließen.

Haben Essgestörte sich die Bulimie bereits eingestanden, werden sie beim Arzt im Zuge der gründlichen Diagnose zunächst allgemein zu Krankheitsgeschichte, Ernährungsverhalten, Beurteilung des Körpergewichts, körperlicher Aktivität, Sexualentwicklung, Leistungsverhalten und sozialen Beziehungen befragt.

Bei der Bulimie-Diagnose stützt sich der Arzt auf folgende Diagnosekriterien:

  • wiederholte Essanfälle verschiedener Frequenz, bei denen innerhalb von wenigen Stunden überdurchschnittlich viel gegessen wird (bis 10.000 kcal)
  • Gefühl des Kontrollverlusts über die Nahrungsmenge während des Essanfalls
  • wiederkehrendes und unangemessenes Verhalten, um die übermäßige Kalorienaufnahme zu kompensieren - zum Beispiel Erbrechen, der Missbrauch von entwässernden und abführenden Arzneimitteln, exzessives Training
  • Fressattacken und anschließendes Kompensieren kommen drei Monate am Stück mindestens zwei Mal in der Woche vor
  • Körpergewicht und Figur nehmen eine herausragende Stellung im Leben des Betroffenen ein

Symptome der verschiedenen Bulimie-Typen

Wenn Erbrechen oder sonstige Maßnahmen zum Halten des Körpergewichts im Zuge einer Magersucht vorkommen, sprechen Experten nicht von Bulimie, sondern von einer Anorexie vom bulimischen Typ. Sie unterscheiden darüber hinaus zwischen dem purging-Typ der Bulimie, bei dem Betroffene erbrechen oder abführen, sowie dem non-purging-Typ, bei dem andere Methoden wie Fasten und Trainieren als Kompensation dienen. Ein Beispiel für letztere ist die Sportbulimie, die mit einer Sportsucht verschmelzen kann. 

Je nach Gegebenheiten erfordert die Diagnose einer Bulimie darüber hinaus den Einsatz von apparativen Diagnoseverfahren (EKG, Röntgenuntersuchungen oder ähnliches) und die Bestimmung verschiedener Blutwerte. Aus den Säureschäden am Gebiss ergibt sich ein typisches Zahnbild, das auf die Erkrankung hinweist, selbst wenn die Betroffenen ihre Bulimie nicht zugeben wollen.

Bulimie-Behandlung: Diese Therapie-Optionen stehen zur Verfügung

Die Behandlung der Bulimie erfolgt in Abhängigkeit von der Schwere des Krankheitsbildes stationär in einem Krankenhaus oder ambulant.

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Psychotherapie hilft Bulimiepatienten, zu normalem Essverhalten zurückzufinden.
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Bestandteile der Bulimie-Therapie sind die spezifische Behandlung der Essstörung, Psychotherapie, soziale Integration sowie die Gabe von Medikamenten (Psychopharmaka). Eine Psychotherapie bei Bulimie hat zum Ziel, dass Betroffene die ungesunden Kompensationsmechanismen aufgeben und wieder ein normales Essverhalten aufnehmen können. Das verzerrte Körperbild soll mithilfe des Therapeuten geradegerückt werden.  Der Hausarzt sollte dabei erst eine solide Vertrauensbasis schaffen, bevor er die Patientin oder den Patienten an einen (Jugend-)Psychiater verweist.

Die Prognose für einen Bulimiepatienten hängt zum Beispiel vom Familienumfeld ab, dem Zeitpunkt des Beginns der Essstörung oder auch anderen psychischen Krankheiten, die häufig in Kombination mit Bulimie vorkommen. Eine ambulante Behandlung kann vielen Bulimikern helfen, ein gesünderes Verhältnis zu ihrem Körper zu finden und die Essstörung letztendlich zu besiegen. In manchen Fällen ist die Einweisung ins Krankenhaus aber unumgänglich:

Gründe für eine stationäre Behandlung der Bulimie

  • körperliche Komplikationen wie etwa schwere Elektrolytstörungen
  • häufige Essattacken oder häufiges Erbrechen
  • schwerwiegende psychische Begleiterkrankungen
  • ausgeprägtes Selbstverletzungsverhalten
  • Substanzmissbrauch (Alkohol, Drogen, Tabletten)
  • festgefahrene familiäre Konfliktsituationen
  • Verdacht auf Misshandlung oder Missbrauch
  • soziale Isolation
  • Scheitern ambulanter oder tagesklinischer Behandlungsversuche

Multimodale Therapie der Bulimie hat viele Bausteine

Die spezifische, patientenzentrierte Behandlung der Essstörung verbindet Informationen zur Ernährung mit einer kognitiven Verhaltenstherapie. So werden die Patienten angehalten, ein Ernährungstagebuch zu führen, über den Zusammenhang von Essensbeschränkung und Heißhungerattacken aufgeklärt, und ein Essensplan inklusive Zwischenmahlzeiten aufgestellt, der geeignet ist, Heißhunger zu verhindern.

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Bestehen schwere körperliche Schäden durch die Bulimie, werden Betroffene in eine Klinik eingewiesen.
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Psychotherapie und – je nach Alter der Patienten – Elternberatung oder Familientherapie zielen darauf ab, die Gewichtsphobie der Betroffenen zu überwinden, ihr Selbstwertgefühl zu stärken und ihre Beziehungsfähigkeit zu verbessern. Vorausgegangene Traumata sollten aufgearbeitet und akute oder chronische Konflikte nach Möglichkeit gelöst werden. Die Eltern jüngerer Bulimiepatienten sollen lernen, kompetenter mit der Krankheit ihres Kindes umzugehen und Konfliktsituationen innerhalb der Familie zu meistern.

Depression geht oft Hand in Hand mit einer Essstörung

Die medikamentöse Therapie der Bulimie richtet sich vor allem gegen ihre psychischen Begleiterscheinungen. Neben der eigentlichen Essstörung stehen dabei besonders depressive Verstimmungen im Vordergrund. Zum Einsatz kommen so genannte Serotonin-Reuptake-Hemmer (SSRI) wie etwa Fluoxetin oder Fluvoxamin. Eine medikamentöse Behandlung sollte nie ohne begleitende Psychotherapie erfolgen, andernfalls steigt die Rückfallgefahr sowie das Risiko für weitere psychische Störungen.

Bulimie: Verlauf, Komplikationen und Folgeschäden der Essstörung

Oft beginnt eine Bulimie (Ess-Brech-Sucht) nach der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter. Erste Anzeichen sind häufig Heißhunger-Attacken, die während einer Diät auftreten. Manchmal beginnt die Bulimie auch mit einer vorangegangen magersüchtigen Phase. Diese Phase wurde dann überwunden und das Gewicht normalisiert, aber aus Angst vor weiterer Gewichtszunahme erbrechen die Betroffenen.

Typisch für den Verlauf einer Bulimie sind zudem Phasen, in denen ein normales Essverhalten besteht im Wechsel mit Phasen der Heißhunger-Attacken. Bisweilen wechselt sich die Bulimie mit einer anderen Essstörung wie der Magersucht ab. Die Fastenperioden und das Erbrechen lösen ein Ungleichgewicht im Energiehaushalt aus, das den Heißhunger weiter befeuert und Fressattacken fördert. Die Betroffenen verlieren zunehmend die Kontrolle über das Essverhalten, auch wenn die Zahl der Anfälle innerhalb des Bulimie-Verlaufs stark schwanken kann.

Spätfolgen und Begleiterkrankungen der Bulimie

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Das andauernde Erbrechen bei Bulimie hat körperliche Folgen.
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Besteht die Bulimie über einen längeren Zeitraum, können die Ess-Brech-Attacken zu starken Schwankungen der Konzentration verschiedener Elektrolyte im Blut, insbesondere von Kalium und Kalzium führen. Diese Mineralstoffe sind von zentraler Bedeutung für die Funktion des Herzens. In schweren Fällen können diese Elektrolytverschiebungen den Herzrhythmus stören und lebensbedrohlich sein. Schäden trägt durch einen Kaliummangel außerdem die Niere davon.

Durch das häufige Erbrechen können Reizungen und Verletzungen der Speiseröhre auftreten. Bulimie-Patienten leiden außerdem vermehrt an Karies, da die erbrochene Magensäure den Zahnschmelz angreift. Frauen mit Ess-Brech-Sucht berichten darüber hinaus häufiger von Menstruationsstörungen wie dem Ausbleiben der Monatsblutung, welches die Fruchtbarkeit herabsetzen kann.

Bulimie: Kann man der Essstörung vorbeugen?

Um einer Bulimie (Ess-Brech-Sucht) vorzubeugen, sollten schon Jugendliche früh darüber aufgeklärt werden, wie und warum die Erkrankung entstehen kann. In Präventionsprogrammen können Mädchen und junge Frauen lernen, ihr eigenes Verhalten zu kontrollieren beziehungsweise zu ändern.

Das Augenmerk richtet sich immer mehr auf das Vorbeugen einer Bulimie, da eine Psychotherapie bei der Ess-Brech-Sucht nicht immer erfolgreich ist. Um der Bulimie vorbeugen zu können, ist es deshalb empfehlenswert, sich über die Gründe und Risiken für die Entstehung einer Bulimie zu erkundigen.

Inzwischen gibt es viele Präventionsprogramme, in denen Mädchen und junge Frauen lernen sollen, Empathie für Essgestörte zu entwickeln, um so das eigene Verhalten kontrollieren und gegebenenfalls ändern zu können. Laut Experten ist es jedoch wichtig, dass die Programme über einen längeren Zeitraum laufen, um zu greifen.

Bulimie-Fortbildungen für Ärzte und Lehrer

Zusätzlich mahnen Essstörungsexperten dazu, Ärzte, Apotheker und Pädagogen zu sensibilisieren, damit sie Probleme im Essverhalten frühzeitig erkennen und Patienten oder Schüler mit erhöhtem Risiko darauf ansprechen sowie beraten können. Umfangreiches Informationsmaterial für Lehrer, aber auch für Eltern, Freundinnen und Angehörige stellt zum Beispiel die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Verfügung.

Bulimie: Rat und Hilfe im Netz

Wenn bei Ihnen die Diagnose Bulimie gestellt wurde, steht Ihnen in erster Linie Ihr behandelnder Arzt für alle Fragen zur Verfügung. Zahlreiche Beratungsstellen bieten Ihnen außerdem Rat und Hilfe bei Bulimie. Da die Bulimie in den meisten Fällen psychische Ursachen hat, kann der Kontakt zu anderen Betroffenen, zum Beispiel in Selbsthilfegruppen, ein großes Stück bei der Bewältigung einer Bulimie helfen.

Klar davon zu unterscheiden sind Angebote der sogenannten Pro-Mia-Bewegung, die sich während der vergangenen Jahre im Netz formiert hat. Die Verantwortlichen erklären (ihre) Essstörung dabei zu einem absichtlich erwählten Lebensstil und sprechen der Bulimie den Krankheitscharakter ab. Das kann für Betroffene lebensgefährlich sein.

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Das Internet hält vielfältige Beratungsangebote für Bulimie-Betroffene bereit.
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Wo Sie im Netz Rat und Hilfe bei Bulimie finden:

Autor:
Letzte Aktualisierung: 14. November 2015
Quellen: Informationen des Vereins Hungrig-Online sowie der BzgA; Informationen der Webseite www.bundesfachverbandessstoerungen.de/de/8/leitlinien_zur_behandlung_von_essstoerungen.html; Gesenhues, Ziesché: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. Urban und Fischer; Pschyrembel Therapie, 4. Auflage. Walter de Gruyter 2009;

Beitrag zum Thema aus der Community
  • Essen & Trinken
    Sportbulimie?
    30.11.1999 | 01:11 Uhr

    Hallo, ich (m,25) mach total gerne Sport (im Fitnesstudio, joggen, inlinen, u. a.) und...   mehr...

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