Gefäßerweiterung an der Bauchschlagader

Bauchaortenaneurysma wird oft zufällig entdeckt

Ein Bauchaortenaneurysma bezeichnet eine krankhafte Erweiterung der Bauchschlagader. Häufig treten dabei zunächst keine oder nur unspezifische Symptome auf. Unentdeckt kann eine Bauchaortenerweiterung allerdings lebensbedrohliche Komplikationen nach sich ziehen.

Ultraschall
Der Außendurchmesser der Bauchaorta lässt sich mit einer Ultraschall-Untersuchung messen.
Thinkstock

Aortenaneurysmen sind Erweiterungen der Hauptschlagader (Aorta) über eine begrenzte Gefäßstrecke. Treten sie an der Bauchschlagader auf, bezeichnet man sie als Bauchaortenerweiterung (Bauchaortenaneurysma).

Von einem Aortenyneurysma können der Aortenbogen, die Brustschlagader (Aorta thoracica) oder die Bauchschlagader (Aorta abdominalis) betroffen sein. Abhängig vom Ausmaß der geschädigten Gefäßwandschichten können drei Formen der Arterienerweiterung (Aneurysma) unterschieden werden:

  • Das echte Aneurysma (Aneurysma verum) ist eine lokale Aufweitung der Aorta, die alle Gefäßwandschichten betrifft. Solch eine Erweiterung kann spindelförmiges oder auch säckchenartiges Aussehen haben. Bauchaortenaneurysmen sind in der Regel echte Aneurysmen.

  • Beim falschen Aneurysma ist die gesamte Arterienwand defekt, Blut strömt nach außen und wird durch umgebendes Gewebe abgedeckt.

  • Das Aneurysma dissecans sind die Gefäßwandschichten aufgespalten.

Von einem Bauchaortenaneurysma, also einer krankhaften Erweiterung der Bauchschlagader, spricht man, wenn der Außendurchmesser des Gefäßes über drei Zentimetern liegt. Der Außendurchmesser lässt sich leicht mit einer Ultraschall-Untersuchung ausmessen.

Bauchaortenaneurysma zunächst oft ohne Symptome

In etwa 30 bis 60 Prozent der Fälle einer Bauchaortenerweiterung treten zunächst keine Krankheitszeichen auf. Kommt es zu Beschwerden, so weisen diese meist auf Komplikationen hin. Das kann etwa eine Spaltung der Aortenwand (Dissektion) oder ein Gefäßeinriss sein.

Häufig wird ein Bauchaortenaneurysma eher zufällig entdeckt, bei Frauen zum Beispiel während einer Ultraschall-Untersuchung des Bauches beim Gynäkologen. Auch werden Aneurysmen nicht selten als Nebenbefund anlässlich einer Computertomographie oder Kernspintomographie der Wirbelsäule erkannt, die vom Orthopäden wegen eines Verdachts auf Bandscheiben- oder Wirbelkörperveränderungen angefordert wurden.

Kommt es durch die Gefäßerweiterung zu Krankheitszeichen, so handelt es sich in erster Linie um Schmerzen im unteren Wirbelsäulenbereich. Diese treten auf, wenn das Aneurysma die unteren Wirbelkörper in Mitleidenschaft zieht. Die Größenzunahme der Gefäßerweiterung kann außerdem Bauch- oder Flankenschmerzen sowie eine pulsierende Bauchgeschwulst hervorrufen. Bei schlanken Menschen kann letztere durch die Bauchdecke ertastet werden, ein sicheres Diagnosekriterium ist dies jedoch nicht, da auch die gesunde Hauptschlagader bei dünnen Bauchdecken gut zu tasten ist.

Die Erweiterung der Bauchschlagader kann noch eine Reihe weitere Symptome hervorrufen, diese sind unspezifisch und können auch im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten:

  • Schmerzen im Lendenwirbelbereich, die ins Gesäß oder das Bein ausstrahlen (vergleichbar den klassischen Ischialgien, umgangssprachlich "Ischias" genannt)
  • chronische Verstopfung
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • blutige Stühle

Die unspezifischen Beschwerden eines Bauchaortenaneurysmas werden häufig fehlgedeutet. Zu den Differentialdiagnosen zählen unter anderem Zwölffingerdarmgeschwür, Nierenbeckenentzündung, Blasenentzündung sowie Wirbelsäulenerkrankungen.

Komplikationen

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Zu den wichtigsten Komplikationen der Bauchaortenerweiterung gehören der Verschluss von Beinarterien durch verschleppte Blutgerinnsel aus der Gefäßaussackung sowie der Einriss des Aneurysmas, die Aneurysmaruptur.

Der akute Verschluss einer Beinarterie geht mit einem plötzlich einsetzenden Vernichtungsschmerz im betroffenen Bein einher. Weitere Symptome sind zunehmende Blässe und Kälte sowie Pulslosigkeit der betroffenen Extremität. Ursächlich sind Blutgerinnsel (Thromben), die sich in einem Aneurysma ausbilden, mit dem Blutstrom in die Beingefäße gespült werden und diese verschließen (Embolie). Ein Beinarterienverschluss erfordert eine sofortige Behandlung, um den Verlust des Beines zu vermeiden.

Das Einreißen (Ruptur) der Aortenerweiterung ist eine akut lebensbedrohliche Komplikation, die mit einem immensem Blutverlust einhergeht. Der Patient hat heftige Bauch- oder auch Rückenschmerzen und einen sehr niedrigen Blutdruck. Um ein innerliches Verbluten zu verhindern und das Leben des Patienten zu retten, muss sofort operiert werden.

Ursachen der Bauchaortenerweiterung: Ursachen

Etwa 95 Prozent der Bauchaortenaneurysmen sind durch Arteriosklerose bedingt. Die wesentlichen Risikofaktoren dafür sind Bluthochdruck, das Zigarettenrauchen, Fettstoffwechselstörungen und die Zuckerkrankheit.

Neben der Arteriosklerose gibt es einige weitere Faktoren, die zu einer Erweiterung der Bauchschlagader führen können:

  • Die Erweiterung kann durch eine Gefäßverengung entstehen. Kommt es im Verlauf einer Schlagader zu einer Einengung, beispielsweise durch Druck anderer Organe, Narbenstränge nach Operationen oder auch durch Geschwülste, dann steigt vor der Engstelle der Druck stark an, mit dem das Blut die Arterie passieren muss. Diesem Druck geben die Gefäßwände nach, ihre Wandspannung verringert sich, und der Gefäßdurchmesser wird größer.

  • Auch Verletzungen der Gefäßwand, bei Unfällen oder Operationen beispielsweise, können die Wandstabilität herabsetzen und zur Arterienerweiterung führen.

  • Selten sind Infektionen der Gefäßwand die Ursache, etwa durch Salmonellen oder bei Syphilis. Man spricht dann irreführenderweise von mykotischen Aneurysmen, obwohl es sich nicht um Pilz-, sondern um bakterielle Infektionen handelt.

  • Sehr seltene Ursachen von Erweiterungen der Bauchschlagader sind das Marfan-Syndrom und das Ehlers-Danlos-Syndrom. Sowohl dem Marfan- als auch dem Ehlers-Danlos-Syndrom liegt eine angeborene Bildungsstörung von Bindegewebe zu Grunde. In der Mittelschicht von Arterien kommt es zum Untergang von Muskelzellen, die Stabilität der Gefäßwand nimmt dann ab, und die Arterie weitet sich.

  • Eine Sonderform stellt das inflammatorische Aneurysma (entzündliche Arterienerweiterung) dar. Aus unklarer Ursache kommt es zur Entzündung und zum bindegewebigen Umbau (Fibrose) der Aortenwand. Auch die Umgebung der Aorta kann von der Entzündung und Fibrose betroffen sein, was unter anderem zu einer Einengung der Harnleiter führen kann.

Bauchaortenaneurysma lässt sich vom Arzt ertasten

In 50 bis 60 Prozent der Fälle kann der Arzt durch die körperliche Untersuchung eine Bauchaortenerweiterung erkennen. In diesen Fällen ist es ihm möglich, eine pulsierende Geschwulst unter der Bauchdecke zu ertasten und/oder Strömungsgeräusche mit dem Stethoskop zu hören.

In über der Hälfte der Fälle reicht eine körperliche Untersuchung aus, um das Bauchaortenaneurysma zu diagnostizieren. Ist durch die körperliche Untersuchung die Erweiterung der Bauchschlagader nicht zu erfassen, sollte bei bestehendem Verdacht auf diese Erkrankung unbedingt eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauches erfolgen. Die Ultraschallmethode kann von vielen Ärzten sicher und für den Patienten schmerzlos durchgeführt werden. Sie gilt als Basismaßnahme in der Reihenfolge von Untersuchungen, mit denen Bauchaortenaneurysmen erfasst werden können. 98 Prozent aller Baucharterienerweiterungen können hiermit gefunden werden.

Normalerweise stellt sich im Ultraschall die Bauchschlagader als echoarmes (dunkles) pulsierendes Gefäß dar, welches in Höhe der Wirbelsäule links neben der unteren Hohlvene liegt. Der maximale Durchmesser der Bauchschlagader beträgt normalerweise direkt unterhalb des Zwerchfells 2,5 Zentimeter und in Höhe der Aufzweigung in die Beckenarterien 1,7 Zentimeter. Im Falle einer krankhaften Erweiterung sind diese Maße überschritten.

Hinderlich bei der Ultraschall-Untersuchung kann die normale Darmgasbildung sein. Durch die Luftüberlagerung sind Gefäßstrukturen im Ultraschall nicht erkennbar.

Mit der Ultraschall-Untersuchung kann festgestellt werden, ob eine Erweiterung der Bauchschlagader vorliegt. Weitere Untersuchungen sollen klären, welche Konsequenzen diese Erkenntnis für den Patienten nun nach sich zieht. Um die Gefährlichkeit eines Bauchaortenaneurysmas einschätzen zu können, ist es nicht nur wichtig, seinen Größendurchmesser zu kennen, sondern es müssen auch folgende Faktoren beachtet werden:

  • Über welchen Abschnitt der Bauchschlagader erstreckt sich die Erweiterung? Sind die Abgänge wichtiger Bauchorganarterien, zum Beispiel der Nierenarterien, in die Erweiterung miteinbezogen?

  • Besteht zusätzlich zu dem Aneurysma noch eine Dissektion (Spaltung der Arterienwand)?

  • Befinden sich Blutgerinnsel in dem Aneurysma, falls ja: wie ist der Besatz des Aneurysmas mit Blutgerinnseln: konzentrisch (kreisrund) und exzentrisch (zum Beispiel halbmondförmig)?

  • Wie sehr hat sich das Aneurysma seit der letzten Untersuchung vergrößert? Die Wachstumsrate sollte 0,4 Zentimeter pro Jahr nicht überschreiten. Wächst ein Aneurysma schneller, so besteht ein erhöhtes Risiko der Gefäßwandzerreißung.

Gelingt aufgrund technischer Schwierigkeiten, zum Beispiel wegen Luftansammlungen im Darm, die Ultraschalluntersuchung nicht, so kann vom Radiologen, einem Arzt für Röntgendiagnostik, eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT, auch Kernspintomographie genannt) des Bauches angefordert werden. Im Vergleich zur Ultraschalluntersuchung sind diese Verfahren um ein Vielfaches teurer und sollten daher nur in besonderen Fällen erfolgen:

  • Wenn mit dem Ultraschall oder CT/NMR die Längsausdehnung und Mitbeteiligung von Bauchgefäßen nicht ausgeschlossen werden kann

  • Beim Verdacht auf eine Ausdehnung des Aneurysmas über die Nierenarterien hinaus

  • Beim Verdacht auf Durchblutungsstörungen der Darmarterien

  • Bei gleichzeitig bestehendem Aortenaneurysma im Bereich der Brustschlagader

Als eher überflüssig ist die früher häufig durchgeführte Röntgenaufnahme des Bauches zu sehen. Im Röntgenbild ohne Kontrastmittel sind Blutgefäße nicht sichtbar. Konturen einer Arterie werden nur dargestellt, wenn aufgrund von Arteriosklerose ein gewisse Menge Kalk in der Gefäßwand abgelagert sind. Die mit dem Ultraschall, CT oder NMR wichtigen, zu klärenden Fragen sind mit dieser Untersuchungsmaßnahme meist nicht zu beantworten

So wird die Bauchaortenerweiterung behandelt

Je nachdem wie hoch die Gefahr eingeschätzt wird, die für das Leben des Patienten von der Aortenerweiterung ausgeht, wird die Bauchaortenerweiterung unterschiedlich behandelt: Entweder wird der Patient operiert oder es werden primär die begleitenden Risikofaktoren therapiert.

Bei der Operation eines Bauchaortenaneurysmas werden die schadhaften Gefäßwandteile durch eine Gefäßprothese aus synthetischem Material ersetzt. In besonderen Fällen ist auch die Einlage einer Gefäßstütze (Stent) möglich. Im Mittelpunkt der konservativen (abwartenden) Behandlung steht dagegen die Senkung des arteriellen Bluthochdrucks sowie die Verringerung anderer Risikofaktoren. Hierzu gehört der Verzicht auf das Rauchen sowie die konsequente Senkung erhöhter Blutfett- und Blutzuckerwerte.

Die Hauptgefahren eines Bauchaortenaneurysmas sind das Zerreißen der Gefäßwand, welches durch inneres Verbluten zum Tode führen kann, und der Verschluss von abzweigenden Organarterien. Bei einem solchen Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel (Embolie) werden die Organe, die sonst von der Arterie mit Blut versorgt werden, durch den plötzlichen Sauerstoffverlust geschädigt (Infarkt). Wenn sich kleinere Gerinnselteile lösen und mit dem Blutstrom mitgeführt werden, können diese auch in den Beinen zu Gefäßverschlüssen führen.

Diese Gefahren müssen denen gegenübergestellt werden, die für den Patienten durch die Operation entstehen. Das Risiko, bei der Operation eines Bauchaortenaneurysmas zu sterben, ist relativ hoch: Macht sich die Gefäßerweiterung noch nicht durch Symptome bemerkbar, beträgt das Risiko 1,6 bis 4,8 Prozent, sind bereits typische Krankheitszeichen aufgetreten ist es mit 4,2 bis 15 Prozent noch höher.

Um die Gefährlichkeit eines Bauchaortenaneurysmas abzuschätzen, müssen folgende Fragen geklärt werden:

  • Wie groß ist der Durchmesser des Aneurysmas? Aneurysmen mit einem Durchmesser von mehr als 5,5 Zentimeter sollten operiert werden, auch wenn der Patient keine Beschwerden hat.

  • Verursacht das Aneurysma Krankheitszeichen?

  • Vergrößert sich die Erweiterung im Laufe der Zeit? Ist die Wachstumstendenz schnell oder langsam? Als Grenzwert wurde hier eine Zunahme des Gefäßdurchmessers von mehr als fünf Millimetern innerhalb von sechs Monaten festgesetzt.

  • Liegen Blutgerinnsel in der Gefäßerweiterung vor, die das Innere des Gefäßes konzentrisch (kreisförmig) oder exzentrisch (halbmondförmig) ausfüllen?

  • Bestehen begleitende Erkrankungen des Herzens (Herzinfarkt, Herzklappenfehler)?

  • Bestehen Komplikationen (Spaltung der Arterienwand, Infektionen, gedeckter Einriss der Aortenwand)?

Hat der Patient keine Beschwerden und bestehen keine Komplikationen der Bauchaortenerweiterung, so wird man zunächst abwarten und mögliche Risikofaktoren mit Medikamenten behandeln. Ebenso wird man sich verhalten, wenn von dem Aneurysma zwar eine Gefahr ausgeht, diese aber für den Patienten geringer ist als sein persönliches Operationsrisiko. Auch wenn Begleiterkrankungen wie etwa ein vorangegangener Herzinfarkt, eine stark eingeschränkte Nieren- oder Hirnleistung oder auch eine bösartige Krebserkrankung bestehen, wird häufig auf eine Operation verzichtet. Entscheidet man sich für eine abwartende Haltung, so muss das Aneurysma alle drei bis sechs Monate mittels Ultraschall untersucht werden.

Handelt es sich um eine Erweiterung von über 5,5 Zentimeter, ist die Wachstumstendenz hoch, liegen Komplikationen vor oder aber ist der Blutdruck des Patienten sehr hoch und schwer zu kontrollieren, so wird man zu einer Operation des Aneurysmas raten. Dies wird man selbst dann tun, wenn der Patient keine Krankheitszeichen verspürt.

Die Einlage einer Gefäßstütze (Stent)

In der Behandlung der Bauchaortenerweiterung gewinnt seit 1990 das Einbringen von Metallgittern, die als Stützprothesen (Stents oder Stentprothesen) dienen, zunehmend an Bedeutung.

Diese Prothesen werden nach Öffnung der Leistenarterie mit einem Führungskatheter über die Beckenschlagader in die Erweiterung der Hauptschlagader vorgeschoben. Dort werden sie so entfaltet, dass sie die Funktion einer künstlichen Arterienwand innerhalb des ursprünglichen Gefäßes übernehmen. Eine große Operation, bei der der erweiterte Abschnitt der Bauchschlagader durch eine Gefäßprothese ersetzt wird, wird durch diese Behandlungsmethode unnötig.

Der Eingriff selbst wird in örtlicher Betäubung durch die Zusammenarbeit zwischen Chirurgen und Röntgenärzten durchgeführt. Das Verfahren ist allerdings nur in besonderen Fällen einsetzbar.

Zur festen Verankerung der Stent-Prothese ist ein gesunder Aortenabschnitt unterhalb der Nierenarterien, gemessen von ihrem Abgang, von mindestens 15 Millimetern notwendig. Aus dem gleichen Grund sollte ein gesunder Aortenabschnitt von mindestens zehn Millimetern zwischen Arterienerweiterung und Abgang beider Beckenarterien bestehen.

Diese Voraussetzungen erfüllen bis zu 50 Prozent der Patienten mit Bauchaortenerweiterungen, die unterhalb der Nierenarterienabgänge gelegen sind. Da aber noch keine Langzeitergebnisse dieser Behandlungsmethode vorliegen, steht die operative Behandlung mit Einsatz einer Gefäßprothese immer noch an erster Stelle, und die Stent-Einlage bleibt bislang Fällen vorbehalten, in denen eine Operation nicht möglich ist.

Medikamentöse Hemmung des Aneurysmawachstums

Ob man das Wachstum eines Aortenaneurysmas medikamentös beeinflussen kann, wird zur Zeit untersucht. Da immer wieder infektiöse (also erregerbedingte) Ursachen der Arteriosklerose diskutiert werden, stellen Antibiotika einen möglichen Ansatzpunkt dar. In einer Studie mit 92 Patienten konnte die Einnahme des Antibiotikums Roxithromycin über 28 Tage das Aneurysmawachstum verlangsamen. Bei den Patienten, die das Antibiotikum erhalten hatten, wuchs das Aneurysma jährlich um 1,56 Millimeter, während es sich bei den Patienten, die nur ein Placebo eingenommen hatten, um 2,75 Millimeter pro Jahr vergrößerte. Weitere Studien und Langzeitergebnisse sind jedoch nötig, um aus diesen vorläufigen Ergebnissen neue Behandlungsstrategien zu entwickeln.

Bauchaortenerweiterung lässt sich vorbeugen

Die meisten Bauchaortenaneurysmen entstehen als Folge von arteriosklerotischen Veränderungen der Gefäße. Diesen Veränderungen kann man wirksam vorbeugen. Aber selbst wenn bereits ein Aneurysma besteht, kann man einiges tun, um schwerwiegende Komplikationen zu verhindern.

Wichtigste Maßnahme zur Verhinderung einer Bauchaortenerweiterung ist es, erhöhte arterielle (vor allem die diastolischen, also die unteren) Blutdruckwerte medikamentös zu behandeln. Diese Medikamente müssen von einem Arzt verschrieben werden.

Ernährungsregeln: So essen Sie sich gesund und fit

Aber auch der Patient selbst ist gefordert: Eine gesunde Lebensführung verringert die Gefahr eines Aneurysmas. Dazu gehört vor allem das Einstellen des Nikotinkonsums und die Vermeidung oder Verminderung erhöhter Blutfett- oder Blutzuckerwerte durch eine gesunde Ernährung mit wenig Fett und Zucker, aber vielen Vollkornprodukten und Gemüse.

Verwandte ersten Grades von Patienten, die an einem Bauchaortenaneurysma leiden, haben ein erhöhtes Risiko ebenfalls betroffen zu sein. Sie sollten sich einer Ultraschall-Untersuchung des Bauches unterziehen. Diese Maßnahme ist schmerzlos und sehr gut geeignet, die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen.

Liegt bereits eine Erweiterung der Bauchschlagader vor, so sollte diese regelmäßig alle drei bis sechs Monate durch eine Ultraschall-Untersuchung kontrolliert werden. Vor allem eine konsequente Einstellung der Blutdruckwerte ist entscheidend, um der Hauptkomplikation, dem Zerreißen der Schlagader (Aortenruptur), vorzubeugen.

Körperliche Anstrengungen sollten vermieden werden. Ebenso sollte für einen regelmäßigen, weichen Stuhlgang gesorgt werden, da die Druckerhöhung im Bauch beim Pressen (zum Beispiel bei Verstopfung) zu einem Zerreißen des Aneurysmas führen kann.

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Letzte Aktualisierung: 23. September 2011

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