Meist allergisch bedingt

Arzneimittelexanthem: Was tun bei Hautreaktionen durch Medikamente?

Als Arzneimittelexanthem werden unerwünschte Wirkungen von Medikamenten auf die Haut oder Schleimhaut bezeichnet. Die Behandlung ist meist entsprechend einfach: Das Arzneimittel absetzen. Zusätzlich können weitere Therapien helfen.

Frau nimmt Medikament ein
Pusteln oder Flecken auf der Haut: Mögliche Ursache ist eine Allergie oder Pseudoallergie gegen ein bestimmtes Arzneimittel.
(c) Stockbyte

Unter einem Arzneimittelexanthem versteht man eine Hautreaktion, die durch Arzneimittel hervorgerufen wird. Exanthem ist der Fachausdruck für großflächig auftretende Hautveränderungen jeder Ursache.

Arzneimittelexantheme sind häufig allergisch bedingt. Echte allergische Reaktionen werden durch eine Reaktion des Immunsystems auf das Antigen ausgelöst. Jeder Stoff, der eine Allergie auslöst, wird als Allergen bezeichnet. Allergene sind wiederum eine Unterart der Antigene, von Stoffen also, gegen die der Körper Antikörper bildet.

Daneben gibt es auch die Möglichkeit einer nicht durch das Immunsystem vermittelten Hautreaktion; diese nennt man Intoleranzreaktion oder pseudoallergische Reaktion. Arzneimittel sind häufige Auslöser allergischer Hautreaktionen.

Symptome des Arzneimittelexanthems

Der Kontakt mit dem Arzneimittel als Antigen ist bei einem Arzneimittelexanthem auf zweierlei Weise möglich:

  • Durch direkten Kontakt auf die Haut, bei Arzneimitteln also in Form von Salben, Pudern, Lösungen.

  • Durch eine systemische Wirkung. Das heißt, dass das Arzneimittel in den Blutkreislauf aufgenommen wird und auf den ganzen Organismus wirken kann. Die häufigsten Formen der innerlichen Aufnahme von Arzneimitteln sind das Einnehmen von beispielsweise Tabletten (orale Aufnahme) oder Spritzen.

Ein Arzneimittelexanthem zeigt sich durch akute Hautausschläge, die sich vom Rumpf auf die Extremitäten ausweiten können und häufig von Juckreiz begleitet werden. Exantheme können sich in Form von Ekzemen, Flecken, Quaddeln, Knötchen äußern oder an Masern, Scharlach oder Röteln erinnern.

Die Ursachen von Arzneimittelexanthemen

Im Gegensatz zu anderen Nebenwirkungen von Arzneimitteln treten allergische Reaktionen bei einem Arzneimittelexanthem unabhängig von der verabreichten Menge des Mittels auf.

Viele unerwünschte Reaktionen auf Arzneimittel sind unvermeidlich und gehören ebenso zu den Wirkungen eines Medikaments wie die erwünschten (therapeutischen) Wirkungen. Ein Beispiel für eine solche unvermeidliche, aber unerwünschte Wirkung ist zum Beispiel der Haarausfall als Folge einer Chemotherapie zur Krebsbehandlung. Die unerwünschten Wirkungen werden dabei direkt durch den Wirkmechanismus des Medikaments ausgelöst und lassen sich von der therapeutischen Wirkung nicht trennen. Unvermeidlich heißt nicht, dass diese Wirkungen bei jedem behandelten Patienten in gleicher Ausprägung vorkommen. Aber die unerwünschten Wirkungen (Nebenwirkungen) lassen sich durch die Wirkung des Medikamentes erklären und sie sind genau wie die erwünschten Wirkungen abhängig von der Dosis des Medikaments.

Allergische Arzneimittelreaktionen sind dosisunabhängig

Bei den allergischen Reaktionen fungiert das Arzneimittel als Antigen und es kommt nur dann zur Reaktion, wenn bei einem individuellen Patienten entsprechende Bedingungen dafür vorliegen. Während also die nicht allergischen, unerwünschten Arzneimittelwirkungen bei entsprechend hoher Dosierung bei den meisten Patienten berechenbar auftreten werden, können allergische Reaktionen auftreten. Diese allergischen Reaktionen werden aber auch bei sehr hoher Dosierung nur bei einem Bruchteil der Patienten auftreten.

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Charakteristisch für Medikamentenallergien ist die Sensibilisierung. Dabei kommt es beim Erstkontakt mit einem Antigen (hier einem Medikament) zur Auslösung einer Immunantwort ohne erkennbare äußerliche Reaktion. Bei diesem Erstkontakt spezialisiert sich ein winziger Teil der Immunzellen genau auf dieses Antigen. Bei erneutem Antigenkontakt tritt die Immunreaktion verstärkt auf, denn es sind nun schon spezialisierte Zellen vorhanden, die sofort und heftig auf das Antigen reagieren können. Die Sensibilisierung ist von der Menge des zugeführten Antigens unabhängig und bleibt sehr lange bestehen, in manchen Fällen sogar lebenslang. Das heißt, auch Jahrzehnte nach der erstmaligen Einnahme eines Medikaments kann es bei erneuter Einnahme zum Auftreten einer allergischen Reaktion kommen, wenn bei der ersten Einnahme eine Sensibilisierung erfolgt ist.

Das lebenslange Gedächtnis des Immunsystems wird von besonders spezialisierten weißen Blutkörperchen (Lymphozyten) gebildet. Es gibt aber Arzneimittel, bei denen es auch ohne Sensibilisierung zu einer allergischen Reaktion kommt. Das heißt schon bei Erstgabe kann eine allergische Reaktion auftreten. Eine mögliche Erklärung liegt in einer Kreuzimmunität oder Kreuzreaktion: das Immunsystem verwechselt die erstmals verwandte Substanz mit einer, gegen die schon einen Sensibilisierung erfolgt war, zum Beispiel aufgrund einer ähnlichen chemischen Struktur. Solche Kreuzreaktionen sind bei den verschiedenen Arten von Penizillinen nicht selten. Das Risiko einer Allergieentstehung ist bei lokaler Anwendung am höchsten, was mit ein Grund ist, warum Antibiotika als häufige Auslöser von Arzneimittelallergien möglichst nicht in Form von Pudern oder Salben auf die Haut aufgetragen werden sollen. An zweiter Stelle bei der Allergieentstehung folgt die intravenöser Gabe, also die Gabe von Spritzen oder Infusionen in ein Blutgefäß. Bei oraler Anwendung (Tabletten) ist das Risiko einer Allergie prinzipiell am geringsten.

Ursachen für die Neigung zu Allergien sind kaum bekannt

Die Frage, warum ein Individuum auf eine bestimmte Substanz überempfindlich reagiert, ist ungeklärt. Sicher gibt es eine erbliche Disposition (Neigung) zu Allergien, die sogenannte Atopie. Dabei handelt es sich aber nicht um eine klassische Erbkrankheit, bei der eine Erkrankung in jedem Fall von den Eltern auf die Kinder übertragen wird. Trotzdem ist eine familiäre Häufung von allergischen Erkrankungen zu beobachten. Neben der erblichen Disposition werden auch Umweltfaktoren für die Entstehung von Allergien verantwortlich gemacht, allerdings bestehen über diese Faktoren bisher nur Vermutungen.

Kreuzreaktionen führen auch zu Arzneimittelallergien

Ursache für Arzneimittelallergien sind außerdem Kreuzreaktionen: Ähnliche Antigene kann das Immunsystem nicht unterscheiden und reagiert gleichermaßen darauf: Das bezeichnet man als Kreuzreaktion oder Kreuzallergie. So kann beispielweise ein gegen Penicillin (zum Beispiel Penicillin G) allergischer Patient bei erstmaliger Gabe eines anderen Penicillins (zum Beispiel Amoxycillin) ebenfalls allergisch reagieren.

So wird das Arzneimittelexanthem diagnostiziert

Die meisten Informationen erhält der Arzt beim Arzneimittelexanthem aus der ausführlichen Befragung des Patienten. Möglicherweise notwendige Blutuntersuchungen und Allergietests dienen der Bestätigung der Diagnose.

Diese gefährlichen Wechselwirkungen sollten Sie kennen

Nur bei wenigen Arzneimittelexanthemen handelt es sich um eine Blickdiagnose, das bedeutet, der erfahrene Hautarzt kann auf einen Blick erkennen, dass es sich wahrscheinlich um ein Arzneimittelexanthem handelt. Wesentlich häufiger kommen nach dem Erscheinungsbild der Haut verschiedene Erkrankungen infrage. Manche Medikamente neigen zu typischen Formen der Hauterscheinungen. Allerdings können die meisten Medikamente unterschiedliche Hautreaktionen auslösen. Aus diesem Grund ist es dem Arzt nur selten möglich, von dem Hautbild direkt auf das verursachende Medikament zu schließen. Besteht der Verdacht auf eine Arzneimittelallergie, so gilt es, das auslösende Medikament zu identifizieren. Das mag relativ einfach sein, wenn der Patient nur ein Medikament in den letzten Wochen vor dem Auftreten der Hauterscheinungen eingenommen hat und das Hautbild typisch für ein Arzneimittelexanthem ist.

Sehr schwierig ist es aber, wenn der Patient viele verschiedene Medikamente einnimmt und die Therapie in den letzten Wochen mehrfach verändert wurde. Schließlich kann auch ein Medikament für die Allergie verantwortlich sein, das zum Zeitpunkt des Auftretens der ersten Hauterscheinungen schon wieder abgesetzt ist. Die Befragung des Kranken (Anamnese) steht am Anfang. Wesentliche Informationen sind dabei: Wo, wann und unter welchen Umständen traten die Hauterscheinungen auf? Welche Medikamente wurden über welchen Zeitraum eingenommen? Sind Allergien bekannt und sind solche Hauterscheinungen schon einmal aufgetreten? Dabei reicht es nicht aus, nur die Substanzgruppe (zum Beispiel Antibiotikum) zu benennen, sondern den genauen Wirkstoff beziehungsweise das Präparat. Je gründlicher die Krankengeschichte erfragt wird, um so eher kann das auslösende Medikament identifiziert werden. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung erfolgt eine sorgfältige Untersuchung der gesamten Haut (einschließlich behaartem Kopf und der Genitalregion) sowie der einsehbaren Schleimhäute.

Blutuntersuchungen helfen bei der Diagnose eines Arzneimittelexanthems nur selten weiter. Nur für manche Arzneimittel existieren spezifische Tests, mit denen festgestellt werden kann, ob ein Patient gegen das entsprechende Medikament sensibilisiert ist. Wenn unklar ist, ob es sich bei einer Hauterscheinung um eine Allergie oder ein anderes Krankheitsbild der Haut handelt, können sich im Blut Zeichen einer ablaufenden allergischen Reaktion zeigen: Vermehrung der eosinophilen Granulozyten (bestimmte weiße Blutkörperchen, die bei einer Allergie vermehrt im Blut erscheinen) und Erhöhung des Immunglobulins E (Antikörper, der bei Allergien vermehrt gebildet wird, IgE-Antikörper). Bei der Bestimmung der IgE-Antikörper sind zwei Verfahren zu unterscheiden: Einmal lässt sich bestimmen, ob die IgE-Antikörper insgesamt erhöht sind, was ganz allgemein für eine allergische Reaktion sprechen kann. Zum anderen kann man auch spezifische IgE-Antikörper nachweisen, die gegen einen bestimmten allergieauslösenden Stoff, zum Beispiel ein Arzneimittel, gerichtet sind.

Tests beim Arzneimittelexanthem

Hauttests sollten erst einige Zeit nach Abklingen der Hautentzündung durchgeführt werden, denn die kann möglicherweise die Testergebnisse beeinflussen, weil die Haut nach dem Abklingen einer Entzündung noch mehrere Wochen besonders irritierbar bleibt.

Die Durchführung der Tests ist wenig schmerzhaft. Allerdings kann es bei positivem Testergebnis unter Umständen zu Juckreiz kommen. Zur Diagnostik von Arzneimittelexanthemen werden deswegen häufig Provokationstests angewandt. Um herauszufinden, welches Medikament für ein Arzneimittelexanthem verantwortlich ist, sollten Provokationstests nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko durchgeführt werden.

In vielen Fällen ergibt sich aus den Haut- und Labortests kein Hinweis auf das Vorliegen einer bestimmten Allergie. Das kann daran liegen, dass erst eine bestimmte Menge des Medikamentes zu den Symptomen führt und dass diese Menge bei den Hauttests nicht erreicht wird. In solchen Fällen kann der Provokationstest helfen. Dabei wird im Verlauf eines Tages das zu testende Medikament dem Patienten in der üblichen Weise (also beispielsweise als Tablette, Spritze oder Infusion) verabreicht, wobei man mit einer niedrigen Dosis beginnt und die Dosis stufenweise steigert, bis zur vollen Dosis des Medikaments. Sobald Symptome auftreten, wird die Testung abgebrochen.

Provokationstests bergen ein erhebliches gesundheitliches Risiko und dürfen nur durchgeführt werden, wenn geschultes Personal und Ausstattung für eine Notfallbehandlung jederzeit erreichbar sind.

Arzneimittelexanthem behandeln, Beschwerden lindern

Die wirkungsvollste Behandlung besteht im Absetzen des Medikaments, das wahrscheinlich zu dem Arzneimittelexanthem geführt hat. Die Beschwerden können außerdem durch die Gabe von Arzneimitteln gelindert werden, welche die allergische Reaktion unterdrücken.

Sinnvoll ist das Absetzen des verdächtigten Medikamentes. Zusätzlich richtet sich die Therapie gegen die vorhandenen Symptome. Durch Histamin vermittelte Symptome, typischerweise Juckreiz und Quaddeln, werden mit sogenannten Antihistaminika behandelt. Das sind Medikamente, welche die Wirkung des Histamins blockieren. Zu den Antihistaminika gehören die verschiedene Substanzen, zum Beispiel Cetirizin, Loratadin, Dimetinden, Clemastin und viele andere. Diese sollten als Tablette verordnet werden. Andere Hautveränderungen werden mit Kortisonpräparaten (auch Steroide genannt, weil das Kortison zu den Steroidhormonen gehört) behandelt, die außerordentlich wirkungsvoll gegen allergische und entzündliche Reaktionen sind. Wenn weniger als 20 Prozent der Körperoberfläche betroffen sind, kann die Behandlung mittels Cremes oder Salben erfolgen, bei großflächigerem Befall sollten Tabletten verschrieben werden.

Wenn das auslösende Medikament nicht abgesetzt werden kann, dann muss mit einem Fortbestehen der Symptomatik gerechnet werden. Hier muss der Arzt die Notwendigkeit der Gabe des Medikamentes gegen die Schwere der Nebenwirkung abwägen. Bei einem Diabetiker wird man zum Beispiel kaum auf die Gabe von Insulin verzichten können, selbst wenn sich eine Insulinallergie mit Hauterscheinungen entwickeln sollte. Da sich aber die allergische Reaktion häufig nicht gegen das Insulin selbst, sondern gegen Zusatzstoffe in dem Insulinpräparat richtet, kann man zum Beispiel das Insulinpräparat wechseln.

Nach Absetzen des auslösenden Medikamentes und entsprechender Therapie kommt es in der Regel binnen zwei bis drei Wochen zum Abklingen der Hautveränderungen.

Behandlung beim Lyell-Syndrom

Einen Sonderfall stellt die Therapie des Lyell-Syndroms dar, das aufgrund seiner Schwere intensivmedizinisch betreut werden muss. Es kommt dabei zur Bildung von großen Blasen und der Ablösung großer Hautareale mit Schmerzen und schweren Allgemeinreaktionen wie Fieber. Hier sind Strategien wie bei der Versorgung von Verbrennungsopfern zu befolgen: Es werden Medikamente zur Schmerzlinderung gegeben, Flüssigkeitsverluste über die offenen Wunden durch Infusionen ausgeglichen und man beugt möglichen zusätzlichen Druckschäden der Haut durch spezielle Matratzen (Wasserbett, Luftkissen) vor. Ganz wichtig ist der Schutz vor Infektionen der Wunden. Pflegepersonal und Besucher müssen daher Schutzkleidung (Mundschutz, Handschuhe) tragen, die Wunden werden mit speziellen Verbänden abgedeckt, die nicht ankleben und auftretende Infektionen werden mit Antibiotika behandelt. Neben diesen Maßnahmen wird Kortison in hoher Dosierung gegeben, um die der Erkrankung zugrundeliegenden allergischen und entzündlichen Mechanismen wirkungsvoll zu unterdrücken.

Arzneimittelexanthem lässt sich häufig vorbeugen

Die beste Vorbeugung gegen das Auftreten eines Arzneimittelexanthems ist der sachgerechte Umgang mit Medikamenten. Jede Verordnung sollte triftige medizinische Gründe haben. Die Medikamente sollten jeweils nur für die notwendige Zeit angewandt werden.

Der behandelnde Arzt sollte insbesondere bei der längerfristigen Anwendung von Medikamenten (Blutdruckmedikation!) diese Notwendigkeit immer wieder kritisch prüfen.

Nicht selten lösen Substanzen allergische Arzneimittelexantheme aus, deren Einnahme nicht dringend erforderlich sind, zum Beispiel Vitaminpräparate. Auch als Patient sollte man sich fragen, ob man derartige Präparate tatsächlich unbedingt benötigt. Häufig sind dabei gar nicht die Wirkstoffe, also die Vitamine oder Mineralien, Ursache einer Allergie, sondern Zusatzstoffe in den Tabletten oder Kapseln.

Durch die Sammlung von Informationen über die Häufigkeit unerwünschter Nebenwirkungen können Medikamente identifiziert werden, die ein besonders hohes Risiko zur Auslösung von Arzneimittelexanthemen aufweisen. Diese sollten ganz besonders zurückhaltend verordnet werden. Meldungen über Nebenwirkungen werden zum Beispiel von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AKdÄ) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gesammelt, ausgewertet und neue Erkenntnisse über bisher nicht bekannte Nebenwirkungen eines Medikaments den Ärzten bekanntgegeben.

Vorsicht bei neuen Arzneimitteln

Zurückhaltung sollte ebenfalls bei neuen Arzneimitteln geübt werden, da häufig nur ein Bruchteil der möglichen Nebenwirkungen bekannt ist. In vielen Fällen lässt sich mit bekannten und bewährten Medikamenten genauso gut behandeln und die Nebenwirkungen, also auch das mögliche Auftreten von Arzneimittelexanthemen, sind bekannt.

Patienten genau befragen

Eine weitere vorbeugende Maßnahme ist die genaue Befragung des Patienten zu bestehenden Allergien vor der Verordnung eines Medikaments. Liegt zum Beispiel eine Allergie gegen die bei bakteriellen Infektionen eingesetzten Sulfonamide vor, dann ist Vorsicht angebracht, wenn chemisch verwandte Stoffe verabreicht werden sollen. Chemische Verwandte der antibiotisch wirksamen Sulfonamide sind zum Beispiel harntreibende Mittel (Diuretika; unter anderem Furosemid oder Hydrochlorothiazid) oder blutzuckersenkende Mittel (chemisch Sulfonylharnstoffe genannt: zum Beispiel Glibenclamid). Allergien entwickeln sich auch bevorzugt gegen sogenannte Parastoffe, die zum Beispiel in Form der Benzoesäure und Parabene als Konservierungsstoffe in vielen Lebensmitteln, Kosmetika und auch Arzneimitteln vorhanden sind. Zusätzlich zur allergischen Reaktion auf die in Arzneimitteln enthaltenen Parabene besteht bei einer Allergie gegen Parastoffe aber wahrscheinlich auch eine größere Gefahr, Allergien gegen andere Parastoffe zu entwickeln, und dazu gehören die Sulfonamide und verschiedene Mittel zur örtlichen Betäubung (Lokalanästhetika). Die Patienten selbst haben die Verantwortung, ihren Arzt auf bereits bestehende Allergien hinzuweisen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 28. Januar 2013
Durch: sist

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