Hauterkrankungen

Akne (Acne vulgaris)

Bei Akne beziehungsweise Acne vulgaris, so der medizinische Fachausdruck, entzünden sich die Talgdrüsen der Haut und es kommt zu Pickeln, Mitessern, Pusteln und Knoten.

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Jugendliche und junge Erwachsene haben am häufigsten Acne vulgaris.
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Die Acne vulgaris (gewöhnliche Akne), meist bloß Akne genannt, ist die weltweit häufigste Hautkrankheit: Zwischen 60 und 80 Prozent der Jugendlichen leiden darunter, wobei Akne am häufigsten in der Altersgruppe der 15- bis 18-Jährigen vorkommt.

Bei Akne handelt es sich um eine Erkrankung der Talgdrüsenfollikel der Haut, die sich je nach Schweregrad in Pickeln oder Mitessern (Komedonen) äußert. Diese Hautunreinheiten kommen hauptsächlich an Körperstellen vor, die besonders viele Talgdrüsen aufweisen. Dazu zählen das Gesicht und Dekolleté, die Oberarme sowie der Nacken und Rücken.

Meist bildet sich die Akne nach der Pubertät von alleine zurück, wobei fünf bis sieben Prozent der Betroffenen Narben zurückbehalten. Allerdings kann Akne auch im Erwachsenenalter fortbestehen: Etwa zehn Prozent der Betroffenen hat noch über das 25. Lebensjahr hinaus mit Symptomen zu kämpfen, Frauen häufiger als Männer. Allerdings leiden etwas mehr Jungen als Mädchen unter den Hautunreinheiten und bei männlichen Jugendlichen sind schwere Fälle häufiger.

Formen von Akne

Wenn von Akne die Rede ist, ist meist die gewöhnliche Akne gemeint. Daneben gibt es eine Reihe weiterer Akne-Formen, die sich in ihren Ursachen und Anzeichen von der gewöhnlichen Acne vulgaris unterscheiden:

  • Bei der Acne inversa entzünden sich die Haarfollikel im Achsel- und Schamhaarbereich und sorgen für schmerzhafte Knoten.

  • Acne venenata oder Kontaktakne: Sie tritt auf, wenn die Haut häufig mit bestimmten chemischen Stoffen (etwa chlorierten Kohlenwasserstoffen, Teer oder Mineralölen und Schmierstoffen) in Berührung kommt.

  • Die Neugeborenenakne (Acne neonatorum, Babyakne, Säuglingsakne) tritt in den ersten Lebenswochen auf und ist häufig eine Reaktion auf hormonelle Umstellungen nach der Geburt. Auch Schwankungen des Hormonspiegels während der Schwangerschaft spielen eine Rolle.

  • Wer an Mallorca-Akne leidet, reagiert überempfindlich auf eine Kombination von Sonnencreme und UV-Strahlung.

  • Spätakne oder Acne tarda tritt meist nach dem 25. bis 30. Lebensjahr auf.

Akne kann Lebensqualität stark beeinträchtigen

Zwar wird Akne häufig als ganz normale Pubertätserscheinung abgetan. Tatsächlich aber müssen zwischen 15 und 30 Prozent der Patienten aufgrund des Schweregrads oder der Fortdauer der Hauterkrankung medizinisch behandelt werden.

Außerdem kann eine ausgeprägte Akne die Lebensqualität stark beeinträchtigen – laut Patientenbefragungen ist die Verschlechterung der Lebensqualität vergleichbar mit der durch Asthma bronchiale, Epilepsie, Typ-2-Diabetes oder eine Arthritis. Selbst Angststörungen und Depressionen können durch Akne ausgelöst werden.

Therapietreue bestimmt Behandlungserfolg bei Akne mit

Zur Akne-Therapie gibt es unterschiedliche Verfahren. Allerdings führen diese nicht immer zum Erfolg, was unter anderem mit der mangelnden Therapietreue der Patienten zusammenhängen kann. So sind weniger als ein Viertel sehr zufrieden mit dem Therapieerfolg, knapp ein Drittel dagegen überhaupt nicht. Wichtig ist, die Therapie unter Anleitung des Hautarztes anzupassen, wenn sich kein Therapieerfolg einstellt.

Ursachen: Wie entsteht Akne?

Bei der Ursache der Acne vulgaris handelt es sich meist um eine Kombination mehrerer auslösender Faktoren. Dazu gehören eine erhöhte Talgproduktion, Verstopfungen und Verhornungen der Talgdrüsen und Entzündungsreaktionen. Hormone spielen dabei eine wichtige Rolle.

Durch die Verhornung und Verstopfung der Talgdrüsen kann der Talg nicht mehr richtig abfließen. Es bilden sich Mitesser. Diese können nun von Bakterien besiedelt werden und sich entzünden.

Veränderte Hormonproduktion als Akne-Ursache

Die Veränderung der Hormonproduktion kann eine Ursache für Akne sein. Hier stehen vor allem Schwankungen bei der Ausschüttung von Androgenen (männlichen Geschlechtshormonen) im Vordergrund.

Die Talgdrüsen, an denen sich die entzündlichen Pickel bilden, verfügen über Androgenrezeptoren, reagieren also auf diese Geschlechtshormone mit einer vermehrten Talgproduktion. Deshalb tritt Akne bevorzugt in der Pubertät auf. Aus dem selben Grund kann es auch während der Menstruation, in der Schwangerschaft oder nach der Geburt bei Frauen zu Acne vulgaris kommen.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass auch Vererbung bei der Entstehung von Akne eine Rolle spielt. Genetisch bedingt kann es zum Beispiel zu einer Überproduktion von Androgenen in der Pubertät kommen.

Medikamente können Ursache der Akne sein

Umweltfaktoren wie Klima, Luftfeuchtigkeit und UV-Strahlung können ebenfalls Ursachen der Akne sein beziehungsweise das Entstehen der Hautunreinheiten begünstigen. Schließlich kommen auch Medikamente als Akne-Ursache in Frage: Zahlreiche Substanzen können Pickel und Pusteln sprießen lassen, indem sie beispielsweise die Produktion von Androgenen beeinflussen.

Nicht belegt ist bislang der Einfluss von Stress und psychischen Belastungen auf die Entwicklung von Akne. Immerhin weisen Untersuchungen darauf hin, dass Stress zu den Akne-Ursachen zählen könnte und bei der der Entstehung von entzündlichen Prozessen in den Talgdrüsenfollikeln beteiligt ist.

Ernährung als Risikofaktor für Akne

Die Ernährung kommt ebenfalls als Ursache von Akne infrage, obwohl ihr Stellenwert umstritten ist. Gestützt wird die Theorie einer bestimmten Ernährung als Akne begünstigenden Faktor unter anderem durch die Beobachtung, dass der Wechsel zu westlichen Ernährungsgewohnheiten bei Inuit, Chinesen und Einwohnern der Okinawa-Insel, einer japanischen Inselgruppe, Akne häufiger auftreten ließ. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dabei Omega-3-Fettsäuren, die in größeren Mengen beispielsweise in Fisch vorkommen, in geringerer Menge aufgenommen werden, dafür aber vermehrt Omega-6-Fettsäuren, die entzündungsfördernd wirken.

Andere Studien belegen, dass vor allem Milch, Weizenmehl und Süßigkeiten – also kohlenhydratreiche Nahrungsmittel mit einem hohen glykämischen Index – die Entstehung von Pickeln begünstigen. Möglicherweise beeinflusst der Insulinspiegel auch das Erscheinungsbild der Haut.

Symptome der Akne vulgaris

Zu den Symptomen der Akne gehören je nach Schweregrad Mitesser, Pusteln, kleine Fisteln und Knoten. Bei schwerer Akne bleiben nach dem Abheilen Narben zurück.

Akne zeigt sich vor allem in Bereichen, in denen sich besonders viele Talgdrüsenfollikel befinden – also im Gesicht sowie an Nacken, Brust und Rücken. Je nach Schwere zeigen sich in diesen Bereichen zunächst Mitesser. Diese können sich durch Bakterien entzünden. Die Pickel sind mit Eiter gefüllt, der in kleinen Bläschen an der Hautoberfläche zu sehen ist. Diese Form nennt man Acne papulopustulosa. Anhand der Akne-Symptome lässt sich die Hauterkrankung in verschiedene Schweregrade unterteilen.

Verschiedene Schweregrade bei Akne

Von einer milden Akne kann gesprochen werden, wenn nur wenige Mitesser (Komedonen) und wenige bis keine Pickel auftreten. Ein moderater Schweregrad geht mit deutlicheren Akne-Symptomen einher: Hier kommt es zu vielen Komedonen, wenigen bis vielen Pusteln und eventuell auch wenigen kleinen Knoten oder Zysten. Im Gegensatz zur milden Akne sind beim moderaten Schweregrad Entzündungen vorhanden.

Schwere Akne hinterlässt Narben

Eine schwere Akne liegt dann vor, wenn zu den Mitessern sehr viele Pusteln, kleine Zysten und eventuell auch Knoten hinzukommen und schwere Entzündungen auftreten. Diese hinterlassen beim Abheilen Narben.

Von einer sehr schweren Akne wird gesprochen, wenn die Entzündungen sehr ausgeprägt sind. Immer kommt es bei sehr schwerer Akne zur Bildung von Knoten, die tief in die Haut reichen.

Akne conglobata betrifft überwiegend Männer

Die entzündlichen Knoten unter der Haut, die bei schwerer und sehr schwerer Akne auftreten, sind schmerzhaft und jucken. Die Knoten treten nicht nur in den typischen Akne-Regionen auf, sondern auch an Armen, Beinen und Gesäß. Sie hinterlassen häufig Aknenarben. Diese schwerste Form, die Acne conglobata, betrifft überwiegend Männer.

Wie Acne vulgaris diagnostiziert wird

Zur Diagnose der Acne vulgaris führt der Arzt zunächst eine Anamnese durch. Informationen zum Zeitpunkt des ersten Auftretens der Beschwerden, deren Entwicklung sowie die bisherige Behandlung sind dabei wichtig.

Häufig wurde vor dem Arztbesuch schon eine Reihe an frei erhältlichen Kosmetika verwendet. Mögliche Allergien hierauf oder Medikamenteneinnahmen sind bei der Anamnese ebenfalls von Bedeutung. Eine familiäre Häufung von Acne vulgaris und anderen Hauterkrankungen ist insbesondere für die Planung der Therapie wichtig.

Untersuchung der Haut, Hormonstatus

Der Zustand der Haut wird bei der Diagnose genau inspiziert. So lässt sich die Erkrankung in Schweregrade einteilen, an der sich die Behandlung orientiert. Je nach Ausprägung und Entwicklung können weitere Verfahren notwendig sein, etwa eine Hormonuntersuchung. Sie ist angezeigt, wenn beispielsweise bei weiblichen Patienten plötzlich starke Akne auftritt, die Schwere der Akne zunimmt oder der Therapieerfolg ausbleibt. Für die Hormonuntersuchung ist eine Blutentnahme notwendig, die zwischen acht und neun Uhr morgens vorgenommen werden sollte.

Mikrobielle Untersuchung nur in Einzelfällen nötig

Ein weiteres Verfahren, das jedoch nicht routinemäßig empfohlen wird, ist eine mikrobielle Untersuchung. Diese Untersuchung auf Bakterien dient im Einzelfall zur Abgrenzung anderer Beschwerdeursachen oder zum Nachweis antibiotikaresistenter Keime.

Therapie: So wird Akne behandelt

Die Therapie der Acne vulgaris besteht in äußerlichen Anwendungen in Form von Cremes und Lösungen. Je nach Schweregrad und Krankheitsbild kann eine medikamentöse Akne-Therapie angezeigt sein.

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad und der Entwicklungsgeschwindigkeit. Außerdem spielen Hauttyp, Geschlecht und Alter bei der Akne-Therapie eine Rolle. Der seelische Leidensdruck aufgrund von äußerlich sichtbaren Pickeln und Mitessern beeinflusst ebenfalls die Entscheidung, welche Form der Therapie gewählt wird.

Zunächst geht es bei der Behandlung darum, Verhornungen zu entfernen, eventuelle Entzündungen zu reduzieren und gegebenenfalls die Talgproduktion zu mindern. Ist es aufgrund des Hautbilds schon zu sozialem Rückzug und Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl gekommen, ist eine rasche Linderung der äußerlich sichtbaren Symptome besonders wichtig.

Zur Therapie stehen sowohl äußere (topische) als auch medikamentöse (systemische) Optionen zur Verfügung. Häufig wird beides miteinander kombiniert, wobei als Hauptkriterium für die Einnahme von Medikamenten schwere Akneformen mit Narbenbildung gelten.

Wie helfen Cremes, Salben und Lösungen?

Eine Reihe von Wirkstoffen kann zur äußerlichen Therapie von Acne vulgaris angewendet werden. Um Verhornungen aufzulösen und die Hautoberfläche zu glätten, eignen sich antikomedogene und keratolytische Substanzen. Antikomedogen bedeutet, dass keine Stoffe enthalten sind, die Poren verstopfen und dadurch zu Mitessern, medizinisch Komedonen, führen, während keratolytische Wirkstoffe Hornzellen von der oberen Hautschicht lösen und so der Entstehung von Mitessern vorbeugen.

Zu den antikomedogenen und keratolytischen Substanzen, die zur Akne-Behandlung eingesetzt werden, gehören Azelain- und Salizylsäure, Tretinoin und Isotretinoin. Um die weitere Ausbreitung von Entzündungen zu bremsen und bestehende zu minimieren, eignen sich antimikrobielle Wirkstoffe wie Benzoylperoxid, Azelainsäure, Zink, Desinfizientien und äußerlich anzuwendende Antibiotika. Diese werden als Lösung über vier bis sechs Wochen hinweg angewendet, um Resistenzen zu vermeiden. Dafür eignet sich auch eine Kombination aus Antibiotikumlösung, Benzoylperoxid, Azelainsäure und Zink. Sie wird sechs bis acht Wochen lang angewendet und wirkt der Resistenzbildung entgegen.

Die Resistenzenbildung ist auch ein Hauptgrund, weshalb Antibiotika bei der äußerlichen Therapie der Akne eine immer geringere Rolle spielen.

Medikamente gegen Akne vulgaris

Bei hartnäckigem Verlauf sowie in schweren Fällen, insbesondere bei Narbenbildung, werden Antibiotika jedoch zur Therapie der Akne eingenommen: Tetrazykline, Clindamycine oder Trimethoprime hemmen die Bakterienbildung.

Die Einnahme von Antibiotika ist gelegentlich auch mit Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Störungen, allergische Reaktionen oder Leberschäden verbunden. Da Antibiotika außerdem die Wirkung von hormonellen Verhütungsmitteln wie der Antibabypille vermindern können, ist es ratsam, während der Behandlung auf zusätzliche Verhütungsmittel zurückzugreifen. Der Wirkstoff Isotretinoin wirkt direkt auf die Talgdrüsen, indem er sie verengt und die Talgproduktion vermindert.

Antiandrogene oder Östrogene können bei Frauen angewendet werden. Ein Überschuss an männlichen Sexualhormonen kann zur Entstehung von Akne vulgaris beitragen. Antiandrogene hemmen deren Produktion. Das Hormon Östrogen ist in der Antibabypille enthalten, deshalb wird zur Therapie von Akne vulgaris bei Frauen häufig die Antibabypille verschrieben. Für übergewichtige und rauchende Frauen eignet sich die Antibabypille nicht, da sie das Thrombose-Risiko erhöht.

Konsequenz ist wichtig für eine erfolgreiche Akne-Therapie

Die regelmäßige Reinigung der Haut ist bei Akne vulgaris sehr wichtig. Es ist ratsam, hierfür pH-neutrale Waschgels zu verwenden, um die Haut nicht zusätzlich zu reizen. Auch durch eine hautgesunde Ernährung lässt sich die Akne-Therapie unterstützen. Für den Behandlungserfolg ist zudem eine gute Compliance, also das Einhalten der Therapievorgaben durch den Arzt, wichtige Voraussetzung. Gerade daran aber hapert es oft: Zwischen 19 und 79 Prozent der Akne-Patienten halten sich nicht konsequent genug an die verordnete Akne-Therapie.

Tipps für die Akne-Behandlung

Heute stehen moderne Aknemittel zur Verfügung, die als Therapieoption in Frage kommen. Wichtig ist eine milde und nicht übertriebene Reinigung der Haut, weil diese durch therapeutische Maßnahmen gegen Akne ohnehin schon gereizt und empfindlich ist. Folgende grundlegenden Tipps sollten betroffene bei Akne beachten:

  • Sanfte Reinigung: Die Haut zweimal täglich mit lauwarmem Wasser gewaschen werden. Empfehlenswert sind leicht saure Syndets (pH 5,5 oder 6,5). Sie machen den Bakterien das Leben schwer, nehmen aber Rücksicht auf den Säureschutzmantel der Haut.

  • Gesichtsdampfbäder oder feuchte Kompressen erweitern die Poren der Haut und sind eine sanfte Behandlung gegen Akne. Setzt man zusätzlich Kamille ein, so lindert das Entzündungen.

  • Fette Hautpflegeprodukte meiden. Sie können die Akne verstärken. Das gilt übrigens auch fürs Make-up. Besonders Produkte mit Inhaltsstoffen wie Vaseline, Lanolin oder Paraffinöl sind ungünstig. Besser sind spezielle Pflegeserien auf Wasserbasis, die auf die unreine Haut abgestimmt sind (mit dem Hautarzt absprechen). Make-up sollte man nur so lange wie erforderlich auf der Haut lassen und aufs tägliche Schminken möglichst verzichten.

  • Eine ausgewogene Ernährung wirkt sich positiv auf den Hautzustand aus. Rauchen sollte man aufgeben (oder erst gar nicht damit anfangen), Alkohol möglichst meiden. Wer merkt, dass bestimmte Nahrungsmittel die Haut zum Blühen bringen, der sollte sie möglichst meiden.

  • Vorsicht mit der Sonne! Sie bessert das Hautbild bei Akne nicht in allen Fällen und sollte nicht als pauschale Akne-Behandlung gesehen werden. Bei etwa 30 Prozent der Betroffenen kann sich das Hautbild sogar verschlimmern. Besondere Vorsicht ist angebracht, wenn man vom Arzt Antibiotika oder Abkömmlinge von Vitamin A verordnet bekommen hat. Denn dadurch wird die Haut lichtempfindlicher. Eine sogenannte Mallorca-Akne kann Sonnenlicht sogar erst mitauslösen.

  • Die beste Akne-Behandlung: Hände weg von den Pickeln! Wer selbst daran herumdrückt, riskiert, dass sich die Entzündung ausbreitet und erst recht Narben entstehen. Pickel und Mitesser sollten von einer ausgebildeten Kosmetikerin oder in der Hautarztpraxis entfernt werden.

Ernährung für eine schöne Haut

 

Bekannte Hausmittel gegen Akne

Es gibt darüber hinaus auch einige bekannte Hausmittel gegen Akne.

  • Behandeln Sie betroffene Körperstellen bis zu dreimal täglich mit Kompressen aus Kamille. Die Heilpflanze beruhigt die Haut und wirkt entzündungshemmend. Kochen Sie einen Tee aus 250 ml Wasser und zwei Beuteln Kamillentee. Legen Sie die Kompressen in den Tee ein und warten Sie, bis diese abgekühlt sind. Dann legen Sie die Kompressen auf betroffene Körperregionen und belassen Sie sie 15 Minuten auf der Haut.

  • Machen Sie sich eine Maske aus Heilerde. Die Heilerde nimmt den überflüssigen Hauttalg auf. Rühren Sie dazu eine Paste aus vier Esslöffeln Heilerde und etwas Wasser an. Tragen Sie die Paste auf von Akne betroffene Körperstellen auf und lassen diese 15 Minuten trocknen. Danach waschen Sie die Heilerde ab.

  • Machen Sie täglich ein 20-minütiges Dampfbad mit Salbei. Das Dampfbad öffnet die Poren, Salbei wirkt entzündungshemmend. Dazu geben Sie 40 Gramm Salbei mit einem Liter heißem Wasser in eine Schüssel. Dann inhalieren Sie den Dampf mit einem Handtuch über dem Kopf. Alternativ können Sie das Dampfbad auch mit Thymian oder Rosmarin machen.

Akne: Verlauf und Stadien

Mit der Pubertät ist in der Regel auch die Akne überstanden. Nur in seltenen Fällen kann sie bis zum 40. Lebensjahr fortbestehen. Der Verlauf ist bei Jungen und Mädchen unterschiedlich. Bei männlichen Betroffene hält die Akne oft länger an und es kommt häufiger zu schweren Akneformen, was unter anderem an der vermehrten Produktion von Androgenen liegt.

Langwieriger Akne-Verlauf selten

In den meisten Fällen klingt die Akne nach dem Ende der Pubertät von alleine ab. Nur in selten Fällen kommt es zu einem langwierigen Akne-Verlauf über die Pubertät hinaus. Ärzte sprechen dann von einer persistierenden Akne.

Drei Stadien der Akne-Symptome

Der Verlauf  der Akne lässt sich, bezogen auf die Symptome, grob in drei Stadien gliedern. Zunächst bilden sich Kondenomen, allgemein besser als Mitesser bekannt. Dies wird auch als nicht-entzündliche Phase im Verlauf der Akne bezeichnet. In der zweiten Phase entzünden sich diese Kondenome, es bilden sich die typischen Pickel und Pusteln. Deshalb wird hier auch von einer entzündlichen Phase gesprochen. In der Dritten Phase des Akne-Verlaufs verschwinden die Pickel, wobei nur bei schwerem Akne-Verlauf Narben zurückbleiben können.

Entzündliche Phase bleibt bei manchen aus

Nicht immer folgt der Akne-Verlauf diesen drei Stadien. Bei manchen Betroffenen kommt es nur zur Bildung von Mitessern.

Wie kann man Akne vorbeugen?

Akne kann viele Ursachen haben, die großteils nicht zu beeinflussen sind. Meist sind hormonelle Veränderungen während der Pubertät Auslöser der lästigen Pickel, auch die familiäre Veranlagung spielt eine Rolle. Ein gezielte, sichere Akne-Prävention ist daher nicht möglich.

Die richtige Hautpflege auswählen

Allerdings kann durch richtige Hautpflege bis zu einem gewissen Grad Akne-Prävention betrieben beziehungsweise der Verschlimmerung von Akne vorgebeugt werden. Zur Akne-Prävention empfiehlt sich generell die Anwendung von Kosmetikprodukten, die nicht komedogen sind. Das bedeutet, dass sie frei von Wirkstoffen sind, die die Talgdrüsen zusätzlich verstopfen und so zur Entstehung von Mitessern beitragen. Ob ein Kosmetikprodukt komedogen ist, lässt sich anhand des entsprechenden Hinweises auf der Verpackung erkennen.

Sanfte Hautreinigung, Ernährung

Die regelmäßige Reinigung der Haut mit neutralen Waschgels trägt ebenfalls zur Akne-Prävention bei. Jedoch sollte man die Haut auch nicht zu oft waschen. Häufiges Waschen, insbesondere mit ungeeigneten Reinigungsmitteln, irritiert die Haut und trocknet sie aus.

Zur Pflege gerade jugendlicher, zu Unreinheiten neigender Haut empfehlen Dermatologen leichte Öl-Wasser-Emulsionen und Hydrogele. Zusätze mit Fruchtsäuren, Glykolsäure, Salicylsäure und Milchsäure wirken der Entstehung neuer Mitesser nachweislich entgegen und sind zu empfehlen. Von stark fettenden Salben wird dagegen abgeraten, da sie die Poren verstopfen können.

Zwar ist der Einfluss der Ernährung auf die Entstehung der Akne nicht belegt, doch deutet vieles darauf hin, dass sie eine Rolle bei der Akne-Prävention spielt.

Bei unreiner Haut sollten Betroffene deshalb folgende Lebensmittel meiden beziehungsweise reduzieren:

  • Milchprodukte
  • Zucker
  • sehr fetthaltige Lebensmittel
  • Nahrungsmittel mit einem hohen glykämischen Index (Schokolade, Kuchen, Süßigkeiten, Weizenmehl)

Auch Rauchen soll zur Pickelbildung beitragen. Der Verzicht auf Zigaretten zur Akne-Prävention kann also nicht schaden, zumal ein Rauchstopp ganz allgemein wesentlich dazu beiträgt, gesund zu bleiben.

Hautkrankheiten erkennen und behandeln

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Letzte Aktualisierung: 17. Mai 2016
Durch: es
Quellen: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Dermatologie: Behandlung der Akne. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/017 (Stand Februar 2010/Korrigierte Fassung Oktober 2011). Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Dermatologie: Akne und ihre Subtypen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/017 (Stand: Juli 1998) Rassner, G. (Hrsg.): Dermatologie. Elsevier, München 2007 Schnaps, K.-P., Kessler, O., Fetzner, U.: Dermatologie, Augenheilkunde, HNO. Springer, Heidelberg 2007 Christos C. Zouboulis: Moderne Aknetherapie. Aktuelle Dermatologie 2003; 29: 49 - 57

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