Affektive Störungen
Affektive Störungen bezeichnen eine Gruppe von verschiedenen Störungen, bei denen der Affekt, also die Stimmung, stark beeinträchtigt ist. Dazu zählen Depressionen, Manie, Hypomanie, Zyklothymie und Dysthymie.
Die Betroffenen zeigen entweder einen ungewöhnlich gesteigerten oder einen äußerst gedrückten Affekt. Ein gesteigerter Affekt ist als Manie bekannt, bei der die Betroffenen eine so gehobene Stimmung an den Tag legen, dass sie der Situation unangemessen erscheint. Eine leichtere Ausprägung der Manie bezeichnet man als Hypomanie. Im Gegensatz dazu steht die Depression: Die Betroffenen leiden hierbei unter gedrückter Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit und einer Verminderung des Antriebs. Die Depression kann ebenso wie die Manie in unterschiedlichem Schweregrad auftreten. Es kann auch vorkommen, dass die beiden Extreme der gehobenen und gedrückten Stimmungen sich gegenseitig abwechseln. Dies bezeichnet man als bipolare Störung.
Meist sind Affektive Störungen durch ein plötzliches Auftreten und ein ebenso plötzliches Verschwinden gekennzeichnet. Allerdings gibt es auch Fälle in denen Personen mit einer Affektiven Störung eine anhaltende Stimmungsstörung aufweisen. Bei der Zyklothymia handelt es sich um eine andauernde Instabilität der Stimmung (Wechsel zwischen gehobener Stimmung und Depression), während bei der Dysthymia eine chronisch depressive Verstimmung kennzeichnend für die Krankheit ist. Das Risiko im Laufe seines Lebens an einer Affektiven Störung zu erkranken liegt bei etwa ein bis drei Prozent. Dabei sind die depressiven Erkrankungen mit Abstand am häufigsten. Ungefähr 65 Prozent der Fälle von Affektiven Störungen sind Depressionen, während bipolare Verläufe nur 30 Prozent betragen und die manischen Erkrankungen sogar nur fünf Prozent der Gesamtfälle ausmachen. Frauen sind dabei deutlich häufiger von Depressionen betroffen als Männer. Bei bipolaren Störungen konnten keine Geschlechterunterschiede gefunden werden.
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