Sportverletzung

Achillessehnenriss (Achillessehnenruptur)

Die Achillessehne verbindet das Fersenbein mit der Wadenmuskulatur. Bei plötzlicher starker Belastung kann sie reißen. Dann spricht der Mediziner vom Achillessehnenriss (Achillessehnenruptur).

Achillessehnenriss (Achillessehnenruptur)
Bei dynamischen Sportarten wie Volleyball ist die Achillessehne besonders bei Sprüngen sehr hohen Belastungen ausgesetzt und kann reißen.
Getty Images/Hemera

Bei der Achillessehnenruptur kommt es zum schmerzhaften Riss – die Achillessehne wird vollständig durchtrennt. Diese Verletzung entsteht meist durch eine plötzliche Überlastung der Sehne beim Sport.

Sehnen sind bandartige Strukturen im menschlichen Körper. Sie verbinden die Muskeln mit unseren Knochen und helfen uns somit bei der aktiven Bewegung der Gelenke.

Die Achillessehne (Tendo calcaneus) gilt als eine der stärksten Sehnen unseres Körpers und ist zehn bis zwölf Zentimeter lang und praktisch nicht dehnbar. Sie verbindet das Fersenbein (Tuber calcanei) mit den Endsehnen des kräftigen dreiköpfigen Wadenmuskels (Musculus triceps surae). Die Achillessehne lässt sich durch die Haut an der Rückseite des Unterschenkels oberhalb der Ferse ertasten.

Sprünge belasten die Achillessehne besonders

Bei vielen dynamischen Sportarten ist die Achillessehne einer sehr hohen Belastung ausgesetzt – besonders bei Sprüngen. Ein Achillessehnenriss ist deshalb eine häufig vorkommende Sportverletzung. In der Regel handelt es sich dabei um eine plötzliche, und im Gegensatz zur Zerrung, vollständige Durchtrennung der Sehne durch Überlastung.

Achillessehnenriss: Welche Symptome treten auf?

Eine Achillessehnenruptur ist das kaum zu überhören: Die Betroffenen nehmen meist einen lauten Knall wahr, der sich mitunter wie ein Peitschenhieb anhört. Das Geräusch geht einher mit stechenden Schmerzen. Diese sind anfänglich sehr stark, gehen jedoch nach kurzer Zeit zurück.

Fersensporn gar nicht erst entstehen lassen!

Lifeline/Wochit

Der/die Betroffene ist außerdem nicht mehr zu einer Plantarflexion, dem Senken der Fußspitzen in Richtung Boden, in der Lage. Äußerlich wird beim Achillessehnenriss (Achillessehnenruptur) eine Schwellung, in manchen Fällen auch ein Bluterguss, an der Rückseite des Sprunggelenks sichtbar.

Wichtig: Erste Hilfe direkt nach dem Riss

Direkt nach einer Achillessehnenruptur sind lediglich Erste-Hilfe-Maßnahmen möglich, die aber im späteren Heilungsprozess von großem Vorteil sein können. Als sinnvolle Sofortmaßnahmen gelten das Kühlen und Hochlegen der gesamten Fersenregion. Außerdem ist ein Auftreten mit dem verletzten Bein zu vermeiden.

In jedem Fall sollte so schnell wie möglich ein Arzt um Rat gefragt werden, da die Achillessehne für unser Laufen und Gehen unverzichtbar ist. Eine schnelle medizinisch fachgerechte Behandlung ist deshalb entscheidend.

Ursachen: So kommt es zur Achillessehnenruptur

Grundsätzlich erleiden sportlich aktive Menschen überdurchschnittlich häufig einen Riss der Achillessehne. Männliche Sportler im Alter zwischen 30 und 50 Jahren betrifft es besonders oft. Die Ursache für eine Achillessehnenruptur ist in diesen Fällen meist eine einzige Bewegung, bei der die Grenze der Belastbarkeit des Sehnengewebes überschritten wird.

Oft ist das Gewebe der Sehne jedoch bereits im Vorfeld geschädigt und dadurch weniger belastbar, sodass es eher zu einem Achillessehnenriss kommen kann. Eine solche verminderte Elastizität kann zum Beispiel im Rahmen von Erkrankungen wie Diabetes entstehen. Weitere mögliche Ursache sind Verschleißerscheinungen, die im hohen Alter auftreten. Daneben entstehen Achillessehnenrupturen auch aufgrund von direkter Gewalteinwirkung, beispielsweise durch einen Stoß oder Schlag.

Wie der Arzt die Diagnose Achillessehnenriss stellt

Ein Arzt kann einen Achillessehnenriss ertasten. In dem Moment, in dem die anfänglichen Schmerzen bei einem Achillessehnenriss (Achillessehnenruptur) nachlassen, merkt der Betroffene, dass ein normales Gehen oder Laufen kaum möglich ist. Experten sprechen dann von Funktionsausfällen, die beispielsweise daran zu erkennen sind, dass der Patient einen Einbein-Zehenstand auf der betroffenen Seite nicht ausführen kann.

Ein erfahrener Arzt vermag einige Zentimeter über dem eigentlichen Achillessehnenansatz eine Delle in der Muskulatur zu tasten. Dies ist allerdings nur in den ersten Stunden nach dem Unfallereignis möglich. Danach bildet sich an derselben Stelle ein Bluterguss. Die endgültige Diagnose wird per Ultraschall gestellt. Der behandelnde Arzt kann hierbei auch genau bestimmen, wie weit die gerissenen Enden der Achillessehne voneinander getrennt sind.

Therapie und Nachbehandlung beim Achillessehnenriss: OP oder konservativ?

Grundsätzlich wird zwischen der operativen und nicht-operativen (konservativen) Behandlung bei einer Ruptur der großen Achillessehne unterschieden. Welche Form der Therapie zur Anwendung kommt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Oft raten Ärzte gerade jüngeren Patienten zu einer operativen Therapie bei einem Achillessehnenriss. Für sie ist es wahrscheinlicher, dass sie ihren Körper auch künftig durch Sport und Beruf stärker belasten. Im Gegensatz dazu erfolgt bei älteren Patienten oft eine nicht-operative Behandlung. Dabei muss der behandelnde Arzt, zum Beispiel im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung, sicher abklären, dass die gerissenen Enden der Achillessehne sich noch berühren, wenn der Fuß um ca. 20 Grad – in die sogenannte Spitzfußstellung – gesenkt wird. So können die beiden Enden wieder zusammenwachsen.

Nachbehandlung heute ohne Gips möglich

Mittlerweile ist es nicht mehr üblich, die betroffene Ferse wochenlang in einem Gips ruhen zu lassen. Heutzutage gibt es patientenfreundlichere Alternativen. Der unpraktische Gips wurde durch eine Bewegungstherapie ersetzt – die funktionelle Behandlung.

Heilungsverlauf beim Achillessehnenriss beträgt mehrere Wochen

Die Patienten tragen eigens für diesen Zweck entworfene Schuhe und Stützschienen, in denen die Ferse erhöht und die Achillessehne entlastet wird. Der Heilungsprozess dauert im besten Fall zwischen sechs und acht Wochen.

Im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs näht der Operateur die Sehnenenden wieder zusammen. Hierbei verwendet er unter Umständen spezifische Materialien, die der Körper mit der Zeit selber abbaut. Dies stärkt die Sehne und deren mechanische Stabilität. Äußerlich bleibt meist nur eine sehr kleine Narbe zu sehen.

Anschließend ist eine funktionelle Behandlung, ähnlich der nicht-operativen Therapie, sinnvoll, bei der die Achillessehne mit Spezialschuhen oder Schienen geschont und gestützt wird, um langsam das alte Leistungsniveau wiederzuerlangen.

Wie Sportler einer Achillessehnenruptur vorbeugen

Ein gesundes Maß bei sportlicher Betätigung ist das Mittel, um dem Riss vorzubeugen. Denn regelmäßige sportliche Bewegung hat grundsätzlich positive Auswirkungen auf die Elastizität der Sehnen und den Muskelapparat. All jene, die eher wenig Sport treiben, sind aufgrund einer ungewohnten Belastung gefährdet, sich einen Achillessehnenriss zuzuziehen. Zu stark belastender Sport erhöht das Risiko ebenfalls.

Abrupte und allzu starke Belastungen auf die Achillessehne zu vermeiden ist eine weitere Maßnahme. Das betrifft beispielsweise die sehr dynamischen und schnellen Risikosportarten Squash und Volleyball.

Warm-up und Cool-down mit Dehnung nicht vergessen!

Generell empfiehlt sich für alle Sportler, auf eine ausreichende Aufwärmphase vor und besonders auf Dehnübungen nach dem Sport zu achten. Auch das dient der Elastizität der Sehnen und der Prävention einer Achillessehnenruptur.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 01. Februar 2017
Durch: sba

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