Netzhautablösung

(Ablatio retinae, Amotio retinae)

Weibliches Auge ohne Verletzung
Netzhautablösung: Wer plötzlich auftretende Lichtblitze sieht, sollte einen Arzt aufsuchen.
Getty Images/iStockphoto

Bei der relativ seltenen, aber folgenschweren Netzhautablösung (Ablatio retinae) hebt sich die zarte Netzhaut aufgrund der durch Löcher und Risse eindringenden Flüssigkeit vom ernährenden Pigmentepithel ab. Unbehandelt führt die Netzhautablösung zur Erblindung.

Wenn sich die Netzhaut von ihrer Unterlage, dem Pigmentepithel abhebt, spricht man von einer Netzhautablösung, im medizinischen Fachjargon auch Ablatio retinae genannt. Da das Pigmentepithel die Sehsinneszellen der Netzhaut ernährt, verursachen die Ablösung der Netzhaut und der damit einhergehende Verlust der Versorgungseinheit ein Absterben der Sinneszellen. Dadurch ist das Sehvermögen akut bedroht. Die unbehandelte Netzhautablösung führt fast immer zur Erblindung. Sie kommt jährlich in Deutschland bei zehn von 100.000 Menschen vor und tritt bei älteren Menschen häufiger als bei jüngeren auf. Laut Zahlen aus dem Jahr 2008 tritt bei etwa fünfzehn bis zwanzig Prozent der Patienten mit Netzhautablösung an einem Auge eine solche auch am anderen Auge auf. Mögliche Ursachen sind insbesondere degenerative Veränderungen der peripheren Netzhaut beziehungsweise der Netzhautrandgebiete und des zwischen Linse und Netzhaut gelegenen flüssigkeitsreichen Glaskörpers. Weitere wichtige Ursachen sind eine diabetische Retinopathie, Vorschädigungen der Netzhaut durch Unfälle und Verletzungen des Auges wie Augapfelprellungen (Tennisball, Schneeball, Squashball) und perforierende Verletzungen der Netzhaut.

Kurzsichtige Menschen mit mehr als sechs Dioptrien haben ein erhöhtes Risiko. Weiterhin gibt es eine familiäre Veranlagung für eine Netzhautablösung. Erste Anzeichen einer Rissbildung sind Lichtblitze in den Randbereichen (Peripherie) des Gesichtsfeldes sowie kurz danach „Rußflocken“ beziehungsweise ein „Schwarm schwarzer Mücken“. Eine Untersuchung des Augenhintergrundes mit indirekter binokularer Ophthalmoskopie zeigt dem Augenarzt, ob ein Riss oder eine Ablösung der Netzhaut vorliegt. Die Grenzen der Netzhautablösung sind genau zu dokumentieren. Eine medikamentöse Behandlung gibt es gegen Netzhautrisse und -ablösung nicht. Netzhautlöcher sollten jedoch unverzüglich mit dem Laser behandelt oder abgeriegelt werden. Liegt bereits eine unkomplizierte Netzhautablösung vor, ist eine Laserbehandlung sinnlos. Dann muss eine sogenannte eindellende Operation erfolgen.

Autor: Gerlinde Felix
Letzte Aktualisierung: 21. September 2011
Quellen: Augenheilkunde, Kapitel 13, Prof. Franz Grehn, Springer Medizin Verlag, März 2008 Leitlinien von BVA und DOG (Leitlinie Nr. 22 a und b), http://www.augeninfo.de/leit/index.htm, Download vom 09.07.2010 Springer Lexikon Medizin, P. Reuter, Springer Medizin Verlag 2004 Pschyrembel, de Gruyter, 256. Auflage

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