Essstörung

Bulimie

Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht) ist eine psychosomatische Störung des Essverhaltens, die Suchtcharakter entfaltet

Bulimie
Sofort nach dem Essanfall kommt für Bulimiekranke die Reue.
Getty Images/Hemera

Bulimie ist eine psychisch bedingte Essstörung. Symptome sind häufige Essattacken und anschließende Versuche, die aufgenommenen Kalorien wieder loszuwerden. In vielen Fällen bemühen sich die Betroffenen nach einem Anfall verzweifelt, alles Gegessene zu erbrechen.

Bulimie (Ess-Brech-Sucht, Bulimia nervosa) bezeichnet eine psychosomatische Essstörung mit Suchtcharakter. Betroffene versuchen, unkontrollierte Fressanfälle nachträglich ungeschehen zu machen. Auf welche Weise Bulimiker die überzähligen Kalorien loswerden, ist nachrangig: Viele bringen sich selbst mit dem Finger zum Erbrechen. Aber auch der Missbrauch von Abführmitteln, Einläufen, Entwässerungspillen oder Fasten sind unter Bulimikern verbreitet. Andere zwingen sich im Anschluss zu exzessivem Sport.

Der Name der Krankheit kommt vom griechischen Wort "Bulimos" und heißt frei übersetzt so viel wie Bärenhunger (wörtlich: "Ochsenhunger"). Er bezieht sich auf die unkontrollierten Fressattacken, während derer Betroffene innerhalb von Stunden bis zu 10.000 Kalorien in sich hineinschaufeln. Dabei stürzen sie sich besonders auf Nahrungsmittel, die sie sich während Diätphasen strikt verbieten - zum Beispiel Kalorienbomben wie Eis, Schokolade, Chips und Kekse. Die Gier auf diese hochkalorischen, leicht zu essenden Produkte steigt ins Unermessliche, ehe Bulimiker ihr nachgeben.

Bulimie wird oft verheimlicht

Von Bulimie betroffen sind etwa drei Prozent der Frauen zwischen 15 und 35 Jahren. Sie erkranken am häufigsten daran, etwa neun von zehn Bulimikern sind weiblich. Die Krankheit beginnt im Schnitt mit 17 oder 18 und damit etwas später als eine Magersucht (Anorexie), manchmal aber auch schon mit 15 oder erst mit 30. Besonders viele Bulimikerinnen finden sich in der Altersgruppe zwischen 18 und 20, anfälliger für die Essstörungen machen Berufe, bei denen der Körper im Mittelpunkt steht, zum Beispiel Model, Sportler oder Balletttänzer.

Hinter einer Bulimie verbirgt sich die krankhafte Angst, dick(er) zu werden. Aufgrund der "Reparaturmaßnahmen" nach den Essanfällen sind Bulimiepatienten in der Regel normal- bis leicht untergewichtig, nur selten sind Bulimiker tatsächlich übergewichtig. Sie legen anderen gegenüber meist ein völlig normales Essverhalten an den Tag, "funktionieren" in Schule oder Job und sind sozial integriert - im Gegensatz zu vielen Magersüchtigen, die sich mit der Zeit mehr und mehr isolieren. Eine Essstörung kann aber auch Folge einer jeweils anderen sein oder sich phasenweise mit ihr abwechseln.

Jede fünfte Bulimiepatientin leidet dauerhaft

Verglichen mit Anorektikern zeigen Menschen mit Bulimie für gewöhnlich einen größeren Leidensdruck und mehr Einsicht, dass sie krank sind. Dennoch ist Bulimie eine heimliche Krankheit. Viele Betroffene vertrauen sich erst spät oder gar nicht Freunden oder Angehörigen an. Wer sich aber nicht in Therapie begibt, um die Ess-Brech-Sucht unter Kontrolle zu bringen, riskiert schwere Folgeschäden. Sie reichen von Kreislaufproblemen und Säureschäden an Zähnen sowie Speiseröhre bis hin zu lebensbedrohlichen Herz-Rhythmusstörungen.

Mit einer geeigneten Behandlung bildet sich die Bulimie nach fünf bis zehn Jahren zwar bei etwa 50 Prozent der Patienten vollständig zurück, 30 Prozent erreichen eine teilweise Heilung. Etwa 20 Prozent der Bulimiker leiden aber dauerhaft an einem zwanghaft gestörten Essverhalten.

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Letzte Aktualisierung: 14. Januar 2014
Quellen: Informationen des Vereins Hungrig-Online sowie der BzgA; Informationen der Webseite www.bundesfachverbandessstoerungen.de/de/8/leitlinien_zur_behandlung_von_essstoerungen.html; Gesenhues, Ziesché: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. Urban und Fischer; Pschyrembel Therapie, 4. Auflage. Walter de Gruyter 2009;

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