Bluthusten: Ursachen

Wieso hustet jemand Blut?

Die Ursachen für Bluthusten (Hämoptyse) lassen sich in verschiedene Gruppen einordnen: Tumoren, entzündliche Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nur selten sind andere Erkrankungen die Ursache.

Es gibt vielfältige Erkrankungen, die zum Aushusten von Blut führen können. Allerdings kommen bestimmte Erkrankungen wesentlich häufiger als andere vor. Grundsätzlich können die Ursachen in vier verschiedene Gruppen eingeordnet werden:

  • entzündliche Erkrankungen
  • Tumoren, sogenannte Neubildungen (gut- und bösartig)
  • Herz- Kreislauf-Erkrankungen
  • andere (seltene) Ursachen

Wie entsteht Bluthusten?

Im Prinzip entsteht Bluthusten (Hämoptyse) durch folgende Mechanismen: erhöhte Verletzlichkeit der Bronchialschleimhaut bei Entzündungen, Einwachsen von Tumoren in Gefäße, Druckerhöhung in den Lungengefäßen (zum Beispiel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen), Blutgerinnungsstörungen und direkte Verletzungen beispielsweise durch einen Autounfall.

Entzündliche Erkrankungen

Zu den entzündlichen Erkrankungen, die zu Bluthusten führen können, gehören unter anderem die akute und chronische Bronchitis. Auch die Lungenentzündung (Pneumonie), ein Eiterherd in der Lunge (Lungenabszess) und die Tuberkulose können Bluthusten verursachen. Neben den durch infektiöse Erreger bedingten entzündlichen Lungenerkrankungen sind als seltene Ursache für Bluthusten die Autoimmunerkrankungen zu nennen, bei denen sich das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe richtet, was ebenfalls zu einer Entzündungsreaktion führt.

Entzündliche Erkrankungen können bleibende Erweiterungen oder Aussackungen der Bronchien verursachen (Bronchiektasen), die ebenfalls häufig zu Bluthusten führen. In den Bronchiektasen sammelt sich Bronchialschleim an, der einen besonders guten Nährboden für infektiöse Erreger bildet: Bronchiektasen führen also immer wieder zu Entzündungen durch Infektionen.

Die Entzündungsreaktion bewirkt, dass die Bronchialschleimhaut besonders aufgelockert, gut durchblutet und besonders empfindlich ist: Es kann bei starkem Husten, aber auch spontan, zu Verletzungen der Schleimhaut kommen, aus denen es blutet.

Tumoren

Bei den zu Bluthusten (Hämoptyse) führenden Tumoren oder Neubildungen überwiegen die bösartigen Erkrankungen. An erster Stelle ist hier der Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) zu nennen. Aber auch Lungenmetastasen, also Tochtergeschwülste von Krebserkrankungen anderer Organe und andere bösartige Tumoren können Bluthusten auslösen. Als Beispiele für mögliche Tumoren in der Lunge seien hier genannt:

  • Bronchuskarzinoid: Sonderform eines bösartigen Tumors in der Lunge.
  • Kaposi-Sarkom: Es tritt meist bei Immunschwäche (HIV-Erkrankung, AIDS) auf und ist gekennzeichnet durch knötchenartige, bläulich-violette Tumoren in der Haut oder Schleimhaut (Mund, Darm, Bronchien).
  • Lymphome: Erkrankungen, die zu vergrößerten Lymphknoten führen. Obwohl es auch gutartige Lymphknotenvergrößerungen gibt, werden meistens mehr oder weniger bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems (Lymphozyten, Lymphknoten, Milz, Knochenmark) Lymphome bezeichnet. Sind dabei die Lymphknoten der Lunge beteiligt, kann Bluthusten auftreten.
  • Eine seltene Ursache für Bluthusten ist das Bronchusadenom, ein gutartiger Tumor der Atemwege.

Bei den Tumoren und bösartigen Erkrankungen kann Tumorgewebe in Blutgefäße einwachsen. Wenn die so verletzten Blutgefäße auf diese Weise Verbindung zu den Bronchien erhalten, kommt es zu Bluthusten.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen unter anderem folgende Krankheitsbilder als Ursache von Bluthusten (Hämoptyse) in Betracht: Lungenembolie, Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Herzklappenfehler (insbesondere die Mitralstenose = Verengung der Herzklappe zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer) und Bluthochdruck der Lunge (pulmonale Hypertonie).

Gemeinsamer Mechanismus all dieser Erkrankungen ist ein Rückstau von Blut in den Lungengefäßen. Der Rückstau führt zu einer Druckerhöhung in den Gefäßen der Lunge. Die Druckerhöhung kann an kleineren Blutgefäßen zu Undichtigkeiten führen, durch die Blut in die Lunge austreten kann, das dann zu Bluthusten führt.

Blutgerinnungsstörungen

Auch Störungen der Blutgerinnung können Bluthusten auslösen. Diese Störungen können angeboren sein, wie zum Beispiel bei der Bluterkrankheit (Hämophilie), aber auch – gewollt oder ungewollt – durch Medikamente hervorgerufen werden. So ist bei Gabe von Heparin oder sogenannten Cumarinen die Hemmung der Blutgerinnung beabsichtigt. Hier kommt es häufig zu Bluthusten vor allem, wenn zusätzlich ein Infekt der Atemwege mit erhöhter Verletzlichkeit der Schleimhaut besteht. Acetylsalicylsäure (ASS) kann die Blutgerinnung in geringem aber klinisch bedeutsamem Umfang beeinträchtigen.

Egal, ob die Blutgerinnungsstörungen angeboren oder durch Medikamente verursacht sind, können sie über den gleichen Mechanismus zu Bluthusten führen: Täglich kommt es besonders an den Schleimhäuten zu kleineren Verletzungen, bei denen auch kleine Blutgefäße betroffen sind. Wir bemerken die Verletzungen aber nicht, weil die Blutgerinnung diese Verletzungen umgehend abgedichtet, sodass gar kein Blut in sichtbaren Mengen austreten kann. Entzündungen, zum Beispiel durch Infektionen, erhöhen noch die Wahrscheinlichkeit solcher winzigen Verletzungen, weil die Empfindlichkeit des entzündeten Gewebes größer ist. Bei Störungen der Blutgerinnung findet das Abdichten der Verletzungen verzögert oder gar nicht statt: So kann es auch zu Blutungen aus der Bronchialschleimhaut kommen, die mit Bluthusten einhergehen.

Weitere Ursachen für Bluthusten (Hämoptyse)

Auch ärztliche Eingriffe zum Beispiel zur Entnahme von Proben können zu Bluthusten führen. Hier sind vor allem zwei Verfahren zu nennen: Einmal gibt es die direkte Punktion von begrenzten, krankhaften Veränderungen (Herde) in der Lunge durch die Wand des Brustkorbs mit einer langen Nadel. Stärkere oder bedrohliche Blutungen aus einer Probeentnahmestelle sind dabei sehr selten. Kleinere Blutungen sind jedoch häufiger und können zu Bluthusten führen. Beim zweiten Verfahren handelt es sich um die Lungenspiegelung (Bronchoskopie): Im Anschluss an eine Lungenspiegelung kommt es häufig zu feinen Blutspuren im Auswurf. Dies ist dadurch bedingt, dass der Schlauch, der bei der Bronchoskopie in die Bronchien eingeführt wird, kleinere Verletzungen der Bronchialschleimhaut verursacht.

Weitere Ursachen sind Traumen (Verletzungen) des Brustkorbs, etwa bei Autounfällen mit Aufprall auf das Lenkrad oder Messerstichverletzungen. Auch das Verschlucken von Fremdkörpern (Nadeln, Münzen, Zahnkronen und anderen) kann zu Bluthusten führen. In allen Fällen können Gefäße in der Lunge oder Bronchialschleimhaut verletzt werden und Bluthusten verursachen.

Andere, seltenere Ursachen für Bluthusten sind Gefäßmissbildungen in der Lunge. Aus solchen Gefäßmissbildungen kann es jederzeit spontan bluten, was möglicherweise mit Bluthusten einhergeht.

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