Verschiedene Verfahren möglich

Basaliom: Therapie

Behandlungsmöglichkeiten bei weißem Hautkrebs

Basalzellenkrebs (Basaliom): Therapie
Das vollständige Herausschneiden des Tumors mit einem Sicherheitsabstand ist das am häufigsten angewendete Verfahren zur Therapie von Basalzellenkrebs.
Getty Images/iStockphoto

Zur Therapie eines Basalioms gibt es je nach Stadium und Ort des Basalioms unterschiedliche Möglichkeiten, von denen das Herausschneiden des Hauttumors das Standardverfahren darstellt. Neu ist die medikamentöse Therapie bei bestimmten Formen des Basalzellkarzinoms.

Ein Basaliom, auch als Basalzellenkrebs oder Basalzellkarzinom bezeichnet, ist nicht nur die häufigste Hautkrebsform, sondern zählt in Mitteleuropa zu den am meisten verbreiteten bösartigen Tumoren überhaupt. Allein in Deutschland erkranken nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft jedes Jahr mindestens 130.000 Menschen an dieser Form des weißen Hautkrebs.

Die Therapie besteht standardmäßig darin, den Tumor mit dem Skalpell herauszuschneiden. Der Eingriff erfolgt unter lokaler Betäubung. Um starke Blutungen während des Eingriffs und Nachblutungen zu vermeiden, sollten Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen, nach Rücksprache mit dem verordnenden Arzt spätestens sieben Tage vor dem geplanten Eingriff abgesetzt werden.

Basaliom-Entfernung mit Sicherheitsabstand

Um sicher zu gehen, dass das Basaliom bei der Operation vollständig entfernt wurde, arbeitet der Arzt mit einem Sicherheitsabstand. Das bedeutet, dass ein schmaler Rand äußerlich unauffälliger Haut rund um den Tumor mit entfernt wird. Danach wird die Wunde vernäht. Bei größeren Basalzellkarzinomen kann eine Hauttransplantation nötig sein. Das entfernte Gewebe wird im Anschluss untersucht, um zu überprüfen, ob der Tumor vollständig entfernt wurde. Ist dies nicht der Fall, kann eine Nachoperation notwendig sein.

Nur eine kleine Narbe bleibt vom weißen Hautkrebs

Im Idealfall bleibt nach Abschluss der Wundheilung nur eine feine, unter Umständen kaum sichtbare Narbe zurück. Komplikationen wie Wundheilungsstörungen, Infektionen oder Blutungen sind selten. Beim einzelnen Patienten kann aber nicht völlig ausgeschlossen werden, dass möglicherweise eine subjektiv störende Narbe entsteht. In diesem Fall können Betroffene unter Umständen über einen kleinen Eingriff zur Narbenkorrektur nachdenken.

Je nach Typ und Größe des Basalioms kommen alternative Behandlungsformen in Betracht. Handelt es sich um ein oberflächliches Basalzellkarzinom am Rumpf, das noch nicht tief in die Haut eingedrungen ist, kann es zum Beispiel herausgeschabt werden. Dieses Verfahren wird als Kürettage bezeichnet.

Zerstörung des Basalioms durch Hitze oder Kälte

Eine weitere Möglichkeit zur Therapie des oberflächlichen Basalzellenkrebs vor allem am Rumpf ist die Zerstörung des Tumors durch Kälte, indem er mit flüssigem Stickstoff vereist wird (Kryochirurgie) oder Hitze mittels einer Laserbehandlung. Dabei können Pigmentierungsveränderungen oder Narben zurückbleiben. Das kosmetische Ergebnis ist damit unter Umständen ungünstiger als nach der operativen Therapie.

Den Basalzellenkrebs wegcremen

Ebenfalls möglich ist die lokale Immuntherapie mit Imiquimod und die lokale Chemotherapie mit 5-Fluorouracil. Beide Wirkstoffe werden als Creme aufgetragen und eignen sich besonders für Patienten mit mehreren Basaliomen im Rumpfbereich. Die jeweilige Salbe wird über vier bis sechs Wochen täglich (Imiquimod fünfmal pro Woche) aufgetragen.

Keine Kassenleistung: Die Photodynamische Therapie

Eine neuere Therapieoption, deren Kosten die gesetzlichen Krankenkassen nur in Einzelfällen übernehmen, ist die Photodynamische Therapie (PDT). Dabei werden die vom Basalzellenkrebs befallenen Stellen zunächst mit einer Salbe bestrichen, die bewirkt, dass die Tumorzellen besonders lichtempfindlich werden.

Nach einer Einwirkzeit von drei Stunden werden die Basaliome acht bis zehn Minuten mit kaltem Rotlicht bestrahlt. Etwa drei Sitzungen sind nötig. Die Behandlung kann schmerzhaft sein, weshalb oft Schmerzmittel verabreicht werden. Narben oder Pigmentstörungen als Folge dieser Form der Basaliom-Therapie sind selten.

Höheres Rezidiv-Risiko ohne Operation

Das Risiko, dass sich Rezidive, also erneute Basaliome bilden, ist bei allen nichtoperativen Verfahren größer als bei der vollständigen Entfernung mit dem Skalpell. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass durch die Zerstörung des Gewebes nicht kontrolliert werden kann, ob der Tumor komplett entfernt wurde - der größte Nachteil der nichtoperativen Verfahren.

Bestrahlung als wirksame Alternative

Ist das Basaliom großflächig, an einer für eine operative Entfernung ungünstigen Stelle (zum Beispiel am Augenlid) gelegen oder sind die Krebszellen bereits tief in andere Gewebebereiche eingewandert, dann stellt die Strahlentherapie eine wirksame Behandlungsalternative dar. Dazu werden Röntgenstrahlen eingesetzt, die das Erbgut der Krebszellen schädigen. In bis zu 96 Prozent der Fälle kehrt das Basaliom nach einer erfolgreichen Strahlentherapie zumindest innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren nicht zurück.

Neu: Medikamente gegen Basaliome

Eine neue Therapieoption für fortgeschrittene Basalzellkarzinome, bei denen die operative Entfernung oder eine Strahlentherapie nicht in Frage kommen, ist die medikamentöse Behandlung. Sie basiert auf sogenannten Hedgehog-Inhibitoren, die bestimmte, für das Tumorwachstum bedeutsame Signalwege ins Zellinnere blockieren. Nachteil sind die umfangreichen möglichen Nebenwirkungen, zu denen Muskelkrämpfe, Haarausfall, Geschmacksstörungen, Gewichtsverlust, Müdigkeit und Übelkeit gehören.

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Wenn bei Ihnen ein Basaliom diagnostiziert wurde, stehen Ihnen also grundsätzlich mehrere, Erfolg versprechende Therapiemöglichkeiten offen. Welche im Einzelfall am besten geeignet ist, sollten Sie ausführlich mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Autor: / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 23. Juli 2014
Quellen: Basalzellkarzinom (Basaliom), Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft, zuletzt aktualisiert im August 2012; Der „Igel“-Signalweg ist ein Schlüssel beim Kampf gegen das Basalzellkarzinom, Pressemitteilung des Klinikums der Universität München vom 21.07.2014 im Rahmen der i24. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie von 19. bis 25. Juli 2014, München; Photodynamische Therapie gegen weißen Hautkrebs, Information des Klinikums Nürnberg, Stand August 2011

Beitrag zum Thema aus der Community
  • Expertenrat vom Hausarzt
    Basaliom
    03.01.2012 | 18:26 Uhr von mone1073

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