Entzündungen im Enddarm-Bereich

Analfistel

Analfistel
Eine Analfistel ist meist die Folge von einem Analabszess, das ist eine abgekapselte Eiterblase im Bereich des Afters.
Getty Images

Eine Analfistel ist ein kleiner „Tunnel“ im Gewebe zwischen der äußeren Afterregion und dem Afterkanal – also dem untersten Teil des Enddarms. Wenn es in der Afterregion andauernd juckt, schmerzt und nässt, kann dies ein Hinweis auf eine Analfistel sein.

Eine Analfistel ist meist die Folge von einem Analabszess, das ist eine abgekapselte Eiterblase im Bereich des Afters. Durch die Fistel – einen röhrenförmigen Gang im Gewebe – fließt der Eiter ab.

Je nach Ausgestaltung der Analfistel unterscheiden Ärzte zwei Formen:

  • Komplette Analfistel: Die Fistel verläuft durchgängig von der Darmschleimhaut im Afterkanal bis zur äußeren Haut und besitzt beidseitig eine Mündung.
  • Inkomplette Analfistel: Die Fistel besitzt nur zu einer Seite hin eine Mündung, entweder zur Hautseite (äußere Mündung) oder zur Schleimhautseite (innere Mündung). Die jeweils entgegengesetzte Seite endet „blind“.
  • Zum Downloadbereich

    Hier können Sie sich anonym und kostenlos den Patienten-Ratgeber "Gut versorgt bei Hämorrhoiden" downloaden mit Infos zum Thema

Am häufigsten treten Analfisteln bei jungen Erwachsenen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Normalerweise erfordert eine Analfistel einen chirurgischen Eingriff, bei der sie nach Möglichkeit komplett entfernt wird. Danach heilt sie in den meisten Fällen unkompliziert ab.

Analfistel-Formen nach Parks

Nach dem englischen Facharzt für Enddarmerkrankungen (Proktologen) Parks unterscheiden Ärzte anhand des Verlaufs der Analfistel in Beziehung zum Schließmuskel (Sphinkter) noch einmal genauer zwischen den Fistelformen:

  • Intersphinkter (45 Prozent): Die Fistel verläuft oberflächlich durch den inneren Schließmuskel und weiter im Gewebe zwischen innerem und äußerem Schließmuskel.
  • Transsphinkter (40 Prozent): Der Fistelverlauf durchdringt sowohl die innere als auch die äußere Schließmuskulatur.
  • Suprasphinkter (5 Prozent): Die Analfistel verläuft oberhalb der Schließmuskeln und durchbricht dabei die Muskulatur des Beckenbodens.
  • Extrasphinkter (1 Prozent): Dies ist die seltenste Form der Analfistel. Sie verläuft hierbei durch den Musculus levator ani (Heber des Afters) bis in den Beckenboden und mündet im Mastdarm oberhalb des Afters. Diese Form ist typisch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.
  • Retro-vaginale Fistel (5 Prozent): Bei dieser Art von Analfistel besteht die Verbindung zwischen Mastdarm und der weiblichen Scheide.

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 30. April 2014
Durch: Christina Trappe / medproduction
Quellen: Leitlinien der Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V. (DGAV): Kryptoglanduläre Analfisteln. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 088 – 003 (Stand: 04/2011) Online-Informationen des Bundesverbands für Ambulantes Operieren e.V., Bonn: http://www.operieren.de/content/e3224/e10/e451/e456/e9429/ (Abruf: 03/2014) Plewig. G. et al.: Braun-Falco’s Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer, Heidelberg 2012 Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 265. Auflage. De Gruyter, Berlin 2014

Gesundheit und Medizin
Nabelbruch

Ein Nabelbruch (Nabelhernie) ist eine sichtbare Vorwölbung im Bereich des Nabels mehr...

Reisedurchfall

Reisedurchfall ist vor allem lästig, kann ohne Behandlung aber gefährlich werden mehr...

Newsletter-Leser wissen mehr

Mit dem kostenlosen Lifeline-Newsletter sind Sie immer auf dem aktuellen Stand

Hier bestellen...
Fragen Sie unser Gesundheitsteam

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Zum Seitenanfang