Neue Hilfe bei Kopfschmerzen?
Natürlicher Schmerzkiller im menschlichen Speichel gefunden
Wissenschaftler haben eine neue schmerzlindernde Substanz entdeckt, die im Tierversuch mit Ratten bis zu sechs Mal wirksamer Schmerzen lindern konnte als Morphium. Das Erstaunliche: Die Substanz wird im menschlichen Körper selbst produziert. Ob sie tatsächlich auch zur Schmerzbehandlung beim Menschen eingesetzt werden kann, muss noch untersucht werden.
Die neu entdeckte Substanz, die als Opiorphin bezeichnet wird, wirkt schmerzlindernd, indem sie die natürliche Abwehrreaktion des Körpers gegen den Schmerz verlängert, erklärt Studienleiterin Catherine Rougeot vom Institut Pasteur in Paris, Frankreich. Sie verhindert den Abbau von körpereigenen Opiaten, den so genannten Enkephalinen (Endorphine), die bestimmte Rezeptoren aktivieren und so die Weiterleitung des Schmerzsignals an das Gehirn unterbinden.
Natürliche Schmerzmittel sind sehr selten. Mit ihnen lassen sich Nebenwirkungen vermeiden, die bei synthetisch hergestellten Wirkstoffen wie Opiaten auftreten, sagen die Forscher, und sprechen damit auf Faktoren wie Suchtpotential und Verträglichkeit in der Langzeittherapie an. Sie hoffen nun, dass sich ihre Neuentdeckung in weiteren Versuchen für den klinischen Einsatz beim Menschen als brauchbar erweist.
Experten warnen jedoch vor einer vorzeitigen Euphorie, denn die Substanz müsse erst noch eingehend beim Menschen getestet werden. Opiorphin sei die erste schmerzlindernde Substanz, die im menschlichen Körper gefunden wurde. Nach den bisherigen Erkenntnissen halten sie es für unwahrscheinlich, dass sie tatsächlich in erster Linie eine schmerzlindernde Rolle im menschlichen Körper spielt. Sie gehen vielmehr davon aus, dass Opiorphin primär die Aufgabe erfüllt, den Abbau wichtiger körpereigener Verbindungen zu verhindern. Eine solche, eher unspezifische Wirkung könnte bei einem Einsatz als Schmerzmittel möglicherweise zum Auftreten einer Reihe von unerwarteten Nebenwirkungen führen.





