Risikofaktoren Kopfschmerz
Übergewicht begünstigt chronische Migräne
Heute sind eine Vielzahl von Risikofaktoren und Begleiterkrankungen bekannt, die eine Migräne auslösen oder die Anfallshäufigkeit erhöhen. Einer neuen amerikanischen Studie zufolge kann auch Übergewicht zu einer Verschlechterung des Krankheitsbildes führen.
Die Forscher befragten in einer groß angelegten Bevölkerungsstudie mittels Telefoninterview und Fragebogen über 30.000 Personen zum Thema Kopfschmerzen. Knapp die Hälfte (46%) der Studienteilnehmer waren übergewichtig, bei über 4% aller Befragten wurden tägliche Kopfschmerzen diagnostiziert. Interessanterweise ergab die Differentialdiagnose, dass die Fälle von chronischer Migräne mit dem Körpergewicht fast linear zunahmen. Am stärksten betroffen waren stark Übergewichtige mit einem Body-Mass-Index (BMI) von mehr als 35. Ein Zusammenhang zwischen chronischen Spannungskopfschmerzen und dem Gewicht wurde hingegen nicht festgestellt.
Noch ist unklar, wie das überdurchschnittlich häufige Auftreten einer chronischen Migräne bei Übergewicht zu erklären ist. Bekannt ist jedoch, dass Übergewichtige unter anderem mehr entzündungsfördernde Stoffe (Entzündungsmarker) als Normalgewichtige freisetzen, sowie höhere Plasmaspiegel eines bestimmten Eiweißes (Calcitonin Gene-Related Peptide) aufweisen, welches in hohem Maße zur Relaxation (Entspannen nach Anspannung) der Blutgefäße führt ein Prozess, der bei Migräne eine wichtige Rolle spielt.
Ob und wie die genannten Faktoren tatsächlich mit der erhöhten Neigung Übergewichtiger, eine chronische Migräne auszubilden, einhergehen, muss aber noch erforscht werden. Ebenso liegen derzeit keine Erkenntnisse darüber vor, ob eine Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Migränikern die Attackenhäufigkeit positiv beeinflussen kann.
Nach Informationen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft





