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Belastungen einplanen

Ohne unnötigen Stress ins Familienglück

Kinder bringen Freude – aber auch kurze Nächte, lange Arbeitstage, oft Geldsorgen und kaum Zeit für zweit. Darauf sollten Paare vorbereitet sein.

Kassensturz vor der Familiengründung

Kinder kosten Geld – das ist kein Geheimnis. Dennoch beginnen viele Eltern erst zu rechnen, wenn das Baby da ist. Nicht selten erwachsen aus finanziellen Sorgen dann handfeste Streits, die eine Partnerschaft zermürben können. Damit das Unternehmen Familie weder finanziell noch menschlich auf der Strecke bleibt, also besser einen Kassensturz machen, bevor das Paar ans Expandieren geht. Wichtige Fragen: Wie viel Geld haben wir zur Verfügung, wenn ein Gehalt ganz oder teilweise wegfällt? Was steht uns an Eltern- und Kindergeld zu? Brauchen wir eine größere Wohnung, die teurer ist? Was kostet das Einrichten des Kinderzimmers, was die Ausstattung für das Baby? Wie viele Euro müssen wir für Babysitter, eine Tagesmutter oder einen Kitaplatz einplanen? Ist es nötig, dass wir bei unseren Ausgaben für Freizeit und Urlaub sparen? Zur Orientierung: Laut dem Statistischen Bundesamt geben Familien für das erste Kind durchschnittlich 496 Euro im Monat aus, für das zweite 427 und für das dritte 414 Euro. Bis zum 18. Lebensjahr zahlen Eltern in Deutschland für ihr erstes Kind im Schnitt 107.136 Euro. Gleichwohl sind Kinder volkswirtschaftlich ein Gewinn. Laut einer Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung bringt jedes Kind der Gesellschaft ein Plus von rund 77.000 Euro. Das ist die Differenz zwischen staatlichen Zuwendungen wie Kindergeld, öffentliche Betreuung, Schule und kostenlose Krankenversicherung (391.000 Euro) und dem, was ein Kind als Erwachsener zurückgibt, indem es Steuern und Sozialabgaben zahlt.

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Viel Arbeit, wenig Schlaf, kaum Freizeit

Kinder erfordern Zeit – und zwar mehr, als werdende Eltern oft glauben. Gerade am Anfang ist die Umstellung schwierig. Die Kleinen müssen gefüttert, gewickelt und spazieren gefahren werden. Dazu kommt deutlich mehr Hausarbeit: ungewohnt große Berge dreckiger Wäsche wollen gewaschen und gebügelt werden, Fläschchen zubereitet, Breie gekocht und Geschirr gespült, Säcke mit dreckigen Windeln und Mülltüten heruntergebracht und entsorgt werden. Zeit für sich selbst, für Freunde und Freizeitaktivitäten bleibt wenig. Im Gegenteil knapsen viele frische Eltern einige Stunden von ihrem Schlaf ab, um Baby und Haushalt gut versorgt zu bekommen. Doch fehlende Erholung strapaziert die Nerven und macht reizbar. Die Folge: Statt Familienseligkeit ständig Ärger und Streit. Um das zu vermeiden, raten Familientherapeuten, schon vor der Geburt einen verbindlichen Plan aufzustellen, wer welche Arbeiten übernimmt, wenn das Kleine auf der Welt ist. Aber auch Freizeit ohne Kind für jeden Elternteil bewusst reservieren! Freundschaften wollen schließlich trotz Baby gepflegt werden. Irgendwann sind nämlich alle Eltern froh, auch mal über etwas anderes als Dreimonatskoliken, Zähnekriegen und Durchschlafen reden zu können. Das ist Erholung und gibt Kraft für den Alltag zwischen Schnuller und Schmusetieren.

Zerreißprobe für die Partnerschaft

Kinder entzweien Eltern – nicht zwangsläufig, aber doch sehr oft. Auch Paare, die schon lange zusammenleben, sind nicht davor gefeit, völlig unbekannte Seiten am anderen zu entdecken, wenn aus Zweisamkeit ein Dreierteam wird. Kaum jemand denkt konkret über Erziehung nach, solange es nicht nötig ist. Doch ist es dann so weit, entstehen häufig Kontroversen über das richtige Verhalten gegenüber dem Kind. Solche Konflikte lassen sich leichter meistern, wenn die Eltern nicht nur Mutter und Vater sind, sondern eine funktionierende Partnerschaft sie verbindet. Gerade die Paarbeziehung leidet jedoch meistens nach der Geburt eines Kindes. Immer steht das Baby an erster Stelle, diese Arbeit noch erledigen und auch die, keine Zeit für Stunden zu zweit, abends nur erschöpft und kein Gedanke an Zärtlichkeit – klack, hat die Stressfalle zugeschnappt. Die Techniker Krankenkasse hat sich als erste Versicherung darum bemüht, werdende und junge Eltern beim Schultern der ungewohnten Belastungen zu unterstützen und die Präventionskurse "Stressfrei ins Familienglück" entwickelt. Inzwischen bieten andere Kassen und Geburtshäuser ähnliche Seminare, in denen sich Paare auf die Zeit zu dritt vorbereiten können. (mj)


Quelle: Nach Informationen von Doris Wolf: partnerschaft-beziehung.de, ARD-Ratgeber Familie, Techniker Krankenkasse, LBS-Familien-Studie: Paare werden Eltern, Statistisches Bundesamt
Autor: Martina Janning
Stand: Dec 17, 2007


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