Immer mehr Deutsche arbeiten Schicht

Die besten Gesundheitstipps für Nachtarbeiter

Bauarbeiter arbeitet nachts
Die Bänder dürfen niemals stillstehen: Facharbeiter und Ingenieure arbeiten oft Schicht.
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Jeder Vierte arbeitet nachts, am Wochenende oder abends. Vor allem Nachtarbeit kann die Gesundheit belasten, Schlafstörungen, Bluthochdruck und Diabetes begünstigen. Was Schichtarbeiter beachten sollten, damit der Job nicht zur Gesundheitsfalle wird.

Es sind nicht nur die Anforderungen aus der Wirtschaft, die zu veränderten Arbeitszeiten führen. Auch ein verändertes Anspruchsdenken tragen ein Teil dazu bei: zum Essen gehen noch nach 22.00 Uhr, Nachtvorstellungen besuchen, spät einkaufen und vieles mehr.  Betroffen sind Taxifahrer, Zugführer, Piloten und Gastronomiemitarbeiter, Angestellte und freie Mitarbeiter in der Sozialbranche, im Gesundheitswesen, im Handel und in Maschinen- und Anlageunternehmen.

Auf Anfrage der Linkspartei gab die Bunderegierung an, dass in den letzten zehn Jahren die Zahl der Schichtarbeiter gestiegen ist. Demnach arbeitet inzwischen jeder vierte Deutsche im unnatürlichen Arbeitsrhythmus. „Weltweit betrifft das rund 20 Prozent aller Arbeitnehmer“, sagt Dr. med. Michael Nasterlack, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM), „und keine Frage, Nachtarbeit ist eine physiologische Belastung, die vor allem in Verbindung mit einem ungünstigen Lebensstil Krankheiten begünstigen kann.“

Schichtarbeiter sind oft zu dick

Der ungesunde Lebensstil, der für viele Nachtarbeiter die Regel ist: Sie essen mehr und kalorienreicher als Tagarbeiter, treiben weniger Sport und rauchen mehr. Die Folgen sind Übergewicht, was wiederum Bluthochdruck und Diabetes nach sich ziehen kann, ganz abgesehen von stressbedingten Krankheiten.

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Damit diese Risiken nicht eintreten – wie sollte Nachtschicht gestaltet sein, also in welchem Abstand der Wechsel von Tag- zu Nachtarbeit erfolgen? Früher galt die Regel, frühestens nach zwei Wochen zu wechseln. Doch das hat sich als falsch erwiesen. Dr. Nasterlack, der zu diesem Thema bereits mehrere Studien durchführte, berichtet: „Das Modell zwölf Stunden Tagschicht, danach 24 Stunden frei, dann zwölf Stunden Nachtschicht, danach 48 Stunden frei und dann wieder den Turnus beginnen, hat sich als besonders günstig erwiesen.“ Es sollte also möglichst wenig Nachtschicht in einem Block gearbeitet werden. Dann, so seine Erfahrung, haben Nachtarbeiter kein höheres Gesundheitsrisiko als Tagarbeiter.

Dabei empfiehlt der Experte Schichtarbeitern folgende Maßnahmen:

  1. Sorgen Sie dafür, dass die Familie Ihre Schichtzeiten akzeptiert.
  2. Nehmen Sie die Vorteile der Schicht wahr – nach dem Ausschlafen tagsüber Zeit für die Kinder haben, in Ruhe einzukaufen, ohne Stau zur Arbeit und heim zu fahren.
  3. Passen Sie Ihren Lebensstil der Schichtarbeit an: Essen Sie auch nachts kein Fast Food, sondern besser leichte Frischkost wie Obst und Gemüse mit Quark und Joghurt, trinken Sie keine zuckerhaltige Limonaden, sondern Saftschorlen, Mineralwasser und Tee.
  4. Passen Sie Ihr Bewegungsverhalten an. Es gibt auch nachmittags Sportangebote in den Vereinen und stellen sie sich selbst ein individuelles Bewegungsprogramm, zusammen, das Sie individuell durchführen können.
  5. Übernehmen Sie nicht die schlechten Angewohnheiten der Kollegen! „Über 50 Prozent der Schichtarbeiter sind Raucher“, warnt Dr. Nasterlack. Zum Vergleich. Beim Großteil der Bevölkerung sind das nur noch 30 Prozent.
  6. Nutzen Sie die speziellen Angebote für Schichtarbeiter, die viele Arbeitgeber zur Verfügung stellen. „Sport, Entspannung, Ernährungsberatung – hier ist für jeden etwas dabei, denn eine allgemein gültige Lösung für alle gibt es nicht“, berichtet der Experte aus der Praxis und fasst zusammen: „Nachtarbeit ist tatsächlich eine Herausforderung für den Körper. Wer sie aber richtig organisiert und sich entsprechend verhält, wird keine gesundheitlichen Folgen befürchten müssen.“
Schlaflos

Wer wenig schläft, schädigt sein Immunsystem und wird dick. Woran liegt das? Antworten darauf gibt Experte Professor Siegfried Meryn in der ORF-Sendung "Bewusst gesund".

ORF

Autor: Monika Preuk / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 25. März 2014

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