
Impfstoffe
Warum Impfungen sicher sind und Sicherheit geben
Moderne Impfstoffe sind wirksam und führen extrem selten zu schweren Nebenwirkungen oder Komplikationen. Impfreaktionen werden hierzulande sehr gut überwacht.
Moderne Impfstoffe sind sehr sicher
Bedenken gegen Impfungen sind so alt wie Impfungen selbst. Gerade, wenn es um Kinder geht, werden Sorgen wach. Manche Eltern befürchten starke Nebenwirkungen durch die Immunisierung, die über eine normale Impfreaktion hinausgehen. Doch moderne Impfstoffe sind sehr sicher und haben wenig Nebenwirkungen. Je nach Impfstoff reagieren maximal 20% aller Impflinge überhaupt auf die Injektion, berichtet das Robert Koch-Institut . In solchen Fällen schwillt die Impfstelle ein wenig an und rötet sich ein Zeichen dafür, dass der Körper auf die Impfung reagiert. Solche Symptome verschwinden meistens nach 1-2 Tagen wieder und sind ungefährlich. Nach Injektionen von Lebendimpfstoffen, wie dem Masern-, Mumps- und Rötelnimpfstoff, kommt es selten zu leichten masern- oder mumpsähnlichen Erkrankungen, die bei weitem nicht so schwer verlaufen wie eine echte Infektion. Diese sogenannten Impfmasern sind außerdem nicht ansteckend.
RKI bestätigt Sicherheit von Impfstoffen
Bei heutigen Impfstoffen kommt es nur sehr selten zu Komplikationen, betont das RKI. Meist seien diese darauf zurückzuführen, dass ein Geimpfter überempfindlich auf Begleitstoffe des Impfstoffs reagiert. Für die Jahre 2004-2005 wurden laut RKI pro 100.000 Impfstoff-Dosen zirka drei Verdachtsfälle für Nebenwirkungen und Komplikationen von Impfungen gemeldet. Etwa die Hälfte aller gemeldeten Impfreaktionen erwies sich als vorübergehend. Bei fünf Menschen blieb ein dauerhafter Schaden zurück, der möglicherweise durch die Impfung ausgelöst wurde. Insgesamt schätzte das Paul-Ehrlich-Institut den Zusammenhang zwischen Impfung und Komplikation bei 0,6% der Fälle als "gesichert" ein . Ein Vergleich mit echten Infektionen zeigt, dass Impfungen sehr viel seltener zu Komplikationen führen. Beispiel Masern: Nach einer Infektion mit Masernviren erkranken 98% der infizierten Menschen, und bei einem von 1.000-2.000 von ihnen entwickelt sich eine Gehirnentzündung. Zum Vergleich: Nach einer Impfung gegen Masern liegt das Risiko für eine solche Enzephalitis laut RKI bei weniger als einem zu einer Million Menschen .
Gutes Überwachungssystem für die Sicherheit
Ein gutes Überwachungssystem sorgt in Deutschland dafür, dass jeder mutmaßlich außergewöhnlichen Impfreaktion nachgegangen wird: Der Verdacht einer Impfkomplikation ist dem zuständigen Gesundheitsamt zu melden, das die Daten an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) weiterleitet. Das PEI ist die zuständige Bundesoberbehörde, die die Meldungen zentral erfasst, analysiert und auswertet. Ärzte müssen außerdem die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft unterrichten, die die Daten ebenfalls an das PEI weitergibt. Auch Pharmafirmen haben dem PEI Verdachtsfälle anzuzeigen. Das Institut wertet alle Meldungen nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus.
Wissenswertes
Grundsätzlich gibt es zwei Gruppen von Impfstoffen (Vakzinen): Lebendimpfstoffe und Totimpfstoffe. Lebendimpfstoffe enthalten vermehrungsfähige Erreger (Bakterien, Viren), die jedoch hinsichtlich ihrer krankmachenden Eigenschaften stark abgeschwächt worden sind. Totimpfstoffe enthalten unter anderem abgetötete Krankheitserreger oder deren unschädliche Giftstoffe.





