
Ideale Impfrate
Dein Impfschutz nutzt auch anderen
Wer Impfungen wahrnimmt, kann sich und auch andere schützen vor allem Kinder und geschwächte Menschen. Und er trägt dazu bei Krankheiten auszurotten.
Impfung beseitigte Pocken
Infektionskrankheiten waren früher auch in den Industriestaaten eine häufige Todesursache. Bei der Influenza-Pandemie (echte Grippe") von 1918/19 starben weltweit zwischen 20 und 50 Millionen Menschen . Um 1900 starben im Deutschen Reich allein an Keuchhusten, Diphtherie und Scharlach im Jahr noch 65.000 Kinder (bei einer Einwohnerzahl von 58 Millionen) . Impfungen haben einen großen Anteil daran, dass Infektionskrankheiten zurückgegangen sind. Das Ausrotten der Pocken in den 1980er Jahren ist ein gutes Beispiel dafür. 1967 machte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Impfung gegen Pocken weltweit zur Pflicht. Der letzte Pockenfall trat 1977 in Somalia auf Anfang der 1980er Jahre erklärte die WHO die Welt für pockenfrei.
Eine hohe Impfrate kann Schwache und Säuglinge schützen
Auch wenn die Zahl der Erkrankungen zurückgeht: So lange eine Infektionskrankheit nicht ausgemerzt ist, bleiben Impfungen wichtig. Wenn weniger Menschen gegen eine Krankheit immunisiert sind, steigt das Risiko für eine Ansteckung - früher oder später treten dann wieder mehr Fälle auf. Gerade Menschen mit einem schwachen Immunsystem, wie Säuglinge, ältere Menschen und chronisch Kranke laufen Gefahr, sich anzustecken. Deshalb fordern Experten eine hohe Impfrate. Was passiert, wenn sie sinkt, zeigt das Beispiel Masern. In den vergangenen Jahren breiteten sie sich in Hessen und vor allem in Nordrhein-Westfalen erneut aus. Immer weniger Eltern hatten ihre Kinder gegen diese Infektionskrankheit impfen lassen. Manche veranstalteten sogar so genannte Masernpartys, bei denen ein erkranktes Kind bewusst gesunde Kinder mit Masern anstecken sollte. Ein gefährliches Unterfangen. Denn Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Es können Komplikationen bis hin zur - eventuell sogar tödlich verlaufenden - Hirnhautentzündung auftreten; 2007 starben in Duisburg zwei Kinder an den Folgen von Masern . Der stellvertretende CDU-Fraktionschef im nordrhein-westfälischen Landtag, Rudolf Henke, kommentierte die Entwicklung mit drastischen Worten: Wer den Impfschutz durchlöchere, betreibe "Sabotage am Gesundheitsschutz seiner Nachbarn" . Wegen der steigenden Zahl von Masern-Erkrankungen überlegt die nordrhein-westfälische Landesregierung eine Impfpflicht einzuführen.
Impfschutz als Menschenrecht
Die Weltgesundheitsorganisation hat für Europa das Ziel ausgegeben, Masern bis 2010 auszurotten. Dafür müssen mehr als 95% der Bevölkerung geimpft sein. Deutschland ist davon derzeit weit entfernt, beklagte der Präsident des RKI, Reinhard Kurth, am Weltgesundheitstags 2007. Die USA und Skandinavien hätten hingegen erfolgreich vorgemacht, dass Masern besiegt werden könnten. Kurth mahnte eindringlich zu mehr Prävention: "Eltern, die ihren Kindern den Impfschutz verweigern, verletzen die Menschenrechte ihrer Kinder."





