
Impflücken
Impfgegner gefährden Erfolge breit angelegter Impfprogramme
Lücken in der Durchimmunisierung gefährden nicht nur Impfmuffel, sondern auch Menschen, die sich nicht durch Impfungen schützen können. Dazu zählen z.B. Neugeborene und Menschen mit einem gestörten Abwehrsystem.
Ist die Impfrate hoch und ein großer Teil der Bevölkerung daher gegen bestimmte Infektionserreger immun, spricht man von Herdimmunität. Sie sorgt dafür, dass auch jene Menschen vor dem Erreger geschützt sind, die sich nicht oder noch nicht durch Impfungen schützen können, z.B. Patienten mit einem gestörten Immunsystem oder Neugeborene. Denn je mehr Menschen immun sind, desto schlechter kann sich der Erreger ausbreiten. Auf diese Art und Weise ist es der Weltgesundheitsorganisation beispielsweise gelungen, die Pocken auszurotten.
Je mehr Menschen sich jedoch gegen eine Impfung entscheiden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Erreger wieder kursieren kann. Ein Ausbruch der Krankheit in nicht immunisierten Teilen der Bevölkerung ist die Folge. So gefährden nicht geimpfte Menschen nicht nur sich selbst, sondern auch andere.
Daher ist es wichtig, Zweifel durch umfassende und vor allem sachliche Informationen auszuräumen. Paradoxerweise tragen auch Impf-Erfolge indirekt zur Skepsis in der Bevölkerung bei. Da mit einem Erreger häufig auch die Erinnerung an die Schwere der Erkrankung verdrängt wird, entstehen Zweifel an der Notwendigkeit einer Impfung gegen scheinbar seltene und womöglich harmlose Krankheiten.
Wie gefährlich aber beispielsweise eine Kinderkrankheit wie Masern ist, zeigte im Jahr 2006 die Epidemie in Nordrhein-Westfalen, bei der zwei Kinder starben. Im vergangenen Mai ist es in Bayern erneut zu einem Ausbruch der Masern unter Schülern gekommen. Mehr als 100 Kinder, die alle nicht geimpft waren, haben sich mit der hoch ansteckenden Krankheit infiziert. Die Durchimpfungsrate lag bei nur 70% - um eine effektive Herdimmunität gegen Masern zu erzielen, ist jedoch eine Quote von etwa 95% nötig.





