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Impfskepsis

Gefährliche Entwicklung: Sinkende Impfraten

Viele Menschen sind unsicher, was sie von Impfungen halten sollen und ignorieren das Thema. Besser ist es, sich über Nutzen und Risiken zu informieren.

Skepsis mit weitreichenden Folgen

Obschon die tatsächliche Zahl der Impfskeptiker in Deutschland gering ist, haben ihre Bedenken dazu geführt, dass viele Menschen verunsichert sind. Die Folge ist, dass viele Männer und Frauen anstehende Impftermine ignorieren und ihre Kinder nicht impfen lassen. Das schlägt sich in sinkenden Impfraten nieder. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise beklagt die Ärztekammer, dass zu wenige Einwohner gegen Masern geimpft seien.

Fehlender Impfschutz gefährdet nicht nur die eigene Gesundheit, er bedroht auch andere. Wenn wenig Menschen gegen eine Infektionskrankheit immun sind, kann diese sich schnell ausbreiten und epidemieartige Ausmaße annehmen. Um das zu verhindern, fordern Fachleute hohe Impfraten, bei Masern beispielsweise 95%, bei Keuchhusten 90% und bei Diphtherie 85% . Eine niedrige Impfrate trifft die Schwachen zuerst: Säuglinge, ältere Menschen und chronisch Kranke sind besonders gefährdet, Folgeschäden der Infektionskrankheiten davonzutragen.

Gefährliche Infektionen geraten in Vergessenheit

Ein Problem: Der Nutzen von Impfungen wird nicht oder nicht mehr wahrgenommen, seltene Infektionen geraten in Vergessenheit. Das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Impfungen fehlt, weil heutzutage kaum noch jemand Krankheiten wie Kinderlähmung aus eigener Erfahrung oder aus dem persönlichen Umfeld kennt. Gegner betonen dagegen die angeblichen Gefahren von Impfungen und ihre möglichen Nebenwirkungen.

Zahlreiche Studien zeigten jedoch, dass "Impfstoffe zu den sichersten Arzneimitteln gehören", betonte Brigitte Keller-Stanislawski vom Paul-Ehrlich-Institut auf einer Tagung des "Forums Impfen" Ende 2006 in Berlin . Wenn eine Infektion seltener werde, rückten bei vielen Menschen jedoch automatisch die Nebenwirkungen oder Komplikationen ins Blickfeld, sagte die Medizinerin. Es verbreiten sich auch Halb- und Unwahrheiten. Eine verbreitete Annahme ist beispielsweise, dass eine Impfung eine Infektionskrankheit erst auslöst. Nach einer Injektion des Masernimpfstoffes können in seltenen Fällen sogenannte Impfmasern auftreten, die viel schwächer ausgeprägt sind als nach einer Infektion mit dem ursprünglichen Masernvirus und nicht ansteckend sind. Durch eine Grippeimpfung bekommt keiner Grippe.

Im Gegenteil ist das Risiko hoch, ohne Impfung krank zu werden und bleibende Schäden zu entwickeln. Röteln in der Schwangerschaft können zu schweren Missbildungen des noch ungeborenen Kindes führen und Mumps bei Jungen nach der Pubertät Unfruchtbarkeit hervorrufen. Den Nutzen von Impfungen sollte daher keiner zu gering bewerten.


Quelle: Nach Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI), der Ärztekammer Westfalen-Lippe, des Forums Impfen und von Medienberichten
Autor: Martina Janning
Stand: Apr 29, 2009


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