Gut organisiert
Den Impfausweis griffbereit aufbewahren
Viele müssen ihren Impfausweis erst suchen, wenn sie ihn brauchen so selten denken sie daran. Dabei sollte er bei jedem Arztbesuch vorgelegt werden.
Impfausweis dokumentiert vorhandenen Impfschutz
Es passierte bei der Gartenarbeit. Karin griff aus Versehen in einen rostigen Nagel im Zaun. Schreck, Blut und Schmerzen folgte schnell die Sorge: Bin ich eigentlich noch gegen Tetanus geschützt?" Diese Impfung muss alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Ob das geschehen ist, lässt sich im Impfausweis nachlesen. Doch wo ist der eigentlich?", fragte sich Karin.
Dies ist kein Einzelfall. Viele Menschen wissen nicht genau, wo sie ihren Impfausweis aufbewahren. Sollten sie aber. In diesem kleinen Heft können Ärzte und sie selbst kontrollieren, gegen welche Krankheiten sie geimpft wurden, und wann Auffrischimpfungen nötig sind. Wer einen Impfausweis hat, kann zusätzliche Impfungen vermeiden. Ist für den behandelnden Arzt im Notfall nämlich nicht ersichtlich, ob jemand überhaupt oder noch ausreichend geschützt ist, wird auf jeden Fall geimpft.
Ein weiterer Grund für einen sorgsamen Umgang mit dem Impfausweis ist, dass er bei Auslandsreisen manchmal vorgelegt werden muss. Einige Länder fordern zur Einreise den Nachweis einer Gelbfieber-Impfung. Und nach Mekka darf nur pilgern, wer eine Meningokokken-Impfung vorweisen kann . Aber auch im Inland ist der Impfausweis ein wichtiges Dokument: Im Frühjahr 2007 mussten Kinder im nordrhein-westfälischen Kreis Mettmann an einigen Schulen einen gültigen Impfausweis vorlegen, um am Unterricht teilnehmen zu dürfen . Hintergrund war die Sorge vor einer Masernepidemie. Da dort sehr viele Fälle von Masern vorgekommen waren, hatte das Kreisgesundheitsamt angeordnet, dass Kinder, die nicht oder nur unzureichend geimpft sind, vom Unterricht freigestellt werden, bis die Impfungen nachgeholt sind oder zwei Wochen keine neuen Erkrankungen auftreten.
Impfausweis ist international anerkannt
In Deutschland erhält jedes Kind vom Arzt einen Internationalen Impfausweis. Neben dem neuen gelben Dokument sind noch alte Impfausweise im Umlauf, deren inhaltliche Struktur aber gleich ist. Der Internationale Impfausweis entspricht den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Da er weltweit gültig ist, sind alle Einträge und Informationen in Deutsch, Englisch und Französisch vorhanden. Seit 2007 hat der Impfausweis einige Seiten mehr, auf denen Impfungen für Jugendliche eingetragen werden können. Diese waren vorher bei den Impfungen im Säuglings- und Kindesalter aufgeführt. So umfasst der Impfausweis nun 24 statt 20 Seiten. Auf ihnen hat alles seinen festen Platz: Die ersten Seiten sind für Impfungen gegen Gelbfieber reserviert, dann folgen die neun Routineimpfungen bei Säuglingen, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
Neben das Datum schreibt der Arzt entweder den Handelsnamen plus die Chargen-Nummer des Impfstoffs oder er klebt den entsprechenden Aufkleber mit diesen Daten in den Impfausweis und kreuzt die Erkrankungen, gegen die geimpft wurde, an. Es folgen Seiten für weitere Impfungen, etwa gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), humane Papillomviren (HPV) oder Grippe. Weiter kann ein Arzt im Impfausweis z. B. das Ergebnis eines Tests auf einen ausreichenden Schutz vor Röteln notieren.
Der ist wichtig für Frauen mit Kinderwunsch, da eine Rötelninfektion in der Schwangerschaft dem ungeborenen Kind bleibende Schäden zufügen kann. Experten raten, den Impfausweis bei jedem Arztbesuch mitzunehmen, um den Impfstatus überprüfen zu lassen. In Zukunft kann die elektronische Gesundheitskarte (eGK) diesen Schritt vereinfachen. So setzt sich etwa der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) dafür ein, dass auf der Karte nach Zustimmung des Besitzers die Daten des Impfausweises gespeichert werden können . Die eGK soll ab 2008 im ganzen Bundesgebiet eingeführt werden und die bisherige Krankenversichertenkarte ablösen.




