Motivation
Impfen: Eigeninitiative gefragt
In Deutschland gibt es keine gesetzliche Impfpflicht. Daher sollte sich jeder selbst in die Pflicht nehmen, seine Impfungen wahrzunehmen und für den Impfschutz seiner Kinder zu sorgen.
Jeder verantwortet seinen Impfschutz selbst
Keiner muss, aber jeder sollte sich impfen lassen. Denn wer gegen gefährliche Infektionskrankheiten immunisiert ist, kann sich selbst und andere schützen. Nur wenn ein genügend hoher Prozentsatz der Bevölkerung geimpft ist, lassen sich epidemieartige Ausbrüche von Infektionskrankheiten effektiv verhindern. Denn: Über den individuellen Schutz hinaus können viele Impfungen einen positiven Effekt für die Gesamtbevölkerung erzielen, indem sie eine so genannte Herdimmunität aufbauen. Auf diese Weise lässt sich das Auftreten von Epidemien verhindern, weil die Ausbreitung des Krankheitserregers von Mensch zu Mensch immer wieder unterbrochen wird, wenn ausreichend viele Menschen geimpft und somit immun sind.
Zudem kann die Herdimmunität die Menschen schützen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können. So sollten z. B. Rheuma-Patienten, die Medikamente einnehmen, welche das Abwehrsystem des Körpers unterdrücken, keine Impfung mit Lebendimpfstoffen erhalten. Gleiches gilt für Schwangere, Menschen mit angeborenen Immundefekten oder Krebs-Patienten, die eine Chemotherapie erhalten: Je mehr Personen in ihrer Umgebung geimpft sind, desto geringer ist für sie und das ungeborene Leben die Gefahr einer Ansteckung.
In Deutschland existiert jedoch keine Impfpflicht. Während in der DDR Impfungen für Kinder und Jugendliche vorgeschrieben waren, wurde in der Bundesrepublik 1983 die bis dahin geltende Impfpflicht gegen Pocken aufgehoben. Seitdem ist jeder selbst für seinen Impfschutz verantwortlich - vor allem Eltern für den Impfschutz ihrer Kinder.
Eltern müssen sich um Impfungen ihrer Kinder kümmern
Gerade junge Eltern entwickeln sich jedoch immer mehr zu Impfmuffeln, beklagen Fachleute. Viele verharmlosen Kinderkrankheiten. Dieses Verhalten ist im Grunde ein Resultat der Erfolge von Impfungen. Viele junge Mütter und Väter unterschätzen Kinderkrankheiten nämlich weil sie selbst - rechtzeitig geimpft - keine gefährlichen Infektionen mehr durchleben mussten. So wissen heute die wenigsten, dass Keuchhusten und Infektionen mit Haemophilus influenzae b (Hib) für Babys lebensbedrohlich sein können oder Hirnhautentzündung eine mögliche Komplikation von Mumps und Masern ist. Andere Eltern betrachten Impfungen mit Skepsis und befürchten Nebenwirkungen. Dabei ist es sinnvoll, sich gut zu informieren und von Ärzten ausführlich beraten zu lassen, anstatt voreilig zu urteilen. Denn mögliche Nebenwirkungen müssen immer den Risiken gegenübergestellt werden, die mit der entsprechenden Infektionskrankheit einhergehen. Ein Arzt, der eine Impfung verabreicht, hat die gesetzliche Pflicht, über die Vor- und Nachteile von Impfung und Nicht-Impfung aufzuklären.
Impfstatus regelmäßig kontrollieren
Viele Erwachsene vernachlässigen ihren Impfschutz. Sie vergessen einfach, dass bestimmte Impfungen wie bspw. gegen Tetanus oder Diphtherie in bestimmten zeitlichen Abständen erneuert oder aufgefrischt werden müssen. Im Falle von Tetanus und Diphtherie sollte alle zehn Jahre eine Auffrischimpfung erfolgen. Abgesehen von der jährlichen Grippeimmunisierung oder der FSME-Impfung, die für Menschen in FSME-Risikogebieten (die jährlich vom RKI ausgewiesen werden) empfohlen wird, sind Impfungen kein Thema, das regelmäßig präsent ist.
Das beste Mittel, um seinen persönlichen Impfstatus zu kontrollieren, ist ein Blick in den Impfausweis. Darin tragen Ärzte jede erfolgte Impfung ein. Eine bewährte Möglichkeit, um keine Basisimpfung oder Auffrischung zu vergessen: Bei jedem Arztbesuch den Impfausweis mitnehmen und nachsehen lassen.




