
Impfskepsis
Häufig gestellte Fragen
Sind Impfungen heute überhaupt noch notwendig? Wie wird die Sicherheit von Impfungen gewährleistet? Wichtige Fragen und Antworten finden Sie hier.
Stärkt eine Krankheit die Abwehrkräfte mehr als eine Impfung?
Nein. Eine Impfung trainiert das Immunsystem ebenso wie eine echte Infektion. Daher verfügen geimpfte Kinder nicht über weniger Abwehrkräfte als Kinder, die eine Infektionskrankheit hatten. Außerdem können Krankheiten Kinder in ihrer Entwicklung zurückwerfen und schwerste gesundheitliche Komplikationen wie etwa lebenslange Behinderungen verursachen oder sogar zum Tod führen. Impfungen helfen, genau solche Folgen zu vermeiden.
Warum sind Impfungen notwendig?
Kinderkrankheiten können sehr drastisch verlaufen. Bei Masern z. B. entwickelt einer von 1.000-2.000 Erkrankten eine Entzündung des Gehirns (Enzephalitis), die oft Hirnschäden hinterlässt oder sogar tödlich verlaufen kann. Oder Röteln: Sie können bei Schwangeren, die dagegen nicht immun sind, zu schweren Fehlbildungen des Ungeborenen führen. Impfungen verhüten schwere Folgen von Infektionen. Sie sind auch gerade dann wichtig, wenn eine Erkrankung nur noch selten vorkommt die Immunisierung sorgt dann dafür, dass es auch so bleibt. Bis heute sind Antibiotika keine Alternative zu Impfungen: Bei Virusinfektionen sind Antibiotika unwirksam.
Wie oft wird der Impfschutz aufgefrischt?
Wie häufig eine Impfung erfolgen muss, ist verschieden und abhängig von der Art der Impfung und der Person, die geimpft werden soll. Bei der sogenannten Grundimmunisierung gegen Masern, Mumps und Röteln im Kleinkindalter wird zweimalig ein Kombinationsimpfstoff gegen diese drei Krankheiten verabreicht. Danach ist der Geimpfte sein Leben lang vor diesen Krankheiten geschützt. Bei Krankheiten wie Tetanus oder Diphtherie hält eine Impfung ca. zehn Jahre danach muss sie wiederholt werden. Anders verhält es sich bei der Grippe: Da Grippeviren sich ständig wandeln, müssen gefährdete Menschen den Immunschutz jedes Jahr mit einem neu zusammengesetzten Impfstoff auffrischen. Aber: Auch jemand, der eine Infektionskrankheit durchgemacht hat, ist nicht unbedingt dauerhaft immun. An Keuchhusten beispielsweise kann man mehrmals im Leben erkranken. Auffrischimpfungen gegen Keuchhusten im Erwachsenenalter sind daher sinnvoll, besonders für Personen mit engem Kontakt zu Säuglingen (z.B. Eltern, Großeltern, Babysitter). Frauen mit Kinderwunsch sollten am besten vor der Schwangerschaft gegen Keuchhusten immunisiert werden.
Schützen Impfungen in jedem Fall?
Keine Impfung schützt 100-prozentig. Aber Impfungen senken deutlich die Wahrscheinlichkeit zu erkranken. Bei Masern erkranken rein statistisch 97-98% der Ungeimpften, aber nur 2-3% der Geimpften. Oft kommt es zu Erkrankungen, weil der Impfschutz nicht vollständig ist und Auffrischimpfungen vergessen wurden. Wenn es trotz Impfung zum Ausbruch einer Erkrankung kommt, verläuft diese meist deutlich milder als bei Ungeimpften.
Reicht der Infektionsschutz, den Babys mit der Muttermilch erhalten?
Eine Schwangere überträgt bereits durch den Blutkreislauf Antikörper auf das Ungeborene; mit der Muttermilch erhält ein Säugling weitere Abwehrstoffe. Dieser sogenannte Nestschutz ist vor allem in den ersten Lebensmonaten wichtig, wenn das kindliche Immunsystem sich noch entwickelt umfassend ist der Nestschutz aber nicht. Bei manchen Krankheiten kann eine Mutter Antikörper, bspw. bei Varizellen, an ihr Kind weitergeben, wenn sie selbst geimpft ist oder die Erkrankung durchgemacht hat. In anderen Fällen, beispielsweise bei Keuchhusten, bildet das Immunsystem aber auch im Erkrankungsfall keine übertragbaren Antikörper das Baby ist gegen diese Krankheiten in keinem Fall geschützt.
Schützen geimpfte Mütter ihre Kinder besser als ungeimpfte?
Eine Schwangere überträgt bereits durch den Blutkreislauf Antikörper auf das Ungeborene; mit der Muttermilch erhält ein Säugling weitere Abwehrstoffe. Dieser sogenannte Nestschutz ist vor allem in den ersten Lebensmonaten wichtig, wenn das kindliche Immunsystem sich noch entwickelt umfassend ist der Nestschutz aber nicht. Bei manchen Krankheiten kann eine Mutter Antikörper, bspw. bei Varizellen, an ihr Kind weitergeben, wenn sie selbst geimpft ist oder die Erkrankung durchgemacht hat. In anderen Fällen, beispielsweise bei Keuchhusten, bildet das Immunsystem aber auch im Erkrankungsfall keine übertragbaren Antikörper das Baby ist gegen diese Krankheiten in keinem Fall geschützt.
Ab wann können Kinder geimpft werden?
Manche Infektionen treffen Säuglinge deutlich schwerer als ältere Kinder deshalb sollten Babys bereits nach dem vollendeten zweiten Lebensmonat gegen verschiedene Erkrankungen geimpft werden. Ein Beispiel hierfür ist der Keuchhusten: Bei Jugendlichen und Erwachsenen verläuft die Erkrankung oft milder und ohne die klassischen Symptome des Keuch"-Hustens. Erkrankt jedoch ein Säugling an Keuchhusten, beispielsweise nach einer Ansteckung durch den Opa, kommt es in rund 25% der Fälle zu Komplikationen wie Lungenentzündung oder Atemstillstand (im ersten Lebenshalbjahr). Frauen mit Kinderwunsch sowie alle Personen im engeren Umfeld von kleinen Kindern sollten sich daher gegen Keuchhusten impfen lassen - auch wenn sie die Krankheit als Kind gehabt haben. Es gibt keine Belege dafür, dass Säuglinge Impfungen generell schlechter vertragen als ältere Kinder.
Warum ist die Verwendung von Kombinationsimpfstoffen sinnvoll?
Kombinationsimpfstoffe haben den Vorteil, dass sie mehrere Impfungen zusammenfassen. Das verringert die Zahl der notwendigen Injektionen - der Geimpfte muss nicht so oft zum Arzt und einzelne Impfungen werden nicht vergessen. Hinweise darauf, dass Mehrfachimpfstoffe das Abwehrsystem überlasten, gibt es keine. Bekannt ist aber, dass bestimmte Bestandteile von Kombi-Impfungen das Immunsystem schwächer stimulieren, als wenn sie alleine gegeben würde. Daher können z.B. vier statt drei Injektionen nötig sein. Insgesamt kann die Zahl der erforderlichen Injektionen durch Mehrfachimpfstoffe jedoch deutlich reduziert werden.
Wie wird die Sicherheit von Impfungen gewährleistet?
Im Jahr 2005 wurden in Deutschland etwa 44 Millionen Impfstoffdosen verabreicht, rund die Hälfte davon für die jährliche Grippeimpfung. Im selben Zeitraum meldeten Ärzte und Pharmahersteller knapp 1.400 vermutete Impfkomplikationen das entspricht einer Rate von rund drei Verdachtsfällen pro 100.000 verabreichten Dosen . Die Analyse ergab bei knapp einem Drittel der gemeldeten Fälle keine Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang mit der Impfung. Nur bei fünf Geimpften wurde eine dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigung gemeldet, die möglicherweise durch die Impfung ausgelöst worden war.
Wie setzen sich Impfstoffe zusammen?
Neben dem Wirkstoff enthalten Impfstoffe Substanzen, die dazu dienen, Impfviren abzutöten, die Immunantwort zu verstärken oder den Impfstoff haltbar zu machen. Solche Zusätze, wie Formaldehyd, Aluminium, Phenol oder Thiomersal, müssen auf dem Impfstoff angegeben sein. Für die Grundimmunisierung von Kindern haben Hersteller aber inzwischen eine Reihe von Kombinationsimpfstoffen entwickelt, die überhaupt keine Konservierungsmittel (wie z.B. Thiomersal) mehr enthalten.
Wann sollte man sich nicht impfen lassen?
Grundsätzlich sollten Personen nicht geimpft werden, die akut erkrankt sind. Im Notfall kann eine Impfung dennoch stattfinden, am besten aber sollte ein Patient erst wieder ganz genesen. Während einer Schwangerschaft sollten nur dringend notwendige Impfungen gemacht werden. Wenn eine Allergie gegen einen Bestandteil des Impfstoffs, - z.B. Hühnereiweiß - besteht, kann dies ein Grund sein, nicht zu impfen. Patienten mit einem schwachen Immunsystem sollten Impfungen stets mit ihrem behandelnden Arzt besprechen. Dies gilt besonders für Immunisierungen mit Lebendimpfstoffen. Die STIKO weist ausdrücklich darauf hin, dass Impfungen auch möglich sind u.a. bei einem leichten Infekt, Asthma, Neurodermitis oder anderen chronischen Krankheiten. Patienten sollten ihre persönliche Situation mit ihrem behandelnden Arzt besprechen. Ärzte können sich bei Fragen an das Robert-Koch-Institut wenden.





