Früher Sex erhöht Risiko für Gebärmutterhalskrebs
Mädchen, die schon in frühen Jahren Sex haben, haben scheinbar ein doppelt so hohes Risiko, in späteren Jahren Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln.
Zu diesem Schluss kam eine Studie, die sich mit der Frage befasste, wieso finanziell schwache Frauen ein größeres Risiko für Gebärmutterhalskrebshaben. Das Ergebnis: Frauen aus armen Verhältnissen haben in früheren Jahren Sex als finanziell bessergestellte Frauen. Bisher vermutete man, dass der Unterschied auf einer spärlicheren Datenerfassung in ärmeren Gegenden beruhte. Die aktuelle Studie zeigt jedoch, dass dieser Umstand nicht entscheidend ist.
Obwohl seit vielen Jahren bekannt ist, dass Gebärmutterhalskrebs in armen und reichen Gegenden unterschiedlich häufig auftritt, fehlten bislang Erklärungen für dieses Phänomen. Bekannt war, dass die Infektionsraten des Humanen Papillomavirus (HPV), der mit der Entwicklung der Krebsart in Verbindung gebracht wird, in allen Gruppen identisch zu sein scheint. Die aktuelle Studie der "International Agency for Research on Cancer", an der knapp 20.000 Frauen teilgenommen haben, offenbarte nun, dass das erhöhte Gebärmutterhalskrebsrisiko scheinbar damit zusammenzuhängt, dass Frauen aus ärmeren Verhältnissen bereits in früheren Jahren Sex haben. Ein weiterer wichtiger Faktor scheint das Alter zu sein, in dem Frauen ihr erstes Baby bekommen. Die Anzahl der Sexualpartner und das Rauchverhalten wiederum tragen nicht zum Unterschied bei.
Studienleiterin Silvia Franceschi erläutert, dass die Ergebnisse nicht auf das Jugendalter beschränkt sind. So haben Frauen, die mit 20 Jahren zum ersten Mal Geschlechtsverkehr haben, ein höheres Erkrankungsrisiko als Frauen, die bis zu ihrem 25. Lebensjahr abstinent bleiben. Sie fügt an: "Ärmere Frauen haben im Schnitt vier Jahre früher Sex. Daher werden sie entsprechend früher mit HPV infiziert, was dem Virus mehr Zeit gibt, Schaden anzurichten, der letztendlich zu Krebs führen kann."




