Kinderlähmung
Weltgesundheitsorganisation erklärt Somalia für Polio-frei
Die Liste der Länder, in denen die Kinderlähmung vorkommt, wird kürzer. Mit der Ausrottung von Polio in Somalia ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur weltweiten Eliminierung des Erregers gelungen.
Als eine historische Errungenschaft bezeichnete die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufene globale Polioeradikationsinitiative (Global Polio Eradication Initiative, GPEI) die Ausrottung der Kinderlähmung in Somalia. Das ostafrikanische Land war bereits im Jahr 2002 für Polio-frei erklärt worden, diese Aussage musste jedoch nach dem Auftreten von neuen Erkrankungsfällen im Jahr 2005 revidiert werden. Nachdem in Somalia ein ganzes Jahr lang kein neuer Fall von Kinderlähmung registriert wurde, gilt die Erkrankung nun erneut als ausgerottet.
Um dieses Ziel zu erreichen, hatten Tausende freiwillige somalische Helfer und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen in den vergangenen Jahren mehr als 1,8 Millionen Kinder gegen das Poliovirus geimpft. Dazu war es erforderlich, jeden Haushalt des Landes - auch in sehr entlegenen Regionen - mehrfach aufzusuchen: Keine leichte Aufgabe angesichts des anhaltenden Bürgerkrieges, einer ausgeprägten Bevölkerungswanderung und dem Fehlen einer funktionierenden Infrastruktur.
Aus Sicht von WHO-Mitarbeiter Hussein A. Gezairy hat das Beispiel Somalia gezeigt, dass eine Ausrottung der Polio-Erreger überall auf der Welt und auch unter sehr erschwerten Bedingungen möglich ist. Mit der erfolgreichen Bekämpfung der Kinderlähmung in Somalia hat sich die Zahl der Länder, in denen Polio noch vorkommt, nun auf vier reduziert: Afghanistan, Indien, Nigeria und Pakistan. Die Bemühungen der GPEI konzentrieren sich nun auf Impfprogramme in diesen vier Ländern, um eine weltweite Ausrottung der Kinderlähmung zu erreichen.




