Immer mehr Grippe-Fälle
Grippeimpfung ist noch sinnvoll
Jedes Jahr im Winter kommt mit der Kälte auch die Grippe. Da sich die Viren ständig verändern, sollten sich insbesondere gefährdete Personen jährlich impfen lassen. Noch ist es nicht zu spät.
In Deutschland hat nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) die Grippewelle begonnen. Das heißt, die Zahl der akuten Atemswegsinfektionen steigt - der Schwerpunkt der Erkrankungen liegt derzeit im Nordwesten. Eine Grippeimpfung, die in der Regel 14 Tage benötigt, um einen ausreichenden Schutz aufzubauen, hält das RKI noch für sinnvoll. Das Institut empfiehlt sie insbesondere für gefährdete Personen, also Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranke und Personen mit viel Kontakt zu anderen Menschen.
Bislang hat das am RKI angesiedelte Nationale Referenzzentrum für Influenza in der aktuellen Saison vorwiegend eine Virusvariante (Subtyp) nachgewiesen, die in früheren Jahren häufig mit schwereren Krankheitsverläufen einherging und mehr Todesfälle verursachte, insbesondere bei älteren Menschen. Gegen diesen Stamm schützt die Grippeimpfung dieses Winters gut. "Daher ist jetzt die Schutzimpfung vor allem für Ältere und chronisch Kranke wichtig", betont Jörg Hacker, Präsident des RKI. Eine Prognose für den Verlauf der Grippesaison kann das Institut nicht abgeben. Die Infektketten könnten z.B. in den Schulferien unterbrochen werden, erklärt der Sprecher des RKI Günther Dettweiler.
Im Gegensatz zur einfachen Erkältung stellt die echte Virusgrippe (Influenza) eine sehr schwere Erkrankung dar. Infizierte entwickeln schlagartig hohes Fieber, Gelenkschmerzen und häufig auch einen trockenen Husten. Die Grippe kann abhängig vom Immunsystem einige Wochen dauern und bei älteren, immungeschwächten Menschen mitunter zum Tode führen. Die verfügbaren Medikamente wirken nur, wenn sie sehr rasch gegeben werden. Dettweiler empfiehlt Betroffenen strikte Bettruhe: "Es ist besser zu Hause zu bleiben, als sich zur Arbeit zu schleppen und dort die Kollegen anzustecken."
Die Influenza-Aktivität in Deutschland wird von der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) unter der Führung des RKI überwacht. Die AGI informiert auf ihrer Internetseite mit einem Wochenbericht, der alle wichtigen Daten enthält; dort sind auch tagesaktuelle Informationen zu den Virus-Nachweisen und der Zahl der gemeldeten Influenzafälle abrufbar. Zum Internetauftritt der AGI gelangen Sie hier: Arbeitsgemeinschaft Influenza




