
Weniger Herzinfarkte durch Grippeimpfung
Während einer Grippewelle versterben mehr Menschen an Herzerkrankungen
Die jährliche Grippeimpfung schützt Herz und Kreislauf vor den Folgen einer Infektion mit dem Influenza-Virus und senkt dadurch das Herzinfarktrisiko. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Internisten hin.
Während einer Grippewelle versterben mehr Menschen an Herzerkrankungen als außerhalb der Grippesaison. Der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) weist daher in einer aktuellen Meldung darauf hin, dass sich das Infarktrisiko durch eine Impfung gegen die Grippe mit geringem Aufwand senken lässt. "Eine Studie aus Russland hat kürzlich ergeben, dass während einer Grippe-Epidemie 30% mehr tödliche Herzinfarkte auftraten als sonst und hat damit frühere Untersuchungen zum Infarktrisiko durch Grippe bestätigt", erklärte Prof. Wolfram Delius vom BDI in derselben Mitteilung.
Unklar ist bislang allerdings, weshalb sich die Grippeimpfung positiv auf das Risiko für Herzinfarkt und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirkt. Eine mögliche Erklärung ist, dass Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen, sogenannte Plaques, von grippebedingten Entzündungsreaktionen beeinflusst werden. Die Plaques können sich dann leichter von der Gefäßwand lösen und zum plötzlichen Verschluss eines Gefäßes führen: Ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall sind die möglichen Folgen.
Gefährdet von solchen Komplikationen einer Grippe sind vor allem ältere Menschen und Patienten mit chronischer Herzschwäche, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder chronisch obstruktiver Bronchitis. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die jährliche Grippeimpfung unter anderem für Menschen ab 60 Jahre und chronisch Kranke.





