
Pneumokokkenmeningitis
Seit Impfbeginn Hirnhautentzündung deutlich seltener
Die USA vermelden seit Einführung der Schutzimpfung einen deutlichen Rückgang der durch das Bakterium Streptococcus pneumoniae (Pneumokokke) hervorgerufenen Hirnhautentzündung bei Erwachsenen und Kindern.
Seit in den USA im Jahr 2000 die Pneumokokkenimpfung im Kindesalter ins Routine-Impfprogramm aufgenommen wurde, ist die Zahl der Pneumokokkenerkrankungen in Amerika klar zurückgegangen. Eine in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlichte Untersuchung zeigt nun, dass auch die gefürchtete Hirnhautentzündung (Meningitis), die diese Bakterien hervorrufen können, deutlich seltener geworden ist.
Die Autoren des wissenschaftlichen Artikels sammelten die Meldedaten von acht US-Gesundheitsbehörden von 1998 bis 2005 und werteten sie hinsichtlich einer Veränderung der Erkrankungszahlen für die Pneumokokkenmeningitis aus. Dabei zogen sie die Fallzahlen aus den Jahren 1998 und 1999 vor Einführung der Impfung als Vergleichswert für die kommenden Jahre heran.
Im genannten Zeitraum kam es insgesamt zu 1.379 Fällen von Hirnhautentzündungen durch Pneumokokken. Während 1998 und 1999 noch durchschnittlich 1,13 Personen pro 100.000 erkrankten, lag die Erkrankungsrate in den Jahren 2004 bis 2005 nur noch bei 0,79 pro 100.000. Insbesondere für kleine Kinder (unter 2 Jahren) und für ältere Menschen (65 Jahre und älter) stellte sich dies als ein drastischer Rückgang der Rate um 64% bzw. 54% dar.
Gleichzeitig kam es allerdings zu einer Zunahme von Hirnhautentzündungen, die durch andere Typen des Erregers verursacht wurden, gegen die der Impfstoff keinen Schutz bietet. Dabei bereitete den Autoren insbesondere Sorgen, dass diese Bakterientypen teilweise nicht auf wichtige Antibiotika ansprachen.
Insgesamt ist seit Einführung der Immunisierung jedoch die durch jenen Typ des Bakteriums ausgelöste Meningitis, gegen den die Vakzine schützt, sehr viel seltener geworden (Senkung der Erkrankungsrate für alle Altersabschnitte um 73,3%). Den Wissenschaftlern zufolge profitieren von der Impfung somit nicht nur die Geimpften selbst, sondern dank der Herdenimmunität auch deren Umfeld.





