Ferien mit Kindern
Vor Reisen den Impfschutz der Kinder prüfen
Vor dem Urlaub sollte ein Arzt kontrollieren, ob ein Kind alle wichtigen Impfungen erhalten hat. Je nach Land sind zusätzliche Reiseimpfungen angebracht.
Vor Reisen zum Kinderarzt
Wenn eine Familie auf Reisen geht, gilt vor allem eins: Vorher unbedingt von einem Arzt überprüfen lassen, ob ausreichend Impfschutz besteht. Für Kinder ist das besonders wichtig: Infektionskrankheiten können bei ihnen einen deutlich schwereren Verlauf nehmen als bei Erwachsenen, da ihr Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist. Ein Kinderarzt sollte daher rechtzeitig vor der Abreise kontrollieren, ob das Kind alle für sein Alter nötigen Impfungen erhalten hat.
Ob und wann eine Impfung erfolgt ist, lässt sich leicht anhand des Impfausweises nachvollziehen. Dort ist jede gegebene Impfung dokumentiert.
Empfohlene Reiseimpfungen überprüfen
Im Übrigen sollte der Arzt überprüfen, ob für das jeweilige Reiseland zusätzliche Impfungen empfohlen werden. Das können z. B. Impfungen gegen Hepatitis A, Typhus, Cholera, Gelbfieber oder die Japanische Enzephalitis sein. Geht die Reise in eine Tollwut-gefährdete Gegend, in der es viele streunende Hunde gibt oder auch dressierte Affen, wie beispielsweise in Thailand, sollten Eltern mit dem Arzt beraten, ob eine Tollwutimpfung angebracht ist. Die überschwängliche Tierliebe von Kindern und ihr Streichelwunsch können in solchen Ländern nämlich fatale Folgen haben: Für eine Infektion mit Tollwut muss das Kind nicht einmal gebissen werden, es kann schon reichen, wenn Speichel des kranken Tieres in eine kleine Wunde kommt. Besteht Verdacht auf eine Infektion, eilt die Zeit: Eine passive Immunisierung muss vor Ausbruch der Erkrankung erfolgen, danach kommt jede Hilfe zu spät. Ist die Tollwut erst einmal ausgebrochen, führt sie in nahezu 100% der Fälle zum Tod. Grundsätzlich gilt für alle Reiseimpfungen: Ob ein Kind geimpft werden sollte, hängt nicht allein vom Reiseland, sondern auch davon ab, wie lange es dort bleibt, wie die Umstände des Aufenthalts sind und wie eng der Kontakt mit Einheimischen ist.
Für Reiseimpfungen nennt die Deutschen Tropenmedizinischen Gesellschaft folgende Altersgrenzen:
- Cholera: nicht unter 2 Jahren
- FSME: nicht unter 1 Jahr
- Gelbfieber: nicht unter 6 Monaten
- Hepatitis A: nicht unter 1 Jahr
- Influenza: nicht unter 6 Monaten
- Japanische Enzephalitis: nicht unter 1 Jahr
- Masern: nicht unter 9 Monaten
- Meningokokken: nicht unter 6 Monaten
- Pneumokokken: nicht unter 2 Jahren
- Tollwut: Keine Beschränkung
- Typhus (Injektion): nicht unter 2 Jahren
- Typhus (Schluckimpfung): nicht unter 1 Jahr
Impfausweis unbedingt mitnehmen auf die Reise
Um einen vollständigen Impfschutz gegen verschiedene Krankheiten aufzubauen, sind bestimmte Zeitabstände zwischen den Injektionen einzuhalten. Daher ist es wichtig, die Impfungen rechtzeitig zu planen. Eltern sollten den Impfausweis unbedingt mit auf die Reise nehmen, damit ein einheimischer Arzt z. B. kontrollieren kann, ob ein verletztes Kind eine zusätzliche Tetanus-Impfung benötigt oder bereits geschützt ist.




