Impf-Recall-System
Neuer Service erinnert an Impftermine
Ein Pilotprojekt des Gesundheitsamtes Pfaffenhofen zeigt: Mit gezielten Erinnerungen der Eltern an verpasste Impftermine ihres Kindes können Impflücken geschlossen werden.
Manchmal sind es ganz banale Gründe wie Überlastung oder schlicht Vergesslichkeit der Eltern, die dazu führen, dass Kinder Impftermine verpassen. Doch diese Nachlässigkeit kann fatale Folgen haben - führt sie doch dazu, dass der Impfschutz gegen gefährliche Krankheiten lückenhaft oder unvollständig bleibt. Das Gesundheitsamt im oberbayerischen Pfaffenhofen bewies nun, dass sich die Impfraten bei Kindern deutlich steigern lassen, wenn die Eltern mithilfe eines standardisierten Recall-Programms gezielt an noch ausstehende Impfungen erinnert werden.
Dazu wurden die Eltern von Kindern, bei denen im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung Impflücken festgestellt worden waren, zunächst schriftlich an die versäumten Impfungen erinnert. Bis zum Nachweis der Impfung durch den verantwortlichen Impfarzt erfolgte noch maximal eine weitere schriftliche Erinnerung der Eltern.
Infolge des Recall-Programmes konnte bei den acht erfassten Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis B, Kinderlähmung, Masern, Mumps und Röteln ein Anstieg der Impfraten verzeichnet werden. Am deutlichsten war dieser Trend bei der MMR-Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln: Hier stieg der Anteil vollständig geimpfter Kinder bezogen auf die gesamte Altersgruppe um 8,2%.
Das Robert Koch-Institut weist in einer aktuellen Veröffentlichung darauf hin, dass zur Ausrottung bestimmter Infektionskrankheiten wie der Masern eine Erhöhung der Impfraten in Deutschland dringend erforderlich ist. Die weltweite Eliminierung der Masern ist ein offizielles Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Das Beispiel Pfaffenhofen zeigt, dass dies durch gezielte Impferinnerung möglich ist und regt zur Nachahmung an.




