Jugendgesundheitsberatung J1
Chance zur Impfaufklärung nutzen
Die Jugendgesundheitsberatung J1 für 12- bis 14-jährige Jugendliche gibt es schon seit nunmehr zehn Jahren. Leider nutzen noch zu wenige das Angebot dieses körperlichen und seelischen Gesundheits-Checks.
Die Gesundheit von Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern wird in Deutschland im Rahmen der sogenannten "U-Untersuchungen" relativ engmaschig überwacht. Während die Akzeptanz dieser freiwilligen Vorsorgeuntersuchungen mit über 95% erfreulich hoch ist, nimmt bedauerlicherweise nur etwa die Hälfte aller Jugendlichen an der Jugendgesundheitsberatung J1 teil.
Diese richtet sich an 12- bis 14-Jährige, ist ebenfalls freiwillig und wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Der Arzt, in aller Regel noch der betreuende Kinderarzt, untersucht den Heranwachsenden dabei unter anderem auf Pubertäts-, Haltungs-, Ess- und Verhaltensstörungen und kontrolliert den Impfstatus. Im Rahmen des Beratungsgesprächs werden auch Themen wie Sexualität und Verhütung, Drogenmissbrauch und Rauchen angesprochen, die der Jugendliche vielleicht lieber mit dem Arzt bespricht als mit seinen Eltern.
Laut Kinder- und Jugendarzt Dr. Thomas Fischbach ist eine der am häufigsten im Rahmen der J1 registrierten Auffälligkeiten ein unvollständiger Impfschutz. Bei einer Pressekonferenz Anfang Dezember in Berlin zitierte der Experte die Ergebnisse einer Befragung von 12 Kinderarztpraxen, wonach Impfdefizite mit 21% nach Auffälligkeiten des Bewegungsapparates die bei der J1 am zweithäufigsten bemerkte Unregelmäßigkeit waren.
Angesichts der Tatsache, dass Heranwachsende Umfragen zufolge ihre ersten sexuellen Erfahrungen in immer jüngerem Alter machen, plädierte Dr. Fischbach dafür, die J1 verstärkt zur Aufklärung über die HPV-Impfung zu nutzen. Denn der volle Schutz vor einer Infektion mit Humanen Papillomviren, die potenziell Gebärmutterhalskrebs oder Genitalwarzen auslösen können, sei nur gegeben, wenn junge Mädchen vollständig geimpft seien, bevor sie sexuell aktiv würden. Die Hauptzielgruppe für die HPV-Impfung, 12- bis 14-jährige Mädchen, könne daher im Rahmen der J1 gezielt angesprochen werden.




