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Mädchen und junge Frauen

Erstmals Impfung zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs möglich

Seit September 2006 gibt es eine Impfung, die vor Gebärmutterhalskrebs schützen kann. Die Ursache dieser Krankheit ist ein bestimmtes Virus, das sogenannte humane Papillomvirus. Diese Viren werden vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen. Mädchen sollten daher möglichst vor dem ersten intimen Genitalkontakt geimpft werden.

Gebärmutterhalskrebs ist die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen zwischen 15 und 44 Jahren in Europa. Laut Robert Koch-Institut erkranken hierzulande jedes Jahr etwa 6.500 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs – rund 1.660 sterben daran . Gebärmutterhalskrebs wird in nahezu allen Fällen durch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) ausgelöst. Davon gibt es mehr als 100 verschiedene Typen, ein Teil von ihnen kann bösartige Tumore verursachen.

Insbesondere die HPV-Typen 16 und 18 sind oft an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt – Experten gehen davon aus, dass sie für mehr als 70% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind . Zirka 70% der sexuell aktiven Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV, schätzt das Robert Koch-Institut.

Vor allem junge Frauen zwischen 15 und 24 Jahren stecken sich an . Bei einem Großteil der Frauen klingt die Infektion ab, ohne gesundheitliche Folgen zu haben. Bei den anderen können die Viren aber zu Genitalwarzen, Krebsvorstufen und schließlich zu Krebs führen.

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Impfung für Mädchen ab 12 Jahren empfohlen

Eine gute Nachricht: Seit Herbst 2006 gibt es eine Impfung gegen die Gebärmutterhalskrebs auslösenden HPV-Typen 16 und 18. Dies ist die erste Impfung, die gezielt zur Vorbeugung gegen Krebs entwickelt wurde. Einer der in Deutschland zugelassenen Impfstoffe schützt zusätzlich auch noch vor zwei weiteren Typen des humanen Papillomvirus: 6 und 11. Diese sind zwar nicht an der Krebsentstehung beteiligt, sie verursachen aber unangenehme Feigwarzen im Genitalbereich.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen HPV 16 und 18 für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren. Nach Einschätzung der Experten sollte sie idealerweise vor den ersten sexuellen Kontakten erfolgen, damit sich die Teenager möglichst gar nicht mit HPV infizieren können. Da die Impfstoffe in Europa für Mädchen und junge Frauen zwischen 9 bzw.10 Jahren zugelassen sind, können sie prinzipiell auch vor dem 12. Lebensjahr geimpft werden. Ist eine Frau vielleicht mit einem der beiden Gebärmutterhalskrebs-auslösenden Virustypen infiziert, kann die Impfung sie noch vor dem zweiten Virustyp bewahren, betont die Organisation „Pro Familia" .

Um einen ausreichenden Schutz aufzubauen, wird der Impfstoff drei Mal verabreicht. Die drei Injektionen müssen innerhalb eines Jahres erfolgen. Die Impfung ist gut verträglich. Wenn sie Reaktionen beobachteten, dann am häufigsten an der Einstichstelle in Form von leichten Schmerzen, Rötung oder Schwellung. Da der Impfstoff leere Virushüllen (so genannte virus-like particles, VLPs) ohne Erbmaterial enthält, kann die HPV-Impfung keine Infektion oder Erkrankung hervorrufen.

Sollten auch Jungen gegen HPV geimpft werden?

Aus Sicht von Medizinern wie Dr. Harald zur Hausen vom Deutschen Krebsforschungszentrum, sollten auch Jungen gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft werden . Sie können sich ebenfalls beim intimen Genitalkontakt mit HPV infizieren, die bei ihnen zu Feigwarzen und in seltenen Fällen zu Krebs am Penis oder After führen können. Daten, ob eine Impfung diese Erkrankungen vermindern würde, liegen zur Zeit noch nicht vor. Ein infizierter Junge kann die Viren aber natürlich auch an seine Freundin weitergeben und so diese in Gefahr bringen. In Deutschland ist einer der beiden Impfstoffe auch für Jungen zwischen 9 und 15 Jahren zugelassen.


Quelle: Nach Informationen des Deutschen Krebsgesellschaft, Pro Familia, der Ständigen Impfkommission (STIKO) und des Robert Koch-Instituts (RKI)
Autor: Martina Janning
Stand: Aug 21, 2008


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