mutter küsst baby auf die wange

Impfung bei Kinderwunsch

Familie auf dem Impfprüfstand

Um ein Baby gegen Infektionskrankheiten zu wappnen, sollten alle Verwandten in seiner Nähe geimpft sein. Und bei Kinderwunsch gilt: Vor der Schwangerschaft zum Impfen!

Ungeimpfte Verwandte gefährden ein Neugeborenes

Oma, Opa, Onkel, Tanten, Nichten und Neffen – wenn ein neues Familienmitglied auf die Welt gekommen ist, wollen alle Verwandten das Baby willkommen heißen. Das ist verständlich. Dennoch: Eltern sollten nur Menschen in die Nähe des Neugeborenen lassen, die ausreichend gegen Infektionskrankheiten geschützt sind. Zwar besitzen Babys einen gewissen Nestschutz. Der reicht aber nicht aus, um sie gegen Infektionen zu feien, zumal er sich in den ersten Lebensmonaten verliert. Der kindliche Körper muss ein stabiles Immunsystem erst aufbauen. Daher die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), Babys schon ab dem vollendeten 2. Monat zu impfen. So wird das Kind immun gegen schwere Infektionskrankheiten, ohne selbst zu erkranken. Um ein Baby nicht unnötig zu gefährden, sind alle verantwortungsbewussten Verwandten aufgefordert, ihren Impfschutz zu überprüfen. Kinder sollten ihrem Alter entsprechend geimpft sein, Erwachsene haben vor allem auf notwändige Auffrischimpfungen zu achten. Für beide gilt: Unbedingt kontrollieren, ob der Impfschutz komplett ist und ggf. fehlende Impfungen nachholen.

Bei Kinderwunsch: Impfausweis rechtzeitig kontrollieren

Der Infektionsschutz eines Neugeborenen beginnt lange vor seiner Geburt – nämlich bei der Mutter. Wenn sie Antikörper gegen eine Infektionskrankheit entwickelt hat, kann sie diese bei bestimmten Erkrankungen an das Kind weitergeben und seinen Nestschutz aufbauen, der allerdings nur in den ersten Lebensmonaten anhält. Dies ist bei Masern, Mumps, Röteln und Tetanus der Fall; Antikörper gegen Keuchhusten kann eine Mutter aber beispielsweise nicht auf ihr ungeborenes Kind übertragen. Um Antikörper gegen eine Infektionskrankheit zu bilden, muss eine Mutter die Erkrankung durchmachen oder dagegen geimpft werden. Jede Frau, die sich ein Kind wünscht, sollte ihren Impfausweis mindestens drei Monate vor der geplanten Schwangerschaft überprüfen und sich fehlende Impfungen geben lassen. Das schützt ihre Gesundheit und die Gesundheit ihres Kindes. Laut der STIKO sollte vor einer Schwangerschaft unbedingt ausreichender Impfschutz gegen Tetanus und Diphtherie, Mumps, Masern und Röteln sowie Windpocken und Keuchhusten bestehen.

Einige Impfungen auch in der Schwangerschaft möglich

Im Idealfall sollte vor Eintritt einer Schwangerschaft der Impfstatus kontrolliert und wichtige Impfungen ggf. aufgefrischt bzw. nachgeholt werden. Die Impfung gegen Keuchhusten wird z. B. für Frauen mit Kinderwunsch ausdrücklich empfohlen, um eine Infektion des Neugeborenen zu verhindern. Bestimmte Impfungen mit Lebendimpfstoffen - konkret gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken - sollten jedoch nicht mehr erfolgen, wenn eine Schwangerschaft bereits eingetreten ist. Erfolgt versehentlich eine Impfung, sollte die Schwangere den Frauenarzt aufsuchen. Totimpfstoffe hingegen stufen Experten für Schwangere und Ungeborene in der Regel als ungefährlich ein. Gegen eine Impfung gegen FSME oder Tollwut ist daher im Falle eines erhöhten Risikos nichts einzuwenden. Auch eine begonnene Hepatitis-Impfung sollte in der Schwangerschaft fortgesetzt werden, rät der Berufsverband der Frauenärzte. Zudem empfiehlt er eine Grippe-Impfung, wenn Geburt und Wochenbett in die Grippesaison fallen. Länder wie die Schweiz und die USA hätten bereits die Empfehlung zur Grippeimpfung in der Schwangerschaft ausgesprochen, die STIKO jedoch bislang nicht. In der Stillzeit kann hingegen problemlos geimpft werden.

Impfungen in der Schwangerschaft im Überblick:

Impfung gegen nötig möglich vermeiden nein
Cholera     x  
Diphtherie   x    
FSME   x    
Gelbfieber     x  
Hepatitis A   x    
Hepatitis B   x    
Influenza   x    
Japan-Enzephalitis     x  
Kinderlähmung (Poliomyelitis)   x    
Keuchhusten (Pertussis)   x    
Masern       x
Meningokokken   x    
Mumps       x
Pneumokokken   x    
Röteln       x
Tetanus   x    
Tollwut (vor Exposition)   x    
Tollwut (nach Exposition) x      
Typhus   x    
Windpocken       x


Quelle: Nach Informationen des Ständigen Impfkommission, des Robert-Koch-Instituts, des Deutschen Grünen Kreuzes und des Berufsverbands der Frauenärzte
Autor: Springer Medizin
Stand: May 22, 2008


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