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Erwachsene

Impfschutz auffrischen und ergänzen

Nicht alle Impfungen wirken ohne Auffrischung ein Leben lang. Um gesund zu bleiben und andere nicht durch Infektionen zu gefährden, sind Auffrischimpfungen wichtig. Auch gibt es für einzelne Infektionskrankheiten Impfstoffe, die im Jugendlichen- oder Erwachsenenalter verabreicht werden sollten - z. B. gegen Gebärmutterhalskrebs oder Grippe.

Viele Eltern sorgen sich um einen guten Impfschutz ihrer Sprösslinge, doch sich selbst vergessen sie. Dabei ist Impfen alles andere als Kinderkram. Erwachsene, die gegen gefährliche Infektionen geimpft sind, schützen ihre Gesundheit, die ihrer Kinder, ihrer Freunde und ihres Umfeldes. Einige Impfungen, wie die gegen Masern, Mumps und Röteln wirken ein Leben lang, wenn die im Kindesalter nötigen zwei Injektionen erfolgt sind. Andere Impfungen müssen jedoch von Zeit zu Zeit aufgefrischt werden, damit der Geimpfte weiterhin gegen Infektionskrankheiten gewappnet ist. So erhält das immunologische Gedächtnis, das der Körper durch die Basisimpfung entwickelt hat, eine Erinnerung. Kommt jemand mit einem gefährlichen Erreger in Berührung, erkennen ihn die Gedächtniszellen seines Körpers und der Geimpfte erkrankt nicht. Ein Beispiel hierfür ist Tetanus. Um den Impfschutz gegen diese Krankheit aufrechtzuerhalten, muss daher unbedingt alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Das wird umso wichtiger, je älter jemand ist: Wie die körperliche Leistungskraft insgesamt wird auch das Immunsystem mit zunehmendem Alter schwächer.

Impfungen auffrischen und nachholen

Wann welche Impfung aufgefrischt werden sollte, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) mit Sitz am Robert Koch-Institut in Berlin. So rät die STIKO Erwachsenen, ihre Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie alle zehn Jahre aufzufrischen. Das gilt auch für Keuchhusten, wenn jemand engen Kontakt zu Säuglingen (z.B. Großeltern, Babysitter) hat oder Nachwuchs plant. Was viele nicht wissen: Eine durchgemachte Keuchhusteninfektion verhindert keine erneute Erkrankung. Daher ist eine Impfung gegen Keuchhusten extrem wichtig. Weiter raten die Experten der STIKO, dass auch Erwachsene ihren Impfschutz gegen die Kinderlähmung auf Vollständigkeit überprüfen sollten. Wenn eine oder mehrere der vier erforderlichen Impfungen fehlen, sollte nachgeimpft werden. Darüber hinaus sollten sich Menschen, die als Kinder nicht an Windpocken erkrankt waren, als Erwachsene unbedingt dagegen impfen lassen. Umso älter jemand wird, desto größer wird nämlich das Risiko, dass eine Windpockeninfektion schwer und kompliziert verläuft. Besonders Frauen, die sich ein Kind wünschen, sollten gegen das Windpockenvirus immun sein. Erkranken sie nämlich in der Schwangerschaft, kann dies schwere gesundheitliche Folgen für die Mutter und das Ungeborene haben.

Junge Frauen sollten HPV-Impfung ergänzen lassen

Seit Herbst 2006 gibt es eine Impfung gegen die Gebärmutterhalskrebs-verursachenden humanen Papillomvirus-Typen 16 und 18. Sie ist die erste Impfung, die gezielt zur Vorbeugung gegen Krebs entwickelt wurde. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diese Impfung für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren - die Impfstoffe sind in Europa für Mädchen und junge Frauen ab 9 bzw.10 bis 26 bzw. 25 zugelassen. Somit können auch Frauen über 18 Jahre geimpft werden.

Impfung schützt vor FSME durch Zecken

In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Zecken stetig zugenommen – und damit auch die Zahl der Erkrankungen an den Krankheiten, die sie übertragen. Während es gegen die Borreliose keine Impfung gibt, kann sich jeder gegen die Hirnentzündung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) impfen lassen. Das sollten Menschen, die sich in Risikogebieten aufhalten, auch tun, sagt die STIKO. Viele FSME-übertragende Zecken gibt es derzeit vor allem in Regionen Süddeutschlands, besonders in Bayern und Baden-Württemberg, aber auch in Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Wer in diese Bundesländer reist, bespricht die Notwendigkeit einer FSME-Impfung am besten vorab mit seinem Hausarzt.

Grippeschutzimpfung fällt jedes Jahr an

Alle Jahre wieder im Herbst meldet sich die STIKO zum Thema Influenza und ruft zur Grippeschutzimpfung auf. Vor allem Senioren, chronisch Kranke und Menschen, die beruflich oder privat viel Kontakt zu anderen Menschen haben oder im Gesundheitswesen arbeiten, sollten sich impfen lassen. Da sich die Viren ständig verändern, muss jedes Jahr erneut gegen Grippe geimpft werden.


Quelle: Nach Informationen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und des Robert Koch-Instituts (RKI)
Autor: Martina Janning
Stand: Aug 21, 2008


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