frau_schnupfen

Chronisch Kranke

Bei chronischen Erkrankungen ist Impfen umso wichtiger

Menschen mit einer chronischen Krankheit haben oft eine geschwächte Immunabwehr. Sie stecken sich leicht mit Infektionskrankheiten an und machen schwerere Erkrankungsverläufe durch.

Chronisch an einer Krankheit zu leiden, ist Belastung genug. Da gilt es, jede weitere Erkrankung im Vorfeld abzuwehren. Die Realität sieht leider anders aus. Viele Menschen mit chronischen Erkrankungen (z.B. Asthma, chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen) sind nicht ausreichend geimpft. So zeigte eine Umfrage im Jahr 2004, dass sich in Deutschland nur 27% der chronisch Kranken gegen Grippe hatten impfen lassen. Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten aktuell mindestens 50% der Chroniker gegen Grippe geimpft sein. Als Gründe für die versäumte Grippeimpfung gaben die Befragten an, dass sie bereits ausreichend geschützt seien oder Grippe für ungefährlich hielten. Ein Drittel glaubte, dass ihnen eine Impfung nicht erstattet wird. Diese Annahmen sind falsch . Gesetzliche Krankenkassen bezahlen Impfungen. Und gerade Menschen mit einer chronischen Krankheit sollten sich impfen lassen – und zwar nicht nur gegen Grippe. Sie haben nämlich ein erhöhtes Risiko, an Infektionskrankheiten zu erkranken. Da ihre körpereigene Abwehr oft schwächer ist als bei Gesunden, stecken sie sich leichter an und erkranken in der Regel schwerer. Impfungen sind daher besonders für sie immens wichtig.

Einige Erkrankungen erfordern zusätzliche Impfungen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Patienten mit Diabetes sowie z.B. mit chronischen Erkrankungen der Atemwege, Leber-, Herz-Kreislauf- oder Nierenleiden, durch Impfungen vorzubeugen. Gleiches gilt für Menschen mit Immunschwäche oder einer HIV-Infektion. Im Einzelnen bedeutet das: Jedes Jahr eine Grippeimpfung einplanen, denn nur ein jeweils saisonal angepasster Impfstoff kann gegen die aktuellen Grippeviren wirken sowie alle sechs Jahre die Pneumokokken-Impfung (nur bei Risikopatienten) und alle zehn Jahre die Impfungen gegen Diphtherie und Tetanus auffrischen lassen. Voraussetzung ist natürlich, dass eine komplette Basisimpfung stattgefunden hat. Ein Blick in den Impfausweis zeigt, ob alle von der STIKO vorgesehenen Immunisierungen durchgeführt wurden. Fehlende Immunisierungen sollten unbedingt nachgeholt werden.

Je nach persönlichem Risiko können weitere Impfungen hinzukommen. Menschen mit chronischen Leberleiden, Dialysepatienten und Blutern empfiehlt die STIKO zudem Impfungen gegen Hepatitis A und Hepatitis B. Darüber hinaus sehen die STIKO-Experten eine Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) vor, sofern jemand in einem Risikogebiet für Zecken lebt.


Quelle: Nach Informationen der Ständigen Impfkommission, des Robert-Koch-Instituts, von medizin-online, Vaccine und der Ärzte-Zeitung
Autor: Martina Janning
Stand: May 22, 2008


Sie lesen gerade:

Bei chronischen Erkrankungen ist Impfen umso wichtiger

Seite empfehlen:
A A A

Expertenräte

Arzt mit Patient

Impfen und Vorsorge

Unsere Ärzte beantworten Ihnen Fragen zum Thema Impfen und Vorsorge - kostenfrei und anonym
Impfen und Vorsorge
Infektions- und Reisemedizin

alle Expertenräte

HPV-Comic-Film

exclusiv_lissi_familie

Lissi macht sich schlau

Mädchen aufgepasst: Infos zum Thema HPV gibt Euch Lissi. Schaut einfach rein in den Comic-Film!

Lissi macht sich schlau

LIFELINE Web-TV Verhütung

Gebärmutterhalskrebs - Die erste Impfung gegen Krebs

Zum laufenden Programm

Selbsttest HPV

maedchen_blond_blicknachoben

Extra für Mädchen

Mit den folgenden Fragen möchten wir dich darüber informieren, wie du dich mit HPV anstecken, aber auch wie du dich davor schützen kannst.

mehr

HPV - Informationen

rotefingernaegel_maedchen_lachen

Extra für Mädchen

Alles was Mädchen über HPV wissen müssen. Spannende Lissi-Geschichten - ein Mädchen-Selbsttest, Mini-Lexikon und Mädchen-Themen. Falls das noch nicht reicht: frag unsere Experten!

mehr